Only Built 4 Cuban Linx… Pt. II von „Raekwon“

Küstler:
Raekwon
Redaktions-Wertung:
Titel:
Only Built 4 Cuban Linx... Pt. II
Release:
11. September 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

raekwon-ob4cl2-cd-bewertunge-de.jpgEndlich ist es soweit: Raekwon’s „Only Built 4 Cuban Linx… Pt. II“ ist endlich auf dem Markt! Vor einer Ewigkeit angekündigt, dann ständig verschoben, außerdem sollte es auch über Dr. Dre’s Label Aftermath erscheinen, woraus bekanntlich nichts wurde – diese Platte hatte schon vor Erscheinen eine wahre Odyssee hinter sich gebracht. Nachdem Die letzten beiden Alben des Chefs ja eher mäßig ankamen, kann man hier etwas skeptisch rangehen, allerdings machen die Erinnerungen an den Klassiker von 1995 und die aktuell sehr starke Release-Phase des Wu-Tang Clans doch richtig Mut hierauf. Massig Stars an Gastrappern und Producern konnte Raekwon ankarren, um seine Dealer-Weisheiten musikalisch aufzuwerten und das Ganze auf stolzen 23 Titeln, die Europäische Version bekommt zusätzlich noch einen Bonus Track spendiert. Nach all den Jahren Wartezeit ist man nun richtig ungeduldig, also ab damit in den Player.

Schon am Cover, das dem ersten Teil nachempfunden ist, erkennt man, dass es in den Shaolin Kammern wieder harmonisch und voll motiviert zur Sache geht, zu hören bekommt man das auch gleich mit „House Of Flying Daggers“. Produziert vom seligen J Dilla, verfeinert mit den altbekannten Samples aus Martial Arts Filmen, donnert der Beat kraftvoll und ohne Rücksicht auf Verluste aus dem Speaker. Inspectah Deck zeigt mit seiner ersten Strophe, dass er wohl nach wie vor den elegantesten Flow vom Clan hat, zusätzlich greifen noch Ghostface Killah und Method Man neben Raekwon ein. Was für ein Brett, so kann es weitergehen. Die Folgende Phase erlebt einen eher ruhigen Sound, teilweise sehr von Soul geprägt und angenehm anzuhören. Die Namen Pete Rock und Marley Marl an den Reglern versprechen hier leider etwas mehr, insgesamt sind ihre Songs aber eher im gehobenen Mittelfeld anzusiedeln. Besser machte da das Mastermind himself, die Rede ist von RZA, seinen Job. Seine erste Produktion erleben wir mit „Black Mozart“, das dunkel und brachial beginnt, durch Samples aus dem „Der Pate“ Soundtrack natürlich auch einen Touch von Mafia bekommt, noch dazu sorgt der melodisch gehaltene und eingesungene Refrain für ein lockeres Element, das Abwechslung hinein bringt. Am Mic ist hier neben Raekwon und RZA erneut der Inspectah vertreten und liefert wie die anderen eine gute Show.

Lyrisch in ernstere Gefilde geht „Gihad“, das trotz des Titels überraschend slow und relaxt gehalten ist, da hat Necro ganze Arbeit geleistet, denn er schmiedete das Instrumental. Deutlich düsterer macht „Penitentiary“ weiter, bietet neben einem super aufgelegten Chef seinen nicht minder motivierten Cousin Tony Starks. Beide harmonieren wunderbar mit diesem unbehaglichen, sehr finsteren und fast schon unheimlichen Sound, der einen richtig in seinen Bann zieht. Leider leistet sich Raekwon auch immer mal wieder Lieder wie „Baggin Crack“ oder „Surgical Gloves“. Man kann nicht sagen, dass sie schlecht seien, aber Hand aufs Herz: sie sind teilweise zäh wie Kaugummi, absolut nichts besonderes und eher ein Makel auf dem Gesamtbild von „Only Built 4 Cuban Linx… Pt. II“. Energiegelade pumpt die Kollabo mit den beiden Ruff Ryders Jadakiss und Styles P namens „Broken Safety“. Zwar dumpf, doch richtig dick wummern die Bässe, voll aufgedreht vibriert die gesamte Umgebung. Die drei Jungs machen mit souveränen Vorstellungen alles richtig und wieder einmal sind es die Film Samples, die für aufgeheizte Stimmung sorgen. Dass ODB immer noch allgegenwertig ist, spüren wir spätestens mit dem ihm gewidmeten „Ason Jones“. Es wurde ein sehr gefühlvolles Stück von J Dilla ausgewählt, dessen Streichermelodien für pure Emotion sorgen, Raekwon’s besonnene und warmherzigen Reime tun ihr Übriges dazu, außerdem wurde die Stimme von ODB mit eingebaut, sodass man fast das Gefühl hat, er würde aus dem Jenseits zu uns sprechen – Gänsehaut garantiert!

„10 Bricks“ zusammen Cappadonna und Ghostface Killah erinnert etwas an den Wu-Tang Style aus den späten 90ern. Soulful, leichter Asia Touch und ein selbstbewusst pumpender Beat, könnte fast von RZA stammen, ist aber tatsächlich mal wieder J Dilla zu verdanken, man ist schon richtig erstaunt, was da noch alles an fertigen Produktionen im Keller liegen muss. Auch Dr. Dre, bei dem Raekwon ja auch schon unter Vertrag stand, kann sich in die Production Credits eintragen. Sein erster Song wäre „Catalina“ (feat. Lyfe Jennings), ein pompöser Titel, der mit Steeldrum ähnlichen Klängen für etwas karibisches Flair sorgt, man kann sich dazu richtig vorstellen, wie Raekwon auf Kuba diverse Deals abwickelt. Freunde der alten Schule werden sich über „We Will Rob You“ freuen. Schon die Einleitung, in der Slick Rick wie anno 1988 nach einer Gutenachtgeschichte gefragt wird, ist ein Highlight, der Refrain von eben Rick The Ruler im „We Will Rock You“ Rhythmus toppt das noch einmal, außerdem schmettern GZA und Masta Killa noch richtig gute Gastauftritte hin. Bis zur Schlussphase ist dies das letzte größere Highlight, es folgt wieder einmal der ein oder andere mittelmäßige Song, dafür haut „Kiss The Ring“ aber noch einmal richtig rein. Sizilianisch anmaßende Klänge direkt aus den Mafia-Katakomben sind für ein entspanntes und sommerliches Feeling verantwortlich, ein runder Beat und diese wunderbaren Melodien finden sofort den Weg ins Gehör, was auch für die smoothen Reime von Raekwon, Deck und Masta Killa gilt. Am Besten wäre es, wenn das Album mit diesem Hit geendet hätte, denn die letzten beiden Lieder sind kaum noch erwähnenswert, „The Badlands“ macht seinem Namen sogar alle Ehre und kling tatsächlich sehr „bad“.

Viel Licht, wenig Schatten – so kann man „Only Built 4 Cuban Linx… Pt. II“ kurz und knackig beschreiben. Dass die Qualität des ersten Teils unerreichbar war und ist, sollte jedem schon im Vornherein klar gewesen sein, daher war es wichtig, die mittelmäßigen Alben dazwischen zu übertreffen und das hat Raekwon locker geschafft. Besonders Wu-Tang Fans dürften sich freuen, die Jungs sind wieder da! Allerdings eignet sich die Platte auch für Neulinge. Hätte man die Tracklist auf die 16 besten Titel zusammengestaucht, so wäre das Album eine Bombe, so „nur“ gut. Nichts desto trotz ein weiteres Highlight 2009, das man als Wu-Tang Fan und East Coast Liebhaber unbedingt in die Sammlung aufnehmen sollte.

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1 Kommentar

  1. Wie kann man bei so einer Review nur den Übertrack „New Wu“ außen vor lassen???

    Anonsten sehr schön geschrieben!

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