Kritik | The Hits Collection – Volume One von „Jay-Z“

Küstler:
Jay-Z
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Hits Collection - Volume One
Release:
12. November 2010
LeserInnen-Wertung:

Bei der Frage nach dem größten Rapper aller Zeiten, fällt bei vielen oft ein Name: Jay-Z. Ob dem wirklich so ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, Fakt ist jedoch, der Mann ist eine Legende. Mittlerweile ist der 40-jährige New Yorker schon seit 14 Jahren im Geschäft und veröffentlichte seitdem sage und schreibe 11 Solo-Alben. Zeit also für eine Greatest Hits Platte, möchte man meinen, wenn es da nicht bereits schon 3 Stück gäbe, bei „Chapter One: Greatest Hits“ aus dem Jahre 2002 warten wir bis heute auf Teil 2. „The Hits Collection – Volume One“ verspricht im Gegensatz zu seinen unvollständigen Vorgängern, das erste Mal all die Hits des Jiggaman zu vereinen. Mal sehen, ob es gehalten wird.

Werfen wir doch gleich mal einen Blick auf die Tracklist. Siehe da, es wurde tatsächlich geschafft, Songs seines neuen Albums mit welchen seiner älteren Werke zu kombinieren. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil Jay-Z bekanntermaßen seine Major Labels gewechselt hat und nun bei Warner anstatt Universal unter Vertrag ist. Normalerweise klappt das auf Grund der Rechte nicht so reibungslos. Bleiben wir gleich bei Jay-Z’s letztem Album „The Blueprint 3“. Davon sind auf dieser Best Of drei Stücke, nämlich „D.O.A. (Death Of Autotune)“, „Run This Town“ (feat. Kanye West & Rihanna) und „Empire State Of Mind“ (feat. Alicia Keys) vertreten. Aufgrund ihrer Dauerrotation in Radio und TV dürften sie wohl noch jedem im Ohr sein, zweifelsohne echte Chartbreaker. Stolze vier Songs sind mit „Public Service Announcement“, „99 Problems“, „Encore“ und „Dirt Off Your Shoulder“ von „The Black Album“ mit dabei, wobei hier natürlich besonders das krachende „99 Problems“ heraussticht. Wenn man dies alles aufsummiert, kommt man auf insgesamt sieben Lieder von zwei Alben. Das macht schon die Hälfte der mit 14 Songs recht mageren Tracklist aus. Und genau das ist das Problem. Die Qualität der Hits ist zweifelsohne top, die Produktpolitik hingegen absolut schlecht. Von Jay-Z’s ersten beiden LP’s „Reasonable Doubt“ und „In My Lifetime, Vol. 1“ ist beispielsweise nicht ein einziger Song dabei, das Selbe gilt für die Kollabos mit R. Kelly und Linkin Park. Erinnern wir uns kurz zurück, als all seine Hits auf „The Hits Collection – Volume One“ angekündigt wurden – von wegen! Auch die Ausgewogenheit passt nicht. Von „The Black Album“ finden wir hier wie gesagt gleich vier Lieder vor, von seinem 5-Mics-Klassiker „The Blueprint“ hingegen ist lediglich die grandiose Kanye West Produktion „Izzo (H.O.V.A.)“ mitgenommen worden, was auch bei seinen Platten „The Blueprint 2“, „The Dynasty“, „Hard Knock Life“, „Life and Times Of S. Carter“, „Kingdom Come“ und „American Gangster“, die mit „’03 Bonnie & Clyde“ (feat. Beyonce), „I Just Wanna Love You“ (feat. Pharrell), „Hard Knock Life (Ghetto Anthem)“, „Show Me What You Got“, „Roc Boys“ und „Big Pimpin'“ (feat. UGK) repräsentiert werden, nicht anders ist.

Zugegeben, bei 14 Tracks und elf Alben ist es nicht einfach eine umfangreche Zusammenstellung hin zu bekommen, allerdings muss man auch sagen, das diese Anzahl an Songs bei einer solchen Karriere doch etwas dürftig ist. Zwar lässt das „Volume One“ einen zweiten Teil erahnen, sicher ist das jedoch nicht. Alle hier vertretenen Lieder sind große Klasse, dafür steht Jay-Z, aber auch seine Producer Kanye West, Just Blaze, Timbaland oder die Neptunes. Für langjährige Fans vom Jigga gibt es hier allerdings nichts Neues zu entdecken, weshalb sich „The Hits Collection – Volume One“ nur für die eignet, die nur auf seine Charthits bestehen und sich mit einem solch unvollständigen Karriereüberblick zufrieden geben. Empfehlenswerter ist die Deluxe Edition, die fünf zusätzliche Songs, die auf keinem seiner Solo-Alben zu finden sind, vorweisen kann.

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