Notorious O.S.T.

Küstler:
Various
Redaktions-Wertung:
Titel:
Notorious O.S.T.
Release:
27. März 2009
LeserInnen-Wertung:
Web:
keine Angaben

notorious-cd-bewertungendeMittlerweile ist es zwölf Jahre her, als Christopher Wallace a.k.a. The Notorious B.I.G. auf tragische Art und Weise sein Leben lassen musste. Reichlich spät kommt jetzt die verfilmte Biografie des New Yorker Rap-Idols in die Kinos und dürfte wohl nur noch eine ältere Zielgruppe interessieren.

Wie es so üblich ist, gehört zu einem Film ein Soundtrack, erst recht, wenn sich der Inhalt um einen Musiker dreht. Auf dem „Notorious“ O.S.T. befinden sich größtenteils Originalaufnahmen des Biggie Smalls. Kritiker werden sicher wieder stänkern, das mittlerweile schon alles tausend mal veröffentlicht wurde, allerdings muss man denen widersprechen, denn welche musikalische Unterlegung würde zu diesem Film besser passen als die Hits von damals? So bekommt man eine nette, wenn auch etwas unvollständige, Sammlung mit den großen Stücken von The Notorious B.I.G., darunter Perlen wie „Hypnotize“, „Notorious B.I.G.“, „Juicy“, „Party And Bullshit“, „What’s Beef?“ oder „The World Is Filled…“, die in ihrer Qualität bis heute teilweise noch unereicht sind und den Hörer zurück in die 90er versetzen.

Auch neue Sachen wurden auf diesem Soundtrack mit untergebracht, doch diese Medaille hat eindeutig zwei Seiten. Auf der einen bekommt man aktuelle Songs geboten, die mehr als gelungen sind. Den Anfang macht hier Jay-Z zusammen mit Sängerin Santogold, die auf einem Brecher-Beat von Kanye West mit „Brooklyn Go Hard“ die Bude niederreißen. Auch das schon etwas länger bekannte „Letter To B.I.G.“ von Jadakiss zusammen mit Biggies Witwe Faith Evans zählt definitiv zu den Highlights und stellt den von emotionalsten Track dieser Platte dar. Nun aber zur Kehrseite: Neben einer ziemlich überflüssigen Neu-Aufnahme von „One More Chance“, auf dem Sprössling CJ Wallace zusammen mit dem Daddy ein paar Worte ins Mikro nuscheln darf, bekommt man auch noch drei Demos als „Bonus“. Deren Aufnahmequalität ist jedoch unterirdisch schlecht, man kann sich direkt vorstellen wie B.I.G. mit seinem kleinen Kassettenrecorder auf dem Lokus saß und das aufgenommen hat. Eine Schande, sowas als letzte unveröffentlichte Tracks nun so zu verkaufen.

Neben viel Licht der Klassiker und der neuen Hits, wirft dieser Soundtrack auch viel Schatten und ist daher leider im fast schon belanglosen Mittelfeld einzuordnen. Nach dem verkorksten Best Of von 2005 hat es Sean „Diddy“ Combs wieder einmal nicht geschafft, seinen Freund Chris Wallace gebührend zu verabschieden. Wer noch nichts von der Ikone aus Brooklyn hat und sich einen Karriereüberblick verschaffen möchte, liegt hier sicher ganz richtig, Fans hingegen müssen selbst entscheiden, ob diese Veröffentlichung in seinem Sinne gewesen wäre.

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