The Almost September EP von „Almost September“

Küstler:
Almost September
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Almost September EP
Release:
31. Oktober 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

almost-september-almost-september-cd-bertungendeMC Lyte is back! Wenn auch nicht alleine, sondern mit ihrer neu gegründeten Formation Almost September, welche auch noch J-Lee und Whitey umfasst. Um den doch etwas außergewöhnlichen Namen kurz zu erklären, ist ein Ausflug in die Astronomie notwendig, denn da steht September für das Streben nach Perfektion, sprich Almost September bedeutet quasi soviel wie fast perfekt. „The Almost September EP“ ist der Vorbote zum 2009 erscheinenden Debüt-Album, beinhaltet 7 Tracks, die alle selbst produziert wurden und als Gäste Altmeister KRS-One, Sleepy Brown und Mika Lett enthalten. Ansonsten stemmt die trotz ihrer 37 Jahre immer noch sehr frische MC Lyte die Platte fast komplett alleine, bekommt jedoch ab und zu etwas Unterstützung von ein paar Background-Vocals.

Ein wohl perfekter Titel für diese EP wäre „Love Is The Message & The Message Is Love“, denn um fast nichts Anderes dreht sich die Musik der drei, was für Los Angeles Verhältnisse doch etwas ungewöhnlich ist, nichts desto trotz eine willkommene Abwechslung. Einen ersten Beleg dafür bekommt man gleich mit „Love“, ein kraftvoller Opener, dem besonders KRS-One seinen Stempel aufdrückt, doch auch Lyte macht einen guten Job, auch wenn ihr Flow vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Nebenbei haucht Sleepy Brown noch den Hook ins Mic und rundet so den Track ab. „Beautiful“ wird seinem Titel mehr als nur gerecht. Angenehme und sehr melodische Grooves, die einem auch im Herbst die Sonne aus dem Speaker scheinen lassen, begleiten eine Rapperin, die hier das erste Mal wirklich auf sich aufmerksam machen kann, nachdem sie neben KRS-One doch etwas untergegangen ist.

Eine jazzige Note bringt „Stay“ mit sich, geht ebenfalls in die etwas entspanntere und melodische Richtung und verleitet etwas zum Träumen – nice! „Infatuation“ dreht sich, wie der Name schon sagt, ums verliebt Sein. Eher ruhig und durch das Pianospiel fast schon sinnlich, allerdings auch peppig, was den Scratches zu verdanken ist, ein Ohrwurm durch und durch, bei dem sich MC Lyte und Mika Lett als tolles Duo ausweisen können. Etwas härter und kraftvoller wäre Revolution gestaltet. Aussagekräftige und selbstbewusste Beats kommen hier zum Einsatz und werden ebenfalls durch ein Piano ergänzt, allerdings auf komplett andere Art und Weise als beim Vorgänger. Die bissigen Raps von MC Lyte sind hier der reinste Genuss und lassen einen schon fast mit offenem Mund vor der Anlage sitzen. Bemerkenswert ist hier auch die lyrische Leistung der Almost September Kollegen, die zeigen, dass sie mehr können als nur produzieren. Alles in Allem wohl das Highlight dieser Platte.

Einen frischen gute Laune Song bekommt man mit „Fly Away“ geboten, ein Track, bei dem besonders der Refrain mit seinen tollen Klängen, Melodien und Gesängen gelungen ist und einen in seinen Bann zieht. Zum Ausklang findet man mit „The Best Day“ eine eher ruhige und tiefgründigere Nummer, die zwar zu gefallen weiß, jedoch definitiv nichts für jede Gelegenheit ist und damit nicht sehr „alltagstauglich“.

Die Debüt-EP von Almost September ist wirklich gelungen, wollen wir hoffen, dass diese Arbeit auch auf dem darauffolgenden Album so fortgeführt wird. Es fehlen zwar wirkliche Hits, doch das ist hier eher nur Nebensache. Der Inhalt und der künstlerische Wert ist das was zählt. Wer auf alternativen Hip Hop abseits des Gangster-Genres steht und dabei auf melodische Instrumentals nicht verzichten möchte liegt hier absolut richtig, Fans der alten MC Lyte Sachen sowieso. Auch wenn man solch kurzen EPs eher abgeneigt ist, sollte man der Platte wirklich einmal eine Chance geben. Es lohnt sich!

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