The Bake Sale von „The Cool Kids“

Küstler:
The Cool Kids
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Bake Sale
Release:
1. August 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

the-cool-kids-the-bake-sale-cd-bewertungendeChicago und Detroit sind die wohl die erfolgreichsten Rap-Städte der Midwest-Area. Aus genau diesen Metropolen kommen Mikey Rocks und Chuck Inglish, die gemeinsam das Duo The Cool Kids bilden. Da es für die beiden und ihr „The Bake Sale“ einiges an guten Kritiken gab, entschloss ich mich auch zu einer Anschaffung. Von typischem Midwest-Sound Kayne West oder Black Milk wird man hier definitiv nichts finden, vielmehr klingen ihre selbstgemachten Beats etwas nach Garagenproduktionen. Minimalistisch, dreckig, hart. Die Rhymes sind dabei sehr relaxt, die Flows schlicht, aber cool.

Opener „What Up Man“ zeigt schon sehr gut, was man auf diesem 11 Track starken Werk so alles erwarten kann. Schlichter und hart hämmernder Beat, dazu ein paar Claps und ein paar Stimmen im Hintergrund, die sich immer wiederholen. Leider gehen die Rhymes hier etwas unter, daher insgesamt ein nicht wirklich berauschender Beginn. „One Two“ gefällt mir da schon deutlich besser. Düstere Sonar-Geräusche unterlegen den freshen und variierenden Beat und auch Mikey und Chuck kommen wesentlich mehr zur Geltung. „Mikey Rocks“ klingt irgendwie dreckig, abgefahren, einfach und durchdacht zugleich, lässt sich eigentlich kaum beschreiben, obwohl die Produktion auch hier nicht sonderlich aufwendig erscheint. Besonders der Einsatz einer Sitar bringt etwas Abwechslung und orientalisches Flair.

Single „88“ hat meiner Meinung nach irgendwas von einer Rock-Band aus Jugendlichen, die im Hobbyraum des Vaters ihre Stücke spielen. Wie ich darauf komme? Lediglich Schlagzeug und E-Gitarren in Zusammenhang mit einem kaum wahr zu nehmenden Beat begleiten die beiden MCs und schaffen so diese Atmosphäre. „What It Is“ hat hingegen schon leichte Anleihen zum Drum’n’Bass, ist daher eindeutig Geschmacksache. Ich finde es sehr nervig. Dafür gibt es mit „A Little Bit Cooler“ einen echten Smash und damit das absolute Album-Highlight. Langsame, schwerfällige und treibende Bässe, sowie Synthies die mich etwas an die Neptunes erinnern, kommt alles sehr nice, genau wie die Raps, die doch häufiger im Tempo variieren und somit keine Langeweile aufkommen lassen.

Auch „Gold And A Pager“ klingt auch irgendwie nach Neptunes, dieses Mal erinnert es mich sogar an einen konkreten Song, nämlich „Whip Game Proper“ von Twista. Alles in Allem eine hörbare Nummer, aber wie das komplette Album nicht für jeden geeignet. „Bassment Party“ macht seinem Namen alle Ehre. Es erfüllt beide Inhalte des Wortspiels Bassment (Mix aus Bass und Basement) und eignet sich perfekt für eine Party im Keller, bei der die Boxen zum Glühen gebracht werden sollen. Die letzten beiden Songs „Jingling“ und „Don’t Trip“ lassen sich kurz und in einem Wort zusammenfassen: stinklangweilig. Ich kann mir wirklich niemanden vorstellen, der an diesen Tracks Gefallen findet.

„The Bake Sale“ orientiert sich in keinster Weise an den Charts oder dem Mainstream. Es ist abstrakt und etwas völlig Neues, kommt einfach produziert rüber, hat dennoch ein Konzept. Meiner Meinung nach bekommt der Hörer hier zu schwere Kost, mit der man nur in den seltensten Situationen etwas anfangen und sie genießen kann. Wer hier typischen Midwest-Rap sucht ist definitiv an der falschen Stelle, alle diejenigen, die mal etwas völlig anderes suchen können gerne mal reinhören und finden vielleicht genau das Richtige für sich.

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