Kritik | The Dreamer/The Believer von „Common“

Küstler:
Common
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Dreamer/The Believer
Release:
24. Februar 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Mit zweimonatiger Verspätung kam Commons aktuelles Album „The Dreamer/The Believer“ nun endlich auch in Deutschland auf den Markt, nachdem wir generell schon eine halbe Ewigkeit auf die Fertigstellung der Platte warten mussten. Seit „Universal Mind Control“ hat sich beim fast 40-jährigen organisatorisch einiges getan. Er verließ nach erfolgreicher Zusammenarbeit Kanye Wests Label G.O.O.D. Music und auch die Universal-Tochter Geffen wurde gegen Warner Bros. ausgetauscht. Kanye wird man auch unter den Producern vergeblich suchen, dafür aber einen anderen Veteranen aus Chi-Town finden, nämlich No I.D., der für die Beats des Albums verantwortlich ist.

Den Einstand liefert Common mit „The Dreamer“, ein Song, der seinem Namen alle Ehre macht. Mit verträumten Piano-Loop und chilligem Beat im Gepäck, erzählt uns der Meister von seinen Träumen. Nicht spektakulär, dafür aber mit Wortwitz. Ein echter Banger wird in Form von „Ghetto Dreams“ sofort nachgelegt. Ganz anders, nämlich mit Power und höherem Tempo, mitreißend und hypnotisierend pumpt das Instrumental, zu dem Common und Nas ihre Reime spucken. Was für ein Brett und auch ein kleiner Vorgeschmack auf ihr geplantes Kollabo-Album „Nas.Com“. Nach dem melodischen und eingängigen „Blue Sky“ erreichen wir mit „Sweet“ einen Track, der bei Veröffentlichung für Aufsehen sorgte. Nicht nur, weil sich Common am Mic deutlich aggressiver zeigt als noch in den letzten Jahren und mit Selbstbeweihräucherung nicht geizt, es wird auch ein Diss in Richtung Drake geschickt. Passend dazu die treibenden Drums und ein allgemein rougher Style.

Fortgeführt wird das bis dahin recht abwechslungsreiche „The Dreamer/The Believer“ mit „Gold“. Auch hier legte No I.D. sein ganzes Können in die Waagschale und schmiedete einen wunderschönen, emotionalen Track, der durch den eigesungenen Refrain von James Hauntleroy sein emotionales Sahnehäubchen aufgesetzt bekommt. Während uns „Lovin‘ I Lost“ mit einem smoothen Gentleman-Sound zum Grooven bringt, legt Common mit „Raw (How You Like It)“ einen großspurigen Auftritt im Club hin, musikalisch begleitet von einem Stück, mit machomäßig coolem Rhythmus und einem noch cooleren Flow. Eine andere Seite von sich präsentiert uns Com mit dem Love-Song „Cloth“, der genretypisch etwas weicher und gefühlvoller durch den Speaker wabert. Leider weiß die Schlussphase nicht so zu überzeugen, wie das Vorangegangene. „Celebrate“ – mit etwas kitschigem Kinderchor – kann zwar durch sein Gute-Laune-Verbreiten punkten, genau wie „The Believer“, eine echte Klang-Granate mit glänzend aufgelegtem John Legend, dafür ist das extrem im Tempo gedrosselte „Windows“ doch nur schwer verdaulich, während man sich die langweilige Gebetsstunde „Pops Belief“ komplett schenken kann.

Viel Licht, wenig Schatten. Common zeigt auf den 12 Tracks des Albums seine gewohnte Qualität, wenngleich die Platte leider nicht so perfekt gelang, wie bspw. „Be“ oder „Finding Forever“. Fans des Altmeisters aus Chicago werden definitiv ihre Freude an „The Dreamer/The Believer“ haben, doch auch für andere lohnt sich ein Probehören.

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