Pray IV Reign von „Jim Jones“

Küstler:
Jim Jones
Redaktions-Wertung:
Titel:
Pray IV Reign
Release:
26. Juni 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

jim-jones-pray-iv-reign-cd-bewertungen-deNach ein paar Jahren, in denen es etwas stiller um die Diplomats war, scheint es 2009 wieder mal etwas besser zu laufen. Zwar sind die Unstimmigkeiten im eigenen Lager immer noch nicht so ganz ausgeräumt, aber immerhin kommt man wieder miteinander klar. Nachdem Cam’ron ja schon „Crime Pays“ veröffentlichte und auch Juelz Santana seine Skull Gang vorstellen durfte, kommt nun das neue Album „Pray IV Reign“ von Jim Jones bei uns auf den Markt, drei Jahre nach dem letzten Werk „Hustler’s P.O.M.E.“. Besonders auffällig bei der neuen Scheibe ist die doch sehr hohe Anzahl an Gästen. Auf lediglich 2 Songs rappt Jim Jones alleine, der Rest ist mit Features beladen. Ob das gut geht?

Chink Santana, den wir noch aus seiner Zeit bei Murder Inc. kennen, ist nicht nur einer der Executive Producers von „Pray IV Reign“, er ist auch am Mic vertreten, u.a. bei dem ersten Song „Pulling Me Back“. Zusammen mit dem Piepsen eines Pulsmessgerätes, einem Piano und ein paar leisen Frauengesängen im Gepäck, kommt dieser Track recht ernst rüber und gehört damit zu den besseren auf diesem Album. Auch das sehr gefühlvolle „Let It Out“ kann definitiv überzeugen, allerdings nur wenn man auch wirklich auf den Text achtet, ansonsten kann das entspannte Akustikgitarren Instrumental doch schnell etwas eintönig werden. Ludacris gibt sich auf „How To Be A Boss“ neben Jim Jones und dessen ByrdGang Kollegen NOE die Ehre. Dass die Thematik nicht all zu ernst ist, dürfte jeder am Titel merken, allerdings ist da auch noch der recht harte und wenig abwechslungsreiche Beat, der bestimmt nicht jedem zusagt. Zum Glück retten die Jungs mit ihren coolen Rapstyles den Track noch einigermaßen.

„Frienemies“ ist einer der nur 2 von Jim Jones alleine eingespielten Tracks. Er handelt von falschen Freunden, ist daher natürlich nicht all zu fröhlich, sondern etwas nachdenklicher, allerdings sorgt eine E-Gitarre dafür, dass es nicht zu ruhig zur Sache geht, wenn man Jim beim philosophieren zuhört. Für den Mittelteil hat sich der Rapper aus Harlem den bis dato noch recht unbekannten Sänger Oshy zur Seite geholt. Leider war er keine all zu große Hilfe, denn „Blow The Bank“ und „This Is For My Bitches“ bewegen sich doch stark im soften und durchaus belanglosen Terrain und begeistern nur geringfügig. Wenigstens der dritte Song „Girlfriend“, bei dem auch noch Juelz Santana vertreten ist, hat etwas Feuer. Zusammengeschustert aus vielen programmierten Effekten, kraftvollen Drums und tanzbaren Rhythmen entsteht ein wirklich ordentlicher Club Track, bei dem alle drei zu gefallen wissen.

Nach diesem lyrisch nicht gerade deepen Teil steigt mit den folgenden Songs das Niveau um einiges an. Gerade das emotionale „My My My“ (feat. Rowana) ist eines der Highlights des Albums und zeigt uns eine der zahlreichen Facetten des Jimmy Jones. Knüppelhart dagegen geht es bei „Pop Off“ umher und die ByrdGang Jungs um Jones, NOE und Mel Matrix liefern sich ein wahres Gefecht mit ihren Rhymes. Leider wird die Euphorie, die dieser Song mit sich gebracht hat sofort wieder getrübt, nämlich mit dem einzigen Totalausfall der Platte, „Pop Champagne“. Nicht nur, dass die Produktion primitiv und einfach fürchterlich klingt, es wurde auch noch der momentan so angesagte Ron Browz mit seinem grauenhaften Gejaule für den Hook verpflichtet – selten so eine schlechte Nummer gehört! Glücklicherweise schafft des er Diplomat mit dem tiefgründigen „Rain“ (feat. Rell, NOE & Starr), das dank seiner vielen Emotion, die auch den Hörer berührt, noch mal ein echter Kracher ist, der den vorangegangenen Tiefpunkt ausbügelt.

Jim Jones hat mal wieder ein durchaus ordentliches Werk abgeliefert. Neben ein paar Hits findet man einiges an gelungenen Songs, die man sich problemlos durchhören kann, allerdings liefert uns Jimmy Jones damit auch nichts wirklich Neues oder Besonderes, bei dem einem wirklich mal die Spucke weg bleibt, ein paar Gäste weniger hätten der Originalität auch nicht geschadet. Fazit: solide Platte von Jim Jones, mehr aber auch nicht. Die Skip Taste bleibt verschont, dafür aber auch die Adrenalinauschüttung beim Hörer. Wer sich mit dem Rapper aus Harlem anfreunden kann, wird sicher seine Freude an „Pray IV Reign“ haben, der Rest sollte erst einmal die Hörproben nutzen, bevor man zuschlägt.

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