Sickology 101 von „Tech N9ne“

Küstler:
Tech N9ne
Redaktions-Wertung:
Titel:
Sickology
Release:
29. April 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

tech-n9ne-stickology-101-cd-bewertungendeErst letzten Sommer bescherte Tech N9ne seinen Fans mit „Killer“ ein absolutes Highlight, nun steht schon wieder eine Veröffentlichung ins Haus. „Sickology 101“ ist nach „Misery Loves Company“ das zweite seiner Collabo Alben Serie, was so viel zu bedeuten hat, dass Tecca Nina auf so gut wie keinem Song alleine auftritt, allerdings ist dies in Zeiten, in denen immer mehr Features verpflichtet werden, keine all zu große Besonderheit mehr. Auf der natürlich sehr langen Gästeliste befinden sich hierbei alte Bekannte von Tech wie Krizz Kaliko, B.G. Bulletwound, Big Scoob oder Kutt Calhoun, aber auch Crooked I, Krayzie Bone oder Messy Marv lassen etwas von sich hören.

Titelsong „Sickology 101“ macht genau da weiter, wo „Killer“ aufgehört hat, nämlich mit einem wahren Banger. Zusammen mit Chino XL und Crooked I feuert Tech N9ne seine Reime über ein von massig Synthesizer-Effekten geprägtes Instrumental mit ordentlich Power, welche durch ein bisschen Geschrei im Hintergrund noch weiter aufgeheizt wird. Nach diesem Stimmungsmacher kommt „Midwest Choppers 2“ gerade recht. Düster, mystisch und schnell, das erinnert etwas an den alten Style von Bone Thugs-N-Harmony, passender Weise ist ihr größter Star Krayzie Bone als Feature mit am Start. Der legt auch mal wieder eine traumhafte Vorstellung hin, jedoch stehen ihm Tech N9ne und Gast Nr. 2 K-Dean in nichts nach und schießen ihre Verse mit einem solchen Tempo aus dem Magazin, sodass man schon voll konzentriert dabei sein muss, um mitzukommen.

„Poh Me Anutha“ (feat. Kutt Calhoun & Potluck) sorgt für etwas Humor, denn es dreht sich hier lediglich um Alkoholkonsum, wobei besonders der einfach mitzusingende Refrain biegt die Fun-Kurve deutlich nach oben. Die wohl stärkste Phase hat „Sickology 101“ definitiv im Mittelteil. Eingeleitet wird diese mit „Let Me In“ zusammen mit Cash Image und D Loc Da Chop, das durch den eingesungenen Hook und die melodische Untermalung mal eine etwas neue Seite bietet. Massig Streicher und Tech N9ne’s einmalige, tiefe Stimme sind der Hauptgrund für die großartige Gänsehautatmosphäre von „In The Air“ (feat. Craig Smith & Nesto), allerdings muss man auch die Gäste loben. Albumübergreifend dürfte dies der beste Song der Platte sein. Einen der wenigen Tracks, bei denen Tecca Nina ganz alleine performt, findet man mit „Blown Away“. Insgesamt klingt die Nummer sehr traurig und behäbig, steckt also voller Gefühle, genau die richtige Bühne für einen MC, der mit Rap und Gesang sowohl Aggression als auch Verletzlichkeit so gut ausdrücken kann, wie kaum ein zweiter.

Ein weiteres Element fliesst mit Rock in die Tracklist ein. „Far Away“ heißt die Nummer, bei der hauptsächlich E-Gitarren den Sound bestimmen, allerdings auf eher ruhige und emotionale Art, anstatt zu hart zu wirken. Feature Krizz Kaliko schafft es hier etwas Tech die Show zu stehlen, was auf diesem Werk sonst eigentlich keiner schafft. Ein Beleg dafür ist u.a. auch das flotte „Creepin'“, bei dem der 37 Jährige Rapper aus Kansas City, Missouri mal wieder zeigt, dass er ein Ausnahmekünstler ist und trotz der Features B.G. Bulletwound und Paul Mussan dem Song zu hundert Prozent seinen Stempel aufdrückt, was auch bei fast allen anderen Tracks der Platte der Fall ist, trotz der vielen Gäste. Zum Abschluss von „Sickology 101“ wird mit „Areola“ die Stimmung noch einmal mächtig gepusht. Treibende Beats, fetzige Synthies und ein Refrain, der an den Tag Team Klassiker „Whoomp! (There It Is)“ angelehnt ist, sorgen dafür, dass man mit Tech N9ne und den 816 Boyz abgeht und gar nicht möchte, dass der Titel jemals endet.

Auch in diesem Jahr reißt die Serie von Tech N9ne nicht ab und er bringt mal wieder ein Album mit seinem  nverkennbaren und einmaligen Style, sehr abwechslungsreich in Produktion und Lyrik und das alles auf top Niveau. Durch die vielen Gäste fehlt zwar etwas der Charme eines Solo-Albums, aber das ist ja gewollt, schließlich handelt es sich um die Collabo Reihe. Wem „Killer“ gefallen hat, dem gefällt garantiert auch „Sickology 101“. Doch auch diejenigen, die Tech N9ne bisher noch nicht kennen und auf die etwas härtere Schiene aus dem mittleren Westen abfahren, sollten hier unbedingt einmal rein hören.

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