Like Father, Like Son von „Birdman & Lil Wayne“

Küstler:
Birdman & Lil Wayne
Redaktions-Wertung:
Titel:
Like Father, Like Son
Release:
21. November 2006
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

birdman-lil-wayne-like-father-like-son-cd-bewertungendeDie beiden wird wohl nie etwas trennen, die Rede ist von Baby a.k.a. Birdman und Lil Wayne. Nach den Hot Boys verlies 2005 selbst der Vater des Cash Money Erfolgs, Mannie Fresh, das Label, nur der kleine Wayne blieb weiterhin treu an der Seite des Mannes, der ihn nach dem Tod seines Vaters unter seine Fittiche nahm und ihn zu einem der erfolgreichsten Rapper überhaupt machte. Nach dieser Geschichte war es kein Wunder, dass die beiden irgendwann ein gemeinsames Album herausbringen werden. Die Erwartungen lagen dabei natürlich hoch, denn zuvor hatten beide mit „Fast Money“ und „Tha Carter II“ echt starke Platten hingelegt. Produziert wurde fast alles komplett vom neuen Mann TMIX, aber auch Scott Storch, Jim Jonsin oder DJ Nasty & LVM durften mal ran. Lyrisch dreht es sich hauptsächlich um Geld und Drogen, die Dinge also, die das momentane Leben der beiden bestimmen.

Dazu passend das Intro und die Skits während des Albums, denn die sind im Stile von Filmklassiker „Der Pate“ gehalten, fügen sich damit gut in Album-Artwork und Lebenseinstellung ein. Richtig los legen der #1 Stunna und Weezy mit „Over Here Hustlin'“, ein härterer Track, die während der Strophen von einer treibenden Bassline bestimmt wird und Richtung Refrain immer wieder ein paar Bläser hinzubekommt, was doch schon sehr gut kommt. Die Leadsingle von „Like Father, Like Son“ war „Stuntin‘ Like My Daddy“. Und diese ist ein echter Knaller. Die flotten Beats und schnellen Melodien reißen einfach mit und gehen sofort in den Kopf, besonders Weezy’s cooler Refrain bleibt hängen. Da macht es auch wenig, dass sie nur über Cash reimen. Komplett anders, nämlich mit Mega-Groove und Blues-Elementen kommt „1st Key“ daher. Es samplet den Klassiker „Pocket Full Of Stones“ von UGK, beinhaltet Bläser, Gitarren und Vocal-Samples von Pimp C, hört sich einfach genial an. Vom Titelsong „Like Father Like Son“ könnte man fast meinen, er wäre etwas schnulziger, do weit gefehlt. Hart pumpender Beat, dazu ein Mix aus E-Orgel, E-Gitarren und Trompeten, was zu einem kraftvollen Smash verschmilzt. Die Vorstellung des Birdmans ist wie immer in Ordnung, Wayne übertrumpft ihn jedoch auch hier locker.

Das etwas ruhigere, dennoch brachiale „You Ain’t Know“ ist eigentlich etwas eintönig, dafür kann Lil Wayne mit seiner kratzigen Stimme im Hook wieder einiges rausreißen. „Know What I’n Doin'“ hat erneut ein sehr Blues lastiges, aber auch erneut sehr großartiges Instrumental. Ein schönes Orgelspiel, begleitet von einer funky E-Gitarre macht schon ordentlich Laune, wenn T-Pain zum ersten Mal zum Refrain Ansetzt, kommt mächtig Freude auf, selbes ist bei Rick Ross und den beiden Cash Money Millionaires der Fall. Nach all diesen Krachern ist ein ernstes Lied fast schon überfällig, doch mit „Don’t Die“ bekommt man eins geboten. Auch wenn der Beat hier richtig hart donnert, wirkt der Song traurig und behäbig, was auf sehr emotionale Violinen im Hintergrund zurückzuführen ist. Wayne’s Stimme kommt hier richtig gut zur Geltung und verbreitet mächtig Gänsehaut-Feeling. Abgefahrene Crunk-Elemente trifft man auf „Ain’t Worried Bout Shit“, danach geht es mit einem Standart-South-Track in Form von „Out The Pound weiter, bevor man mit „Leather So Soft“ einen weiteren Hit erreicht. Es fährt die emotionalere Schiene, wozu sich Lil Wayne über einer schönen Glöckchenmelodie sehr gut anhört, wenn im Chorus dann noch E-Gitarrenriffs einsetzen steigert sich das Ganze noch ungemein. Baby macht wie immer nichts falsch, wirkt jedoch nur wie ein Accessoire seines Zöglings.

Was diesem Album wirklich gefällt, ist die häufige Verwendung akustischer Instrumente. So kommen bei „Get That Money“ wieder einmal Streicher zum Einsatz, die den eher dunklen Beat verfeinern, zusätzlich wirken ab und zu auch noch Piano oder E-Gitarren mit – sehr nice! Ähnliches ist bei „No More“ (feat. Allstar Cashville Prince) der Fall, allerdings überwiegen E-Bass und E-Gitarren, so dass die Nummer einen leicht rockigen Touch bekommt. Passend zum Titel ist „High“ auch sehr entspannt. Laid back Grooves verleiten zum Chillen und relaxten Lauschen der Rhymes von Birdman und Lil Wayne. Ums Smoken dreht sich auch „Cali Dro“ mit dem Dogg Pound. Ich hätte mir hier allerdings lieber einen Song im West Coast Style gewünscht, als dieses Down South Bassmonster, das jedoch auch zu gefallen weiß. Am Besten rappen hier Daz und Wayne, aber auch Kurupt und Baby kann man sich gut anhören. Der nun letzte Song folgt mit „All About That“ (feat. Fat Joe). Er ist nichts Besonderes, teilweise sogar etwas anstrengend, was dem schwerfälligen Instrumental aus E-Orgel, Schlagzeug und Gitarrenriffs zu verdanken ist, zu bestimmten Situationen aber sicher auch zu gefallen weiß.

„Like Father, Like Son“ wurde wirklich eine sehr starke Scheibe, ein würdiger Nachfolger zu den vorangegangenen Solo-Alben und ist insgesamt auch um einiges besser als die späteren Werke „5*Stunna“ und „Tha Carter III“. Es gibt keine Ausfälle zu verzeichnen, allerdings fehlt insgesamt dann aber doch noch ein bisschen, um die volle Punktzahl zu erreichen. Fans von Birdman, Lil Wayne und Cash Money sollten sich dieses Album nicht durch die Finger gehen lassen, aber auch andere können ruhig einmal reinhören.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a