Pimpalation von „Pimp C“

Küstler:
Pimp C
Redaktions-Wertung:
Titel:
Pimpalation
Release:
11. Juli 2006
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

pimp-c-pimpalation-cd-bewertungendeTrotz Knastaufenthalt schaffte Pimp C es im Jahr 2005 ein mehr als beachtliches Debüt zu droppen. Nach der Entlassung ging es gleich wieder ins Studio um den Nachfolger „Pimpalation“ fertig zu stellen. Auch wenn nur ein Jahr dazwischen lag, hat sich doch einiges verändert, was den Style der zwei Platten angeht. Der viele Funk musste Texas typischen Slow Beats weichen und auch die Anzahl der Features wurde dramatisch erhöht, sodass es nur einen einzigen Solo-Track von Pimp C gibt. Mit dabei u.a. Lil Keke, Bun B, Scarface, Jagged Edge, Mike Jones, Mannie Fresh, Chamillionaire, 8Ball & MJG, Jazze Pha und viele mehr. Leider stammt nur eine Produktion von Pimp C, alle anderen von Leuten wie Myke Diesel, Beatmaster Clay D, Mr. Lee oder Mouse.

Um zu zeigen, dass er wieder da ist gibt’s nach dem Intro den einzigen Track, auf dem keine Features dabei sind. Hierbei handelt es sich um „I’m Free“, einem chilligen Country-Rap Song, der mit coolem Gitarrenspiel, Schlagzeug und Scratches auffährt und man Pimp C die Motivation wirklich anhören kann. Danach schlägt der Sound jedoch eine komplett andere Richtung ein, welcher sich auch fast über das komplette Album fortführt. „Knockin Doorz Down“ (feat. P.O.P & Lil Keke) macht hier mit langsamen und bedrückenden Beats, sowie ein paar Glockenschlägen den Anfang, ist ganz nett, aber kein Highlight. Deutlich besser ist da „Rock 4 Rock“, einer der besten Houston-Tracks, die ich kenne. Gediegenes Tempo, dazu eine Orgelmelodie und ein paar Bläser, im Hook kommen auch noch E-Gitarren dazu, sehr fein das Ganze. Neben Pimp C sind hier auch noch Bun B und Scarface vertreten. Die Namen stehen hier eindeutig für die Qualität des Songs.

Single „Pourin‘ Up“ setzt den gechillten und melodischen H-Town Style fort. Besonders die Scratches sind hier der Hammer, aber auch der Rest des Instrumentals groovt richtig. Pimp C legt eine super Performance hin, aber auch die Gäste Mike Jones und Bun B überzeugen auf ganzer Linie. Von Houston nach Atlanta nimmt uns Jazze Pha mit. Er produzierte „The Honey“, eine sehr fröhliche und melodische Nummer, bei der er gleich noch den Refrain singt und auch Jody Breeze und Oldie Tela mitbrachte, die zusammen mit Pimp C die Strophen übernehmen. Auch der Boss darf auf „Pimpalation“ nicht fehlen und so findet man ihn auf „Working The Wheel“, ein Song der perfekt zum Relaxen taugt, was Orgel und ein paar Funk-Elementen zu verdanken ist und obendrein eine tolle Kombination aus Pimp C’s heller Stimme und Slim Thug’s dunklem Organ bietet.

Einer der mit Abstand besten Tracks ist „Bobby & Whitney“, ein Song der sich mit Drogen und Liebe befasst, eben passend zum Leben von Bobby Brown und Whitney Houston. Insgesamt etwas düsterer, dennoch melodisch, einfach klasse. Diesmal heißen die Gäste 8Ball & MJG, die wie Sweet Jones eine tolle Leistung bieten. Ein Lied das aus den Händen von Mannie Fresh stammt, hat fast immer etwas mit Sex zu tun, so auch „Cheat On Yo Man“. Die Problematik des Fremdgehens wird doch flotte Bläser, fröhliche Synthies und schnelle Beats doch sehr verharmlost, besser gesagt verherrlicht. Highlight hier ist für mich Mannie Fresh, der mal wieder dafür sorgt, dass man über seine Verse nur Lachen kann, doch auch Rapperin Suga weiß zu gefallen. Die einzige Produktion von Pimp C findet man mit „Havin‘ Thangs ’06“.

Dieser Song wurde mit einer Band eingespielt, eignet sich daher besonders für Live-Auftritte, doch auch auf Platte macht der Track Spaß, auch wenn der viele Schlagzeugeinsatz vielleicht nicht jedem gefällt. Treibende und sehr elektrische Basslines findet man bei „Overstand Me“, einer großartigen Rap-Session mit Trae und Chamillionaire, wobei man sagen muss, dass Koopa den besten Part hinlegt. Gegen Ende wird „Pimpalation“ etwas R’n’B mäßiger. Angefangen bei „On Your Mind“ (ft. Jagged Edge, Big Zak, Ali & Gipp), gefolgt von dem großartigen „I Miss U“. Dieses zeigt die andere, die gefühlvolle Seite des Pimp C. Ruhig und mit angenehmen Melodien ausgestattet zieht dieser Song einen gleich in Seinen Bann. Neben Z-Ro ist auch Dauerfreundin Tanya Herron mit dabei und singt den Refrain wirklich traumhaft. Toller Abschluss eines guten Albums.

„Pimpalation“ zeigt beide Seiten der Medaille. Auf der einen ist es ein durchweg gelungenes Album, das den Texas Style hervorragend präsentiert und massig Stars bietet. Dies ist jedoch auch ein Nachteil. Unter den vielen Gästen geht Pimp C doch teilweise unter und man hat nicht immer das Gefühl, dass es sich um ein Solo-Album handelt. Außerdem fehlt es meiner Meinung nach an Funk und herausstechenden Tracks, so wie man es vom Vorgänger „The Sweet James Jones Stories“ kennt. Wer Texas und UGK mag, wird hier definitiv seine Freude haben und sollte sich die Platte unbedingt ins Regal stellen, v.a. weil es die letzte ist, die uns Pimp C bescheren konnte.

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