Tear Gas von „The Jacka“

Küstler:
The Jacka
Redaktions-Wertung:
Titel:
Tear Gas
Release:
31. Juli 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

the-jacka-tear-gas-cd-bewertungen-deBay Area Rap erfreut sich nicht nur in den Staaten immer größerer Beliebtheit, auch bei uns wächst so langsam aber sicher eine Fangemeinde heran. Dies bekommt nun auch Mob Figaz Mitglied The Jacka zu spüren, denn sein aktuelles Album „Tear Gas“ wird das erste sein, das auch in Deutschland vertrieben werden wird. Die bisherigen Verkaufszahlen sprechen für sich, es ist jetzt schon das erfolgreichste Album des 32-jährigen MCs aus Pittsburg, Kalifornien. Dies wird in erster Linie daran liegen, dass The Jacka mittlerweile einen angesehenen Namen hat und sich deshalb nicht nur Homies aus der Bay, wie z.B. AP.9, E-40 oder J.Stalin, sondern auch andere, die man hier nicht unbedingt erwartet, wie Zion I, Cormega, Planet Asia, Freeway oder Paul Wall, mit ins Studio geholt.

Stolze 19 Tracks umfasst „Tear Gas“, die man sich ohne Unterbrechung von Interludes anhören kann. Den Anfang macht dabei „Summer“, ein Song, der für Kalifornien wie geschaffen ist. Unglaublich chillig und mit einer Leichtigkeit versehen, die einen zum Träumen bringt, was besonders durch Matt Blaque und seinem gesungenen Hook zu verdanken ist, ansonsten bekommt der Jack Artist noch weitere Unterstützung durch Mob Figaz Kollege Rydah J Klyde. Auch die erste Single „Glamorous Lifestyle“ zusammen mit Oldie Andre Nickatina geht in diese Richtung. Hier ist besonders eine Panflöte in Kombination mit einem trommelnden Beat, ein paar emotionalen Synthies und einem Klavier dafür verantwortlich, dass das komplette Klangbild sehr harmonisch und emotional rüberkommt, das gilt sowohl für Strophen als auch Refrain. Der Neu-Cash Money Millionaire Freeway gibt sich auf „They Dont Know“ die Ehre und schmetter gleich zu Beginn eine aggressive Performance hin, die einem die Schuhe auszieht. Generell sorgt der ganze, eher elektrische Sound, für Gänsehautatmosphäre und passt damit gut zum Artwork des Albums.

Sehr löblich ist, dass The Jacka bei diesem Werk auch mal neue Wege einschlug und auch Leute wie die Indie Crew Zion I eingeladen hat. Sie sind bei „Dream“ neben Jacka’s langjährigem Kollegen Ampichino mit am Mic vertreten. Teils mystische Hintergrundmelodien, aber auch fröhliche Sounds sind mit dabei und gestalten den Track so sehr interessant und tatsächlich etwas wie im Traum. Schöner Nebeneffekt ist dabei, dass die Jungs jede Strophe mit „It was all a dream“ beginnen und dabei an den verstorbenen Notorious B.I.G. erinnern. Nach dem etwas temporeicheren „Wont Be Right“ (feat. Cellski) erreichen wir mit „Keep Callin“ einen Slow Jam, der seinem Adjektiv mehr als nur gerecht wird. Freaky und geheimnisvoll mit einem Touch an Erotik – so lässt sich der Track wohl am Besten beschreiben. The Jacka macht hier einen guten Job, doch Feature Devin The Dude passt hier einfach so perfekt mit seinen nicht ganz jugendfreien Rhymes, dass er den Hauptact doch etwas in den Schatten stellt.

Noch mehr Down South Flavor bringt der zweite Gast aus Houston, Texas mit und zwar kein Geringerer als Paul Wall. „Get It In“ heißt der Song, auf dem er mit dabei ist. Trotz eines eher emotionalen Styles punktet der Track in erster Linie mit seiner Geschwindigkeit, die sowohl von den beiden Rappern als auch Sänger Masspike Miles wunderbar umgesetzt wird und so ein gleichzeitig entspannter aber auch mitreißender Titel dabei rauskommt. Etwas Soul fließt in „Whats Your Zodiac“ (feat. Phil Da Agony) mit ein, danach wird auf „Dopes Forreal“ wieder ganz auf Atmosphäre gesetzt. Dunkle und kraftvolle Beats treffen hier auf bedrückende, violinenähnliche Töne, dazu rappt Jacka sehr ruhig, richtig ungewohnt, aber dafür richtig gut. Sehr schlicht, lediglich ein paar Claps, Drums und eine Klaviermelodie ist „Callin My Name“ (feat. Mistah F.A.B.), gleichzeitig aber auch wunderschön, vom Feeling her wohl das Highlight von „Tear Gas“.

Auch ein paar kritische Töne werden mit „What Happened To The World“ angeschlagen. Unterlegt wird dies mit ein paar Scratches und einem Beat mit etwas Old School Style, dazu durchgehende Vocal Samples, die den Titel des Songs immer wiederholen und einem insgesamt doch recht smoothen Soundgebilde, das diesen Track reingehen lässt wie Butter. Auch bei den restlichen Songs reißt die Qualität nicht ab. Angefangen bei der vor Lebensfreude sprühende Kollabo mit Planet Asia auf „The Movement“, dessen fröhlichen Klänge sofort für gute Laune sorgen, fortgeführt mit dem nachdenklichen und durch Regengeräusche dunkel gehaltenen „Storm“ zusammen mit Queensbridge Legende Cormega und vollendet durch „All Over Me“, das eine Prise R’n’B beinhaltet und durch seine melodische Art schnell auf Anklang beim Hörer stoßen sollte.

The Jacka hat mit „Tear Gas“ alles richtig gemacht, lediglich ein bis zwei absolute Bomben hätten noch zur Höchstwertung gefehlt. Ein umfangreiches Album mit 19 Songs, von denen keiner (!) schlecht oder misslungen ist, viel Emotion bietet und mit einem großen Star Ensemble an Gästen auffährt – wenn ein Bay Area Album die Veröffentlichung in Good Ol‘ Germany verdient hat, dann dieses hier.

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