Kritik | Jesus Piece von „The Game“

Küstler:
The Game
Redaktions-Wertung:
Titel:
Jesus Piece
Release:
11. November 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„In Loving Memory Of Jevon Danell Taylor (23.12.1974-21.05.1995)“ steht auf dem Cover von The Game’s neuestem Werk „Jesus Piece“. Er widmet sein fünftes Album, das diesmal ein wirkliches Konzeptalbum geworden ist, damit seinem Bruder, der vor 17,5 Jahren einem Schusswechsel zum Opfer gefallen ist. Er hat The Game in den letzten Jahren bereits zu einer Vielzahl von Texten inspiriert, doch nun setzt der Musiker ihm ein ganz besonderes Denkmal. Und damit seinem eigenen kreativen Schaffen die Krone auf.

Die Westcoast dürfte es freuen, denn Jayceon Terrell Taylor liefert kurz vor Jahresende noch mal eine der spektakulärsten Scheiben 2012 ab. Er selbst hat es bereits in den letzten Monaten so angekündigt, aber man war natürlich trotzdem skeptisch. Allerdings hat der kontroverse Rapper tatsächlich nicht übertrieben. „Jesus Piece“ mag vom Sound her anders klingen als seine Vorgänger, ist aber Rap vom Feinsten. Und dass der langsam aber sicher rar geworden ist, ist bekannt.

The Game punktet aber nicht nur mit Lyrics und Raps, sondern auch der Liste seiner Featuring-Partner: Rock Ross, Meek Mill, 2 Chainz, Common, J. Cole, JMSN, Kanye West, Lil Wayne, Pusha T, Jamie Foxx, Fabolous, Tank, Tyga, Wiz Khalifa, K. Roosevelt, Elijah Blake, Kendrick Lamar und Chris Brown sind auf der Tracklist vertreten. Mehr geht kaum. Obwohl das Album teilweise überraschend melodiös und fast schon „sanft“ ist (z.B. bei „See No Evil“), Rap mit Gospelparts mischt, dürfte es auch eingefleischte Westcoast-Fans überzeugen. „Jesus Piece“ spiegelt perfekt den Zwiespalt wieder, in dem The Game sich selbst sieht: Irgendwo zwischen Gangster/ehemaligem Drogendealer und einem Gläubigen, der auf Gott vertraut. Dies zeigen auch zwei Grafiken im Inlay, die mit den Unterschriften „Thank God“ und „Fuck You“ versehen sind.

Als erste Singleauskopplung wurde übrigens „Celebration“ gewählt (produziert von Cool & Dre sowie SAP), bei der gleich vier Featuregäste vertreten sind. Hier mag so mancher skeptisch gewesen sein, denn als Leading Single war die Nummer nicht ganz optimal gewählt. Auf der gesamten Tracklist zählt sie ehrlich gesagt sogar zu den schwächsten Tracks. Wett gemacht wird dieser Umstand allerdings durch Gänsehaut-Songs wie „Jesus Piece“ oder „Ali Bomaye“. Überhaupt weiß sonst eigentlich fast die ganze Titelauswahl zu überzeugen und „Jesus Piece“ ist einfach nur ein fettes, fettes Stück Rap geworden. Die Deluxe Edition wäre hier – wenn auch nur um zwei Songs reicher – eine durchaus sinnvolle Anschaffung!

Tracklist „Jesus Piece“

1. Scared Now feat. Meek Mill
2. Ali Bomaye feat. 2 Chainz, Rick Ross
3. Jesus Piece feat. Kanye West, Common
4. Pray feat. J. Cole, JMSN
5. All That (Lady) feat. Lil Wayne, Big Sean, Fabolous, Jeremih
6. Name Me King feat. Pusha T
7. See No Evil feat. Kendrick Lamar, Tank
8. Can’t Get It Right feat. K. Roosevelt
9. Heaven’s Arms
10. Hallelujah feat. Jamie Foxx
11. Freedom feat. Elijah Blake
12. Celebration feat. Chris Brown, Tyga, Wiz Khalifa, Lil Wayne

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