Montezuma’s Revenge von „Souls Of Mischief“

Küstler:
Souls Of Mischief
Redaktions-Wertung:
Titel:
Montezuma's Revenge
Release:
18. Dezember 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

souls-of-mischief-cd-bewertungen-de.jpgDie Souls Of Mischief sind nach knappen 10 Jahren endlich wieder auf der Bildfläche aufgetaucht und präsentieren uns nun ihr insgesamt fünftes Album seit dem Classic Debüt „93 ‚Til Infinity“. A-Plus, Opio, Phesto, und Tajai kündigten bereits vor einigen Monaten ihre Rückkehr mit der „Tour Stories“ EP an, die damals von Domino und und Ex-Gravediggaz-Mitglied Prince Paul produziert wurde. Wer sich dieses Werk zu Gemüte geführt hat, wird sich schon den Sound von „Montezuma’s Revenge“ vorstellen können, denn die beiden sind auch für die Beats hier verantwortlich, Prince Paul wurde sogar neben den Souls auf dem Cover verewigt. Also nichts wie rein und checken, ob das Quartett aus Oakland, Kalifornien nach so langer Abstinenz noch an alte Erfolge anknüpfen kann.

Der erste Blick auf die Tracklist mit 18 Titeln trügt etwas. Hat man Intro, Outro und Skits abgezogen, bleiben am Ende 13 Songs auf der Habenseite stehen. Sicher keine überwältigende Menge, aber durchaus ausreichend. Der Einstig in die Rache des Montezuma fällt mit „Won!“ überraschend rockig aus, aber nach kurzer Eingewöhnungsphase wird man schnell mit diesem Sound sympathisieren. Die verwendeten E-Gitarren und Drums sind nicht zu hart, werden durch Backgroundsänger und melodische Elemente teilweise ergänzt, sodass ein flottes Feuerwerk entsteht, zu dem das Quartett mit lässigen Rhymes in hohem Tempo zeigt, dass sie auch nach der Pause nach wie vor perfekt harmonieren. „Postal“ ist da das komplette Gegenteil. Ein ruhiger Mix Violinen und einer Sitar lassen schon fast ein märchenhaftes und verträumtes Feeling aufkommen, sodass für den Hörer einfach nur zurücklehnen und relaxen angesagt sind. Nachdem es bisher ja eher fröhlich zur Sache ging, wirken die darauf folgenden „Tour Stories“ und „Porper Aim“ etwas dunkler, trotzdem schön smooth und jazzy. Sicher keine Musik, auf die man abgehen kann, sondern zuhören muss, um die Vibes aufzunehmen und den Weisheiten der Souls Of Mischief folgen zu können. „Hiero HQ“ poltert mit wummernden Beats und coolem Old School Falvor auf einen zu, hier zählt nur der mitreißende Rhythmus und die die Raps, die die vier so locker flockig aus der Reserve hauen, dass es ein wahrer Genuss ist, diesen Flows zuzuhören.

Eine richtigen Smash verzeichnet „Montezuma’s Revenge“ mit „Poets“. Geschaffen mit einem hypnotischen Xylophon-Sound und einem Groove, der wirklich jeden packen und nicht mehr los lassen sollte, ist schon das Instrumental ein Traum, die für den Refrain verwendeten Vocal-Samples bringen zusätzlich noch Soul und einen guten Kontrast. Überflüssig zu sagen, dass A-Plus, Opio, Phesto, und Tajai sich auch hier natürlich keine Blöße geben und das Mic rocken. Für einen amüsanten Einschub sorgt Hollywood Ikone Morgan Freeman, der auf seinem Skit die Jungs anruft und ihnen erzählt, wie die heutige Hip Hop Welt so funktioniert. Dem folgt mit „Fourmation“ eine lässige Rap-Session, die hauptsächliche auf ein Schlagzeug aufbaut, dementsprechend sicher nicht für jede Situation das Richtige ist, aber sicher auch mal nett anzuhören ist. „For Real Y’all“ wäre im Vergleich zu den restlichen Liedern ein überraschend düsteres und hartes Stück, doch es weiß zu gefallen, wie dieser kraftvolle Beat ohne Rücksicht auf Verlust pumpt, verziert mit dramatischen Klangeffekten und abgerundet durch die bissigen Verse des Quartetts aus Oakland. Man merkt dem Album wirklich an, dass viele Ideen darin stecken und auch, dass sie zur Perfektion umgesetzt wurden. So fällt auch die Qualität gegen Ende nicht ab, lädt uns zunächst mit dem mystischen „Lickity Split“ zum Träumen ein, danach ist mit dem vor Soul und Lebensfreude sprühenden „Home Game“ noch mal eine Nummer dabei, die das Gemüt erhellt. Ganz zum Schluss werden mit „Lalala“ die Fühler in die arabische Welt ausgetreckt und auch wenn der Refrain sich etwas abstrakt anhört, sollte man doch schon bald auch hiervon fasziniert sein.

Was für ein Comeback! Die Souls Of Mischief können vom ersten bis zum letzten Song überzeugen, bieten liebevoll gemachten Rap, der sowohl den Geist beansprucht, als auch mit seiner musikalischen Untermalung für Wohlbefinden sorgt. Ein Album, das man ohne Unterbrechung durchhören kann, gibt es heutzutage nicht mehr all zu oft, „Montezuma’s Revenge“ gehört dazu. Außerdem bekommt man als Bonus noch eine zweite CD, die die Instrumentals enthält. Nicht nur für alte Fans der Jungs ist diese Platte mehr als nur ans Herz zu legen, sondern allen, die auf anspruchsvollen und ehrlichen Hip Hop stehen.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a