Our World, Our Way von „Dem Franchize Boyz“

Küstler:
Dem Franchize Boyz
Redaktions-Wertung:
Titel:
Our World, Our Way
Release:
14. Oktober 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

dem-franchize-boyz-our-world-our-way-cd-bewertungendeAtlanta. Diese Stadt steht leider schon lange nicht mehr für freshe und innovative Musik von OutKast oder Da Backwudz, sondern eher für stumpfsinnige Partymucke ohne Inhalt. Einen Beitrag dazu leisteten auch Dem Franchize Boyz, deren erste zwei Alben gelinde gesagt, einfach nur für die Tonne sind. Nach zwei Jahren Pause steht mit „Our World, Our Way“ nun der dritte Longplayer von Jizzal Man, Parlae, Pimpin und Buddie im Regal der Händler. Produziert wurde die Scheibe von bekannten Namen wie Nitti, Mannie Fresh, LT Moe, Mr. Bangladesh, T.I. oder Maestro, die Gästeliste hingegen besteht aus hauptsächlich unbekannten Leuten wie Blaze, JR Get Money, Peanut, Joe Blow oder City Black.

Den Anfang des mit 13 Songs bestückten Albums macht „Get Cha Hustle On“, ein echtes Brett mit tief hämmernden Kickbeats und einigen Crunk-Elementen. Lyrisch darf man natürlich nicht viel erwarten, bei einem solchen Album kommt es eher auf die Flows an. Diese sind zwar nicht herausragend, kommen hier jedoch sehr gut. Ähnlich geht es mit „Put U On“ weiter. Eine erneut sehr harte Bassline, dazu Synthesizer-Melodien und ein paar Snaps. Insgesamt ganz gut, nicht mehr, nicht weniger. Der wohl größte Name, der auf diesem Album mitgewirkt hat, ist der von Down South Legende Mannie Fresh. Der Mann aus New Orleans produzierte „Mr. Feel Good“ nicht nur, er übernimmt auch den Refrain.

Wie gewohnt kommen hier Mannie’s typische Drum Patterns zum Einsatz, tanzbare Beats und ein flottes Bläserspiel im Hook, das zusammen mit Mannie zum Höhepunkt des Songs wird. Insgesamt ist der Track auch einer der besten von „Our World, Our Way“. Ein bisschen was für die Ladies gibt es mit „Come Come“. Eine sehr emotionale Synthie-Komposition gepaart mit dem Gesang von Feature Blaze geht dabei rein wie Butter, die Rhymes der DFB wirken dagegen etwas plumb, machen den Song jedoch nicht kaputt. Wieder etwas schneller, allerdings mal nicht so hart, sondern sehr angenehm anzuhören kommt das sehr melodische „Shawty Foreal“ (feat. JR Get Money) rüber und lädt dadurch etwas zum Relaxen ein.

Einen ersten Totalausfall liefern uns die vier Jungs aus Atlanta mit der Single „Talkin‘ Out Da Side Of Ya Neck“. Wenn ein richtig schlechter und nervender Snap-Beat auf beschränkte Skills am Mikro trifft, kann eben nichts Besseres dabei rauskommen, als dieser Flop. Zum Glück folgt darauf mit „Turn Heads“ eine doch recht annehmbare Nummer, die etwas in den R’n’B-Bereich geht. Passend dazu singt Shootingstar Lloyd den Hook und weiß wie die Franchize Boyz zu gefallen. Für die Clubs wird mit „Roll Ya Arms“ eine kleine Wiedergeburt der Snap Music gefeiert, denn seit „Laffy Taffy“ von D4L kam aus diesem Bereich ja nicht mehr all zu viel Erfolgreiches.

Tatsächlich erinnern einige der vielen Hintergrundelemente auch an genannten Hit, dazu wie immer fette Beats und natürlich das Wichtigste: die Snaps. Für Clubs und Partys sicher mal wieder eine lohnenswerte Nummer, für den Eigengebrauch dürfte es wohl nur den Wenigsten taugen. Was „Our World, Our Way“ von dem missratenen Vorgänger unterscheidet ist, dass die DFB versucht haben Abwechslung reinzubringen. Dies geschieht zwar immer mit dem selben Mittel, nämlich R’n’B, doch es gelingt ganz gut. „#1 Girl“ geht in diese Richtung, überzeugt mit einem chilligen Mix aus Gitarre und elektrischen Sounds, was im Refrain von J Que seinen Höhepunkt findet.

„Make Ya Mad“ bedient sämtliche Vorurteile, die die Kritiker gegenüber dem Down South Rap haben, denn es wir pausenlos mit Geld, Diamanten, Klamotten und Autos geprotzt, was das Zeug hält. Lyrisch also absolut zum Vergessen, dafür passt die Unterlegung. Das Instrumental hat richtig Dampf und pumpt aggressiv im Akkord, wozu die DFB ihren Rapstyle angepasst haben und man den Song wirklich genießen kann, wenn man etwas auf Durchzug schaltet. Das Ende des Albums wird mit dem wieder mehr in R’n’B-Richtung gehenden „The Life“ (feat. City Black) eingeleitet, über das unterdurchschnittliche „I’m Fresh“ fortgeführt und findet mit dem ungewohnt düsteren „The Killers, The Dealers“ den Abschluss. Besonders der letzte Song ist eine Überraschung. Drückend, dunkel und ernst – so kennt man das Quartett gar nicht, aber damit lässt man sich gerne eines Besseren belehren.

„Our World, Our Way“ ist zwar das beste Album der Franchize Boyz, im Endeffekt aber nicht mehr als guter Durchschnitt. Die Produktionen bewegen sich zwischen Crunk, Snap, R’n’B und Standart South Style und können in den meisten Fällen überzeugen. Wären da noch Jizzal Man, Parlae, Pimpin und Buddie. Flows in Ordnung, allerdings nicht mehr. Die Texte fast immer zum Vergessen. Wer darauf nicht viel Wert legt, und das tuen die Fans der DFB leider, kann sicher beherzt zugreifen, genau wie die, die ein South Album aus ATL für Zwischendurch suchen. Der Rest sollte gründlichst vorher reinhören.

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