Smoke N Mirrors von „B-Real“

Küstler:
B-Real
Redaktions-Wertung:
Titel:
Smoke N Mirrors
Release:
27. Februar 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

b-real-cd-bewertungendeJahrelang wurde B-Real’s Solo-Debüt immer angekündigt, doch es geschah nie etwas. Nun geschieht zu Jahresbeginn 2009 das, woran viele schon nicht mehr geglaubt haben: die Stimme von Cypress Hill veröffentlicht „Smoke N Mirrors“. Das Werk erscheint über Buckshot’s Label Duck Down Records, welches sich in den letzten 2 Jahren zur festen Größe im Biz gemausert hat. Auf größere Experimente wurde dabei verzichtet, was aber aufgrund einiger verkorkster Cypress Hill Alben auch ganz gut so ist. Dafür bietet die Legende des nasalen Sprechgesangs soliden West Coast Sound, so wie man ihn sich von diversen Größen aus L.A. öfter wünschen würde. Als Gäste sind unter anderem B-Real’s Chef Buckshot, Snoop Dogg, Damian Marley, Sen Dog, Sick Jacken oder Kurupt mit dabei und auch die Produzentenliste wird von u.a. Scoop Deville, The Alchemist oder Soopafly geziert.

Der erste Track „Smoke N Mirrors“ wird mit einer chilligen Melodie und etwas Gesang eingeleitet, danach beginnt ein trommelnder, mit Claps unterlegter typischer West Coast Beat an zu pumpen und man hat schon fast das Gefühl der Erleichterung, B-Real endlich auf seinem eigenen Album zu hören. Ähnlich hart ist auch gleich der nächste Song „Gangsta Music“, allerdings kommt durch funky E-Gitarrensound und den ultra lässigen Gesang von Feature Bo Roc auch noch ein sehr smoother Part hinzu, der das Ganze gut anzuhören macht. Xzibit gibt sich neben Young De auf „Don’t Ya Dare Laugh“ die Ehre, leider ist das Instrumentel nicht wirklich aufregend, daher ist auch das gesamte Stück nicht wirklich als Highlight zu werten. Umso besser gelang dafür die Buckshot Kollabo, die auf eine verschickte und düstere Soopafly-Produktion zurückgreift und etwas an vergangene Cypress Hill Tage erinnert.

Worauf sich wohl viele freuen werden, ist der Auftritt von Sick Jacken. Er und B-Real haben schon vor über 10 Jahren perfekt harmoniert, so auch hier auf „Psycho Realm Revolution“, das im flotten Chicano Style um die Ecke kommt und einen mit seinen sommerlichen Klängen und den beiden einmaligen Stimmen sofort in die Barrios von Los Angeles versetzt. Etwas Jamaika hingegen bringt „Fire“ mit sich. B-Real und Gast Damian Marley machen auf dem sehr entspannten und Reggae lastigen Smash eine äußerst gute Figur, sodass man sich nun schon fast fragt, ob dieses Album zur richtigen Zeit veröffentlicht wurde, denn es passt doch eher in die warmen Monate. „10 Steps Behind“ (feat. Young De & Tekneek) macht aufgrund seiner kraftvollen Pianomelodie und dem nicht unterzukriegenden Beat einen eher großspurigen Eindruck, passt aber perfekt zur hellen Stimme B-Reals. Als nettes Gimmick am Rande dienen die teilweise an die Songs angehängten Interludes, die von Radiolegende Julio G eingespielt wurden und einem tatsächlich das Gefühl verleihen gerade Radio zu hören.

Was an „Smoke N Mirrors“ auch schön zu sehen ist, dass B-Real mit der Zeit geht und sich auch neuen Trends öffnet. „Dr. Hyphenstein“ wäre eine solche Nummer und wie der Name schon verrät, bekommt man hier einiges an Hyphy-Sound auf die Ohren gezimmert. Allerdings sind diese Synthie-Elemente nicht all zu dominant, sogar recht melodisch und dank des Gesangs von Feature Trace Midas sollten selbst Hyphy-Muffel dem Track etwas abgewinnen können. Auch die Vorstellungen der drei Rapper B-Real, Snoop Dogg und Young De sind gelungen, wobei gerade der etwas altersschwache Doggfather eine gute Figur macht.

Die einzigen Songs, auf denen B-Real alleine zu hören ist, findet man mit „Stack’n Paper“ und „Dude Vs. Homie“, die beide zu den besten Liedern zählen, gerade zweitgenanntes begeistert mit tollem Akustikgitarrensound und einem B-Real, der sich dazu hinreißen hat lassen, den Refrain einmal selbst einzusingen. Das Albumhighlight schlechthin sollte wohl „1 Life“ zusammen mit dem Kollegen Sen Dog sein. Auch dieser Track begeistert wieder einmal mit südamerikanischen Klängen, die einen entspannt zurücklehnen lassen um dabei zu lauschen, wie die beiden Cypress Hill MCs mal auf Englisch, mal auf Spanisch rhymen. Zu guter Letzt wird auch noch ein bisschen G-Funk geboten und zwar mit keinen Geringeren als Too Short und Kurupt auf „When We’re Fucking“.

B-Real hat das geschafft, was Cypress Hill in den letzten Jahren verwehrt blieb, nämlich ein durchgehend konstant gutes Album auf die Beine zu stellen. Zwar sind ein paar mittelmäßige Songs nicht zu verbergen, die Skip-Taste bleibt jedoch verschont. Lyrisch bietet uns B-Real zwar das, was er uns schon seit über 15 Jahren erzählt, doch wer will auch schon etwas anderes von ihm hören? Im Gegensatz zu z.B. Snoop Dogg oder The Game schafft es B-Real endlich mal wieder den West Coast typischen Sound auf Platte zu bannen, was sicher jeden Freund von Hip Hop aus Kalifornien erfreuen dürfte und man deshalb mit einem Kauf bestens beraten ist.

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