Kritik | Str8 Killa von “Freddie Gibbs”

Küstler:
Freddie Gibbs
Redaktions-Wertung:
Titel:
Str8 Killa
Release:
6. August 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Mit 28 gehört man zwar nicht mehr zu den jüngsten, dennoch ist es noch nicht zu spät sein Debüt zu veröffentlichen, so wie es bei Freddie Gibbs der Fall ist. Auf ein Album müssen wir zwar noch etwas warten, dafür gibt uns die „Str8 Killa“ EP schon mal einen kleinen Einblick in das Schaffen des Rappers aus Gary, Indiana. Dass der Junge bereits einen guten Ruf genießt, erkennt man, wenn man einen Blick auf die Features genießt, denn mit Texas Veteran Bun B, Cool Kids Member Chuck Inglish, West Coast Rookie Jay Rock, Kid Cudi Homie Chip Tha Ripper oder Black Keys Sänger Dan Auerbach sind schon ein paar prominente Namen dabei. Nun muss Freddie zeigen, dass er den Vorschusslorbeeren auch gerecht wird.

Los geht’s mit „Str8 Killa No Filla“, einer der drei Block Beattaz Produktionen dieser EP. Passend zum Titel ist der Sound hart und dunkel gehalten, besonders die mit Power hämmernden Beats prägen das Bild. Freddie Gibbs überzeugt mit Gangsta Lyrics und einem variablen Flow, sein Gast Big Kill klingt dagegen etwas langweilig. Eine Spur ruhiger geht es bei „Rep 2 Tha Fullest“ zur Sache. Smoothe, melodische Klänge und ein insgesamt entspanntes sommerliches Flair sorgen mit den Verses von Freddie und Jay Rock, dass ein ordentlicher Chill-Track entsteht. „National Anthem (F*ck The World)“ war die erste Single von „Str8 Killa“. Freddie Gibbs steht hier alleine am Mic, erzählt uns von seinem harten Leben und dies mit einem wirklich klasse Rap-Style, der einen vor dem Speaker fesselt. Unterlegt wird dies mit einem nachdenklichen und emotionalen Stück, der eingesungene Refrain hingegen strotzt vor Selbstbewusstsein. Ein kleines Problem dieser EP ist, dass ab nun die Abwechslung etwas kurz kommt. Zwar sind Lieder wie „The Coldest“ (feat. B.J. The Chicago Kid), „Personal OG“ oder „Live By The Game“ einzeln ganz gut, doch sie klingen eben fast alle gleich, gehen dank der melodischen Art und den Highspeed-Raps von Freddie zwar schnell ins Ohr, doch man vermisst das Besondere, was dafür sorgt, dass man sich danach noch daran erinnert. Hier ist es eher so, dass man kaum bemerkt wenn ein neues Lied läuft und das sollte nicht sein. Eines der besten Stücke dieser Platte finden wir mit „Rock Bottom“, das mit seiner souligen Art und dem Mix aus Beat mit diversen Instrumenten schnell für gute Laune sorgt, dazu wird dieser relaxte Smash von den sehr gut harmonierenden Freddie Gibbs und Bun B hochwertig abgerundet. Den Abschluss dieser 8 Song starken EP macht Single Nr. 2, „Oil Money“, bei der uns Bun B wieder begegnen wird. Ihm und Freddie stehen Chuck Inglish, Chip Tha Ripper und Dan Auerbach zur Seite. Durch eine Blues-Note bekommt der Track seine Seele, E-Orgel, Piano, E-Gitarre und der düster wummernde Bass sorgen dabei für die richtige Atmosphäre. Dass durch die vielen Künstler einige Abwechslung hinein kommt, versteht sich ja von selbst, Highlight sollte der toll eingesungene Refrain von Dan Auerbach sein.

Ein Anfang ist gemacht, Freddie Gibbs liefert mit „Str8 Killa“ ein durchaus ordentliches Debüt. Zwar gibt es ein paar Lichtblicke, besonders Freddie’s Flow macht wirklich Lust auf mehr, für eine überzeugende Wertung fehlt es jedoch an etwas Kreativität und neuen Ideen, was die Produktionen betrifft. Zusammenfassend kann man also sagen, dass Freddie Gibbs ein durchaus talentierter Newcomer mit viel Potential ist. Ob er dieses nutzt und ob sein Stern am Rap Himmel weiter aufgeht, kann nur er mit seinem hoffentlich bald erscheinenden Album „Baby-Faced Killa“ beantworten.

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