Return Of The Wu von „Mathematics & Wu-Tang Clan“

Küstler:
Mathematics & Wu-Tang Clan
Redaktions-Wertung:
Titel:
Return Of The Wu
Release:
12. Februar 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Der Wu-Tang Clan schien in den letzten beiden Jahren so stark wie lange nicht mehr, zumindest was die Solo-Werke angeht. Auch 2010 darf der Fan sich auf weitere Releases freuen, besonders „Manifesto“ von Inspectah Deck oder die Kollabo von Method Man, Raekwon und Ghostface Killah sollten dabei heiß erwartet werden. Den Anfang in diesem Jahr macht jedoch Mathematics, seines Zeichens Teil der Wu-Elements, Tour DJ des Clans und natürlich Schüler des großen RZA, mit seiner Zusammenstellung „Return Of The Wu“. Diese beinhaltet diverse Produktionen von ihm, die zwischen 2000 und 2008 entstanden, auch die ein oder andere Neuauflage altbekannter Tracks ist mit dabei. Das Schöne an der Platte ist dabei, dass sie viel mehr wie ein Album vom Clan wirkt als eine einfache Ansammlung alter Tracks, nur eben ohne RZA Beats. Nun genug der Worte, let the Music play.

Ganz zu Beginn findet man mit „Clap“ und „Respect“ zwei Tracks vor, die den Zusatz „2010“ im Titel tragen. Das ist gleich ein Indiz dafür, dass es sich um Remix Versionen bereits bekannter Tracks handelt, tatsächlich sind die Originale etwas älter, „Respect“ findet man z.B. auf Mathematics‘ 2003er Debüt „Love, Hell Or Right“. Nun aber zum Musikalischen. „Clap“ legt mit den altbekannten Kung Fu Film Samples und einem smoothen Piano-Loop, garniert mit einem Schlagzeug, schon sehr ordentlich los und zeigt besonders Raekwon in absoluter Bestform, neben ihm glänzen die Kollegen Ghost, Meth und U-God. Dagegen wirkt „Respect“ etwas dunkler und erinnert mit seinem Sound etwas an vergangene Tage, klingt typisch Wu, aber eben nicht nach dem Rzarector. Masta Killa, Raekwon und der Ghostface Killah sind gemeinsam bei „It’s What It Is“. Cocky & confident – so könnte man den Track kurz zusammenfassen. Ein pompöses Soundfeuerwerk aus dramatischem Beat, Fanfaren und den Martial Arts Samples treibt die drei richtig nach vorne, besonders Masta Killa, dessen Flow ja eher als schlich gilt, sticht hier hervor. Für etwas Entspannung dagegen sorgt „Strawberries & Cream“, dessen relaxtes Sitar-Instrumental an morgendliche Yogaübungen vorm Shaolin-Tempel erinnert, dementsprechend lässig lassen es Inspectah Deck, RZA und Ghost angehen – großartiger Track!

Nach zwei schnelleren Nummer namens „Steppin 2 Me“ (GZA, Masta Killa & Deck) und „All Flowers“ (Raekwon, Meth, Ghost, Deck & Ice Da Don), wurde mit Method Man’s Solo Track „John 3:16“ eine weitere Perle und ein echtes Highlight auf „Return Of The Wu“ untergebracht. In hohem Tempo treibt der Beat die Stimmung nach oben, dazu kommt gelegentlicher Instrumenteneinsatz von Piano oder E-Gitarre, wobei besonders zweitgenanntes verdammt fresh und funky kling und damit dem Song das gewisse Etwas verleiht. Meth prollt in alter Manier, fehlt eigentlich nur noch Redman, aber auch ohne ist „John 3:16“ ein echter Banger. Raekwon’s etwas ernsteres „Treez“ steht dem in nicht viel nach, überzeugt in erster Linie mit seinen gefühlvollen Melodien und der daraus in Kombination mit Rae entstehenden Atmosphäre. Mathematics lies es sich nicht nehmen, es auch einmal am Mic zu probieren. „Da Way We Were“ heißt das Stück, bei dem er uns alte Stories zum Besten gibt. Sein Flow ist ehrlich gesagt nicht wirklich der beste, eher langsam und unspektakulär, da er sich aber ein passendes Instrumental, mit slowem Bass und angenehmen und souligen Melodien, auf den Leib geschneidert hat, wird dieses Defizit gut kaschiert und ein recht ordentlicher Song steht unterm Strich zu Buche. Zum Schluss sollte noch „Early Grave“ erwähnt werden, denn auf ihm ist noch einmal der selige ODB zu hören. Einem Wu-Fan wird sofort auffallen, dass seine Vocals schon lange bekannt sind („Dirty Mef“), das nimmt aber nur geringfügig die Freude, da ansonsten wirklich alles passt.

Klasse, was Mathematics mit „Return Of The Wu“ hier auftischt! Gerade nach dem viel kritisierten „8 Diagrams“ ist diese Platte tatsächlich fast so etwas wie ein kleines Comeback des Wu-Tang Clans. Auch wenn die Songs in einem größeren Zeitraum entstanden, passen sie gut zueinander, es fällt nicht einmal auf, dass es sich hier eigentlich nur um eine Compilation handel. Dass es dabei keine Ausfälle und so manches Highlight zu verzeichnen gibt, ist dabei ein toller Nebeneffekt. Als Wu-Tang Fan sollte man sich dieses Werk nicht entgehen lassen, es ist definitiv mehr als nur ein Lückenfüller zu den neuen Alben.

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