Nasti Muzik von „Khia“

Küstler:
Khia
Redaktions-Wertung:
Titel:
Nasti Muzik
Release:
1. August 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

khia-nasti-muzik-cd-bewertungendeWer erinnert sich nicht noch ans Jahr 2002, als man sich fragte: „Wer ist denn die S…….?“, nachdem man das erste Mal das Video zu Khia’s „My Neck, My Back (Lick It)“ sah. Sowohl die Single als auch das Album dazu waren sehr erfolgreich, was man von dem Nachfolger aus 2006 nicht gerade behaupten kann. Für 2008 wurde Khia bei Atlanta’s Big Cat Records unter Vertrag genommen, verließ das Plattenlabel jedoch noch vor Release von „Nasti Muzik“ aufgrund diverser Unstimmigkeiten. Big Cat veröffentlichte die Platte trotzdem, allerdings fast ohne Promotion. Produziert wurde das Ganze größtenteils von Khia selbst, aber auch G Dinero, Craze, Melvin Breeden und Push A Key standen an den Reglern. Lyrisch gibt’s genau das, was man von Khia erwartet: ausschweifende Sex-Geschichten, dirty Talk und die ständige Erwähnung diverser Geschlechtsteile.

Intro „Nasti Muzik“ stellt einen schon mal darauf ein, womit man es hier zu tun bekommt, bestätigt wird das gleich mit dem ersten Song „My Swag“. Ein langsamer und sehr elektrischer South-Beat, der eigentlich ganz gut abgeht, genau wie Khia, was den Flow angeht. Lyrisch ist es eindeutig Geschmacksache, aber wer sich ein Album von ihr kauft weiß ja, worauf er sich einlässt. „Be Your Lady“ wirkt dagegen schon fast bieder und brav. Der Track wirkt insgesamt sehr melodisch und entspannt, lässt sich gut anhören und Khia überrascht erstens mit den für ihre Verhältnisse romantischen Rhymes und zweitens damit, dass sie keine Zeile rappt, sondern durchgehend singt. Bumpender gehts bei dem schnelleren und mit freshen Synthie-Melodien gestalteten „Put That Pussy On His Ass“ zu, macht durch seine Rhythmen richtig Laune und auch Khia präsentiert sich in ihrer Bestform.

„It’s Whatever“ wird dazu genutzt um allen anderen Cats im Rapgame zu zeigen, dass man gegen die selbsternannte Queen Khia am Besten keinen Mucks macht. Unterlegt wird dies durch hämmernde Bässe und kraftvolle, dunkle Sounds, die den Vocals ihre Härte verleihen. Einen ersten echten Kracher bekommt man mit „Get Out“ auf die Ohren gezimmert. Typisch ATL, also mit tiefen und schnellen Basslines, einem Klavierspiel und Synthesizer en masse ausgestattet zeigt Khia mal was sie am Mic so drauf hat und spittet bissig und aggressiv ihre Verse, wie man es von weiblichen MCs nur selten zu hören bekommt. „Ass Talk“ kennt der ein oder andere vielleicht schon von Maceo’s Mixtape „Flatline“, stammt aber ursprünglich von „Nasti Muzik“. Das Crunk-Instrumental ist wirklich erste Sahne und brennt so einiges nieder. Da die Kombination von Maceo und Khia fantastisch fruchtet, wird dieser Track sogar zum besten der gesamten Platte.

„Geeked Up“ geht eher in die etwas entspanntere Richtung was das Instrumental angeht. Khia hingegen rappt so verdammt schnell, das man kaum mit ihr mitkommt, was doch sehr beachtlich ist. Besonders gelungen ist hier der Refrain von Gyspy Sol, der sich anhört wie Bizzy Bone und die Message der Drogenverherrlichung perfekt rüber bringt. Das Ende von „Nasti Muzik“ gestaltet sich leider weniger interessant. Außer dem Club-Track „Whistle On It“ kann eigentlich nur noch die Kollabo mit Gucci Mane auf „What They Do“ etwas reißen. Auch dessen Instrumental eignet sich hervorragend für Club, Party oder Autofahrt, was den treibenden Beats, den energiegeladenen Hintergrundmelodien und besonders Gucci Mane zu verdanken ist.

Im Großen und Ganzen befindet sich das komplette Album auf einem guten, jedoch nicht außergewöhnlichen Niveau. Ausfälle leistet Khia sich keine, dafür gibt es aber auch zu wenige echte Kracher. Außerdem lässt dich die Platte nicht in einem Guss durchhören, da die stolzen 6 Skits einen doch immer wieder dazu bewegen, die Skip-Taste zu betätigen. Wer mit Khia’s schmutzigen Texten zurecht kommt bzw. darauf steht kann sich „Nasti Muzik“ sicher mal zulegen, alle anderen sind mit vorher reinhören gut beraten.

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