Revolutions Per Minute von „Reflection Eternal“

Küstler:
Reflection Eternal
Redaktions-Wertung:
Titel:
Revolutions Per Minute
Release:
21. Mai 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Stolze zehn Jahre liegt das letzte Reflection Eternal Album zurück, nun sind Hi-Tek und Talib Kweli nach diversen Solo-Projekten wieder vereint, um uns mit „Revolutions Per Minute“ einen Nachfolger zu ihrem Klassiker „Train Of Thought“ aus dem Jahr 2000 zu präsentieren. Stellt sich nun die Frage, ob das Album tatsächlich so revolutionär ist, wie sein Titel verspricht. Unterstützung gab es dafür ausschließlich in lyrischer Form, da Hi-Tek selbstverständlich die komplette Produktion übernahm. Mit an Bord sind neben Talib’s ewigen Begleitern Res und Mos Def auch Texas Veteran Bun B, Pop-Sternchen Estelle oder Jay-Z’s neue Entdeckung J. Cole. Für Vorfreude sollte also gesorgt sein, checken wir nun den Inhalt von „Revolutions Per Minute“.

Ein relativ ausführliches Intro erklärt dem Hörer noch einmal kurz, um was es bei dieser Platte geht, dann legen Reflection Eternal mit Titel Nummer 2, „City Playgrounds“ so richtig los. Man darf hier keinen feurigen Einstand erwarten, vielmehr geht es relaxt zur Sache. Ein recht unspektakuläres Stück aus den Händen Hi-Teks begleitet Wortakrobat Kweli, der wie auf seinen letzten Werken keine Mühe hat, den Hörer in seinen Bann zu ziehen, schade, dass die musikalische Untermalung etwas kraftlos daher kommt. Einen deutlich frischeren Eindruck hinterlässt da „Back Again“, dessen rhythmische Drums für Dynamik sorgen, Talib zeigt, dass er keine Probleme hat auch mal etwas schneller zu rappen, dazu lockert ein sehr melodischer und gleichzeitig smoother Refrain, eingesungen von Res, für die nötige Abwechslung, um den Track nicht langweilig wirken zu lassen. Kritik an Regierung und Gesundheitswesen liefert uns Talib in Zusammenarbeit mit Bun B auf „Strangers (Paranoid)“. Die letzten Kollabos der beiden waren ja eher fröhlich („Country Cousins“, „Real Women“), aber mit diesem Track zeigen sie, dass auch eine etwas ernstere Thematik wunderbar gemeinsam bearbeitet werden kann. Hi-Tek liefert dazu ein energiereiches, aber auch dunkles Stück, das durch seine Bläser im Hintergrund zusätzliche Power bekommt, was die Message gleich ein bisschen besser rüber bringt. „Got Work“ wummert geheimnisvoll daher, Snaps und ein künstliches Pfeifen führen in Kombination mit Kweli’s Raps für eine tolle Atmosphäre und ein Gesamtbild, das man am Besten mit geschlossenen Augen im Sessel genießt.

Estelle stellt den Gastpart zu „Midnight Hour“. Wie man sich schon denken kann, geht es hier etwas poppiger zur Sache, doch das macht rein gar nichts. Inhaltlich geht es nur um eine Liebelei, dementsprechend fröhlich ist auch der Sound des Songs. Flott und mit ordentlich Blues Einfluss, aber auch einem ab und an recht ausgeflippten Beat geht es hier zur Sache, sodass schon von Beginn an für gute Laune gesorgt ist – ein perfekter Titel für den Sommer. Wo es hier noch um die schönen Seiten des Lebens ging, so widmet sich „Lifting Off“ einem negativen Thema: Drogen. Das Instrumental ist zwar angenehm soulig, dennoch spürt man mit Kweli am Mic die hemmende Wirkung von Rauschmitteln. Nicht nur die Umsetzung ist hier mehr als gelungen, auch dass das Stück etwas zum Nachdenken anregt ist echt top. Worum es bei der „Ballad Of Black Gold“ geht, kann sich wohl jeder schon am Namen denken. Öl, seine Förderer und natürlich die darunter leidende Bevölkerung stehen hier im Fokus, wieder einmal so wunderbar von Talib Kweli vorgetragen und von Hi-Tek musikalisch unterstützt, dass es einen packt und nicht mehr los lässt, so muss das bei einem großen MC sein. Vieles spricht bei „Revolutions Per Minute“ dafür, dass es sich um ein echtes Meisterwerk handelt, allerdings trübt auch der ein oder andere etwas weniger mitreißende Song wie „In The Red“, „Long Hot Summer“ oder „So Good“ das Gesamtbild der Platte. Genug gutes Material gibt es dennoch. Ein Beispiel wäre das leicht verträumte „Just Begun“ (feat. Jay Electronica, Mos Def & J. Cole), das die laid back Stimmung des Albums perfekt repräsentiert, doch auch Ausbrecher wie das zum Tanzen geeignete „Get Loose“ (feat. Chester French) komplettieren ein durchaus gelungenes Werk.

In einem Business, in dem es immer mehr um die materiellen Dinge des Lebens geht, ist es sehr erfrischend solche Platte wie „Revolutions Per Minute“ in den Player zu legen, noch dazu wenn es von einem großen Label wie Warner Bros. unterstützt wird. Eine tatsächliche Revolution oder bahnbrechende neue Musik wird man hier zwar keine finden, dafür ein Album, das mit Liebe und Verstand aufgenommen wurde und damit jedem Fan von Conscious Rap gefallen sollte.

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1 Kommentar

  1. ich denke es handelt sich bei diesem album um das vielleicht vollkommenste werk in sachen hip hop seit snoops „doggfather“

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