Kritik | undun von „The Roots“

Küstler:
The Roots
Redaktions-Wertung:
Titel:
undun
Release:
02. Dezember 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Gleich drei Grammys haben The Roots 2011 eingeheimst. Sie waren ständig unterwegs, auch zur Unterstützung anderer Größen aus dem Business. Und dennoch haben sie es geschafft, an einem neuen Album zu arbeiten. An ihrem mittlerweile Elften! Es trägt den Titel „undun“ und erzählt die Geschichte des viel zu früh verstorbenen Redford Stephens (1974-1999). Einem Jugendlichen, der vom Weg abgekommen ist und dessen kurzes Leben praktisch rückwärts auf „undun“ abgearbeitet wird.

Für den Namen Redford Stephens haben sich The Roots entschieden, weil sie große Fans des Songs „Redford“ von Greetings from Michigan sind. Sie covern ihn auch auf ihrem neuen Album. Und sie erzählen, wie Redford mit einer einzigen falschen Entscheidung sein ganzes Leben maßgeblich verändert. Wie er zum Kriminellen wird und mit nur 25 Jahren stirbt.

„undun“ beginnt genau damit, mit dem Ende. Damit gleicht es keiner typischen Erzählung, sondern eher einem abschreckenden Beispiel, das aber nicht mit erhobenem Zeigefinger übermittelt wird. The Roots geht es insbesondere um die Grenzregion zwischen dem freien Willen und der Geworfenheit des Menschen. Rückblickend erzählt, begegnet der Zuhörer zunächst einem verwirrten Redford, der bereits verstorben ist und kurz nach seinem Tod versucht, den eigentlichen Sinn in seinem Leben zu entdecken. Während er zentrale Stationen noch einmal durchlebt und schließlich an der Straßenecke landet, dekonstruiert er nach und nach all das, was dazu geführt hat, dass er seine Fehler letztlich mit dem Leben bezahlen musste.

„undun“ ist also ein waschechtes Konzeptalbum geworden, das nicht nur inhaltlich überzeugt, sondern besonders musikalisch. Von The  Roots ist man aber eigentlich auch nichts anderes gewohnt. Wer sich über die Länge des Albums beschwert, sollte bedenken, dass The Roots als Showband von Jimmy Fallon in der NBC-Late-Night-Show „Late Night with Jimmy Fallon“ aktiv sind und auch sonst einen vollen Terminkalender haben. Dass sie überhaupt ein weiteres Album veröffentlichen, gleich schon einem Wunder. Und dazu noch einem, das wirklich von beeindruckender Qualität zeugt.

„undun“ ist kein typisches Album für Zwischendurch. Dafür aber ein Longplayer, der wirklich etwas zu erzählen hat! Die erste Single „Make My“ feat. Big K.R.I.T. gibt es bereits bei iTunes. Das Album selbst ist ebenfalls seit dem 02. Dezember zu haben.

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