Kritik | So Weit von „The Love Bülow“

Küstler:
The Love Bülow
Redaktions-Wertung:
Titel:
So Weit
Release:
05. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Spätestens seit dem Bundesvision Song Contest von Stefan Raab dürfte so ziemlich jeder The Love Bülow kennen. Am 28. September sind die Jungs mit „Nie mehr“ für Mecklenburg-Vorpommern angetreten und haben es auf einen beachtlichen 7. Platz (von 16) geschafft. Nur in den Charts, da konnten sie mit der Single (VÖ: 21.09.), die mit Hilfe von Matthias Mania (Max Mutzke, Glasperlenspiel) und Felix
Gebauer produziert wurde, noch nicht landen.

The Love Bülow sind dennoch auf Erfolgskurs. Und zwar mit ihrem zweiten Studioalbum „So Weit“, das am 5. Oktober erschienen ist. Logisch, dass sie da auch ihre teils ausverkaufte Frühjahrstour fortsetzen und Deutschland bis in die Weihnachtszeit hin bereisen.

Sie haben sich weiterentwickelt, ihr Sound ist noch geradliniger geworden und setzt genau die richtigen Impulse. Das zeigt die erste Single-Auskopplung, die zugleich der Opener ist, perfekt. Eine Mischung aus Pop, Rap, Indie und Rock, die mit gut zugänglichen Texten und einer hohen Musikalität punktet. „Wieder zurück“ und der Titelsong „So Weit“ haben es in dieser Hinsicht etwas schwerer, denn die Stimme von Falk Arne Goßler, der in der Band für die „Rap-Parts“ zuständig ist, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sein Kollege Michél Kroll ist hier eher sanfter, hat ein angenehmeres Timbre, was aber nur selten im Mittelpunkt steht.

Je mehr man sich in das Album hineinhört, umso deutlicher wird, dass die Scheibe keinesfalls so seicht ist, wie der Opener vorgibt. Mit jedem Titel wird der Sound härter, der Beat schneller. Nach der Hälfte der 13 Titel glaubt man fast, inzwischen eine andere Band zu hören. Da wird es plötzlich auch etwas elektronischer und mit „60s“ hört man dann auch die erste rein instrumentale Kurznummer, die direkt in „Nochmal“ übergeht. „Das bleibt“ kommt dann ebenfalls ohne Vocals aus.

Ein richtiges Konzept scheint das Album also nicht zu verfolgen, was ein wenig schade ist. Es garantiert zwar Abwechslung, aber keinen wirklichen roten Faden. Mehr Titel vom Format der ersten Single hätten nicht geschadet, denn die Indie-Rap-Mischung, die The Love Bülow hier vormachen, ist wunderbar ausgeglichen. Bei den restlichen Tracks auf dem Album gelingt dies leider nicht immer.

Dennoch dürften die Herzblutmusiker live sehenswert sein. In wenigen Tagen starten sie bundesweit mit mehr als 16 Konzerten auf ihre „So Weit“-Tour. Tickets für die zwischen dem 10. und 30. Oktober stattfindenden Konzerte kosten im Vorverkauf € 10,- bis € 13,- (zzgl. Gebühren).

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