Main Source von „Large Professor“

Küstler:
Large Professor
Redaktions-Wertung:
Titel:
Main Source
Release:
12. September 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

large-professor-main-source-cd-bewertungen-deWie so viele andere ältere Herren kehrte auch Large Professor 2008 nach über 6-jähriger Pause mit seinem insgesamt dritten Album „Main Source“ zurück auf die New Yorker Hip Hop Bühne. Sowohl optisch als auch musikalisch merkt man dem 37 Jahre alten Veteran an, dass seine große Zeit in den 90ern war. Nicht nur sein Bart ist mittlerweile etwas angegraut, auch die Musik klingt etwas Old School, dennoch sehr fresh und auch die Raps sind locker und entstammen der Zeit, als es noch nicht darauf ankam, wie schwer die Kette oder wie dick das Kaliber der Knarre ist. Fast alle Beats stammen von Large Pro selbst, einer kommt von keinem Geringeren als Marco Polo. Auch lyrisch stemmt das Ex-Main Source Mitglied fast alles alleine, Unterstützung gab es dennoch und zwar von Jeru The Damaja, Big Noyd, Styles P oder AZ.

Gleich beim ersten Song „The Entrance“ fühlt man sich etwas in der Zeit zurückversetzt, dennoch wirkt nichts altbacken – weder das recht flotte E-Gitarren Instrumental, noch der Professor, der nach wie vor rhymt wie ein junger Hüpfer. Nach diesem doch sehr gelungenen Einstand geht es gleich verdammt gut weiter. „Hot: Sizzlin‘, Scorchin‘, Torchin‘, Blazin'“ macht seinem Namen alle Ehre, denn es ist wirklich ein heißer Banger. Typischer NYC Flavor, mitreißender Rhythmus, coole Cuts, dazu zwischendurch mal ein paar Feuerwehrsirenen und wieder mal gepaart mit einem Rapper, der am Mikro mit bissigem Flow so einiges niederbrennt. Toll weiter geht es gleich mit einem entspannten Smash namens „‚Maica Livin'“. Hier sind auch die ersten Gäste in Person von Killah Sha und Guardian Leep. Alles wirkt hier sehr smooth und harmonisch, einfach der perfekte Soundtrack zum Entspannen. Überraschend sind die Gäste. Auch wenn ihre Namen sehr unbekannt sind, liefern sie eine richtig Starke Performance und finden mit ihren freshen Rapstyles schnell ihren Weg in unser Gehör.

„Party Time“ versprüht wieder einmal das Flair der Nineties und dürfte daher besonders denen gefallen, die mit dem Hip Hop damals aufgewachsen sind und sich mit der aktuellen Generation nicht so ganz identifizieren können. Die einzige Produktion, die nicht von Large Professor, sonder Marco Polo stammt, finden wir mit „Hardcore Hip Hop“. Und was soll man da noch groß anders sagen, außer: so muss Hip Hop klingen! Polo’s Beat hat Soul, freshe Vocal Samples und einen Beat, bei dem man einfach mitgehen muss. Auch die Legende aus Queens gibt sich bei einer solchen Vorlage natürlich keine Blöße und spult sein Programm souverän ab. Nach dem groovy und funky „Sewin‘ Love“ erreichen wir die drei Teile von „RuDopeDapnNoyd“. Hier rappt der Professor nicht mit, sondern schmiedete nur drei Instrumentals von ca. 1 Minute, über die nacheinander Jeru The Damaja, Lil Dap von Group Home und Big Noyd rappen dürfen. Insgesamt ein nettes Gimmick, allerdings hätte man noch etwas mehr raus holen können.

Der letzte Teil von „Main Source“ startet auf gewohnt hohem Niveau und zwar mit „Classic Emergency“. Dieser Song klingt insgesamt etwas dunkler, was besonders durch ein Klavier bekräftigt wird, im Hook kommt dann noch eine Stimme, die sich etwas schmerzhaft anhört und somit das Feeling des Tracks weiter unterstützt. Auch Large Pro rappt hier etwas ernster, was ebenfalls gelingt. „Rockin‘ Hip Hop“ wirkt etwas abgefahren und experimentell, gefällt vielleicht nicht jedem, dafür kann man an den äußerst chilligen und melodischen „Large Pro Says“ und „To The Meadows“ nichts aussetzen. Ganz zum Ende geben sich Ruff Ryder Styles P und AZ noch einmal die Ehre und sind auf „The Hardest“ zu Gast. Anders als der Titel vermuten lässt, ist dieser Song alles andere als hart, sondern eher gefühlvoll und mit Liebe zu angenehmen Klangwelten gestaltet. Styles‘ tiefe Stimme passt hier besonders gut, doch auch AZ’s souveränder Flow ist wie immer ein Genuss.

Ähnlich wie die Kollegen von EPMD, EMC, Pete Rock oder Q-Tip lässt auch Large Professor die guten alten Zeiten wieder etwas aufleben und zeigt, dass die Pioniere den Hip Hop einfach immer noch am Besten beherrschen. „Main Source“ ist durchweg gelungen, bietet zwar nichts wirklich Neues, aber es macht einfach Freude, sich diesen Sound anzuhören. Wem der unkomplizierte Rap aus New York, der mit Gangster Gehabe nichts zu tun hat, sondern auf sinnvolle Lyrik wert legt, liegt, der wird hier sicher seine Freude haben, genau wie all diejenigen, die sich die 90er zurück wünschen.

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