The Empire von „LiveWire“

Küstler:
LiveWire
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Empire
Release:
12. April 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

livewire-the-empire-cd-bewertungendeVor wenigen Monaten erst droppte J. Stalin sein aktuelles Album „Gas Nation“, nun ist er wieder da und hat gleich noch seine Crew LiveWire mit im Gepäck. Zum festen Kern der Gruppe gehören neben Stalin, der als einziger auf fast allen Songs vertreten ist, auch noch Shady Nate, Jay Jonah, Philthy Rich, Ronald Mac, Lil Blood und Ruben Stunna, allerdings erweitert sich das Roster um Kollegen wie Lil Rue, HD oder Mayback und auch Produzenten wie DJ Fresh und die Mekanix zählen zum sehr umfangreichen LiveWire-Umfeld. Klingt zunächst etwas verwirrend, doch die vielen Köche aus Oakland sorgen schon dafür, dass der Brei nicht verdirbt.

Stolze 19 Tracks umfasst „The Empire“ und enthält dabei keinen einzigen Skit, auch Intro oder Outro sucht man vergeblich. Los geht’s mit „Bangin'“, ein Song, der mit kraftvollem Beat und einheizenden Background Sounds seinem Namen wirklich gerecht wird. Was auch sofort auffällt ist, dass die LiveWire-Mitglieder tatsächlich alle was auf dem Kasten haben und nicht nur der untalentierte Rattenschwanz eines Stars sind, wie es z.B. bei D12 der Fall ist. Ein fetter Kickbass ist der Grundstein für „Back It Up“, bei dem wir Lil Rue, Jay Jonah, J. Satlin, Shady Nate, Lil Blood und R.O.B. am Mic zu hören bekommen. Insgesamt hat der Track einen leicht düsteren Touch, geht nichts desto trotz richtig gut nach vorne und eignet sich daher besonders gut für Partys und Autofahrten. Komplett das Gegenteil ist bei „Ipod“ der Fall. Verdammt chillig und mit einen wunderbar sommerlichen Groove ausgestattet zeigen uns die Jungs aus Kalifornien eine andere Facette, die sie zu bieten haben, abgerundet wird der Einstand ins Album mit „Pimpin'“, das dank funky E-Gitarren und Panflöten (!) zum echten Erlebnis und damit zu einem der Highlights wird.

Die gute Startphase von „The Empire“ macht nun wirklich Lust auf mehr und nachdem man das mit Steeldrumschlägen verzierte Synthiebrett „Extra High“ von J. Stalin, Lil Rue, HD und Mayback durch seine Gehörgänge gejagt hat, ist man sich auch fast schon sicher, dass es in diesem Niveau weitergeht. Dem ist leider nicht so. Zwar gibt es keine Totalausfälle zu vermelden, doch Tracks wie „On One“, „1, 2, 3, Thang“ oder „Hey Lady“ fehlt einfach ein gewisser Pfiff, der mitreißt und einen von Anfang bis Ende interessiert zuhören lässt. Hier bekommt man es eher mit einer schon früh einsetzenden Monotonie zu tun, die zwar nicht großartig negativ auffällt, aber natürlich auch nicht positiv. Einzig das lyrisch gelungene „Pray For Me“, welches nicht zu soft ist, sondern schön angenehm mit Claps und einer flotten, aber auch gefühlvollen Hintergrundmelodie die Rapper um Shady Nate, J. Stalin und Lil Blood gut aussehen lässt, und das wieder sehr sommerlich frische „Watchin‘ Me“ zählen zu den herausstechenden Liedern des mittleren Abschnitts.

Der letzte Teil des Albums ist dagegen eher ein Mix aus guten und eher etwas misslungenen Liedern. Eingeleitet wird das Ganze mit „The Wire“, das sich wie der Name schon sagt um die Crew dreht. Wie so üblich lobt man sich hier natürlich selbst, die passende Unterlegung dafür bekommen die Jungs von einer Menge an akustischen Instrumenten, wobei sich besonders die vielen Streicher hervorheben und alles sehr pompös wirken lassen – perfekte Umsetzung. Etwas weniger toll wäre da der „Hop Out“ Remix von Ronald Mac, HD und Lil Blood. Übertrieben hart und böse donnert der Track schon sehr penetrant aus dem Speaker und was zunächst noch ganz cool klingt, wird nach kurzer Zeit schon fast unerträglich. Leider wird es mit dem äußerst langweiligen „Fuckin'“ und dem total unmelodischen „Talk Your Ass“ auch kein Stück besser, lediglich der allerletzte Titel „Lil Weed, Lil Extacy Part 2“ zieht dann den Karren noch aus dem Dreck. Der erste Teil von „Gas Nation“ war ja schon gut, die Fortsetzung von Mayback, J. Stalin und Shady Nate ist dank sehr relaxten Melodien gepaart mit schnellen Flows und etwas Gesang noch besser und sorgt für einen gelungenen Ausklang.

Albumübergreifend bieten LiveWire mit ihrem Debüt zufriedenstellende Arbeit ab. Trotz der vielen Künstler herrscht eine spürbare Harmonie untereinander, die sich merklich auf das Gesamtbild auswirkt. Einige Abstriche muss man bei den Produktionen machen, denn hier findet sich zu viel belanglose Durchschnittsware wieder. Da wäre eine etwas kürzere Tracklist sicher dienlich gewesen. Wem J. Stalin’s „Gas Nation“, auf dem man ja schon einige LiveWire-Mitglieder kennen lernen konnte, gefallen hat, dem wird auch „The Empire“ sicher zusagen, aber auch die, die nach einem unkomplizierten West Coast Album für die Sommermonate suchen, sollten einmal rein hören.

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