Kritik | Rolling Papers von „Wiz Khalifa“

Küstler:
Wiz Khalifa
Redaktions-Wertung:
Titel:
Rolling Papers
Release:
13. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Nachdem seine ersten beiden Alben von der Öffentlichkeit weniger beachtet wurden, will es Wiz Khalifa nun mit Major-Deal im Gepäck seinem Kumpel Curren$y gleichtun und in diesem Jahr mit seiner neuen Platte durchstarten. Der große Erfolg der Single „Black And Yellow“ zeigt schon, dass der 23-jährige Rapper aus Pittsburgh offensichtlich gut ankommt, doch wie sieht es mit einer kompletten LP aus? Der Titel „Rolling Papers“ sowie das Cover verraten im Vorfeld bereits: der Junge kifft gerne und spricht auch darüber. Ob das Gesamtpaket etwas mehr zu bieten hat als Grasgeflüster, checken wir am besten indem wir uns die Platte entspannt durchziehen.

Das 14 Track umfassende Werk – bei dem glücklicherweise keinerlei Skits zu finden sind – startet nicht furios, sondern eher nachdenklich mit „When I’m Gone“. Auch wenn der Beat einiges an Power besitzt kommt durch die elektronischen Melodien und insbesondere durch Wiz‘ Gesang im Refrain ein gefühlvoller Touch in den Song. Ganz anders der dumpf pumpende Poser-Track „On My Level“, bei dem das Tempo deutlich nach unten geschraubt wird. Mit dabei: Too Short, der über 20 Jahre mehr auf dem Buckel hat als Wiz Khalifa, aber immer noch frisch wie der Morgentau ist. Leider kommt der Track nie so richtig in Fahrt und gehört damit zu den Stücken, die man sich anhört, wenn man mal wieder chillen will. Dem folgt die Hit-Single „Black And Yellow“, die mittlerweile wirklich jeder kennen sollte. Das Producer-Team von StarGate machte das, was es am besten kann: eingängige Lieder mit Ohrwurm-Charakter basteln. Dass dieser Smash sich besonders für Clubs eignet, versteht sich ja von selbst, aber auch in der heimischen Anlage macht „Black And Yellow“ einen guten Job. Schade nur, dass der offizielle Remix nicht noch als Bonus mit auf den Silberling gepresst wurde. Nach dem lyrisch ansprechenden „Roll Up“ (geht eher um Unterstützung als um den Inhalt des gerollten Tütchens), welches jedoch auch recht poppig daher kommt, folgt eine musikalisch recht unspektakuläre Phase.

Damit sind in erster Linie die Instrumentals gemeint, die eine Spur zu relaxt ablaufen, zwar nicht als misslungen zu bezeichnen sind, aber die eben auch nur in seltenen Momenten wirklich mitreißen können. So geschehen bei „Hopes & Dreams“, „Wake Up“, „The Race“ oder „Star Of The Show“ (feat. Chevy Woods), die einzeln noch halbwegs ordentlich anzuhören sind, im Verbund jedoch bald etwas langweilig werden. Da kommt ein Song wie „Get Your Shit“ gerade recht. Zwar ist dies kein bombastisches Soundfeuerwerk, dass den Hörer aus der Lethargie herausreißt, dafür aber wieder ein emotional gehaltener Song, bei dem besonders toll ist, dass sich die Finger mal größtenteils vom Synthesizer fern gehalten haben und stattdessen auf akustische Instrumente, nämlich Gitarre und Violinen, gesetzt wurde, was in Kombination mit der Vorstellung von Wiz einfach gut klingt und dazu verführt die Repeat-Taste zu drücken. Wirklich nervig hingegen wird es mit „Top Floor“, das recht konzeptlos erscheint, sich schräg, unmelodisch, viel zu slow und insgesamt schnell dahin geklatscht anhört. Die Schlussphase punktet insbesondere mit „Fly Solo“, dem besten Stück von „Rolling Papers“. Auch hier ist die Gitarre erneut der Erfolgsgarant und spielt uns ein sommerlich frisches, zwar schlichtes aber dennoch packendes Stück, bei dem Wiz größtenteils singt, was er aber mindestens so gut kann wie rappen, wenn nicht besser. Abgerundet wird die Platte von zwei weiteren Liedern, die wie der große Rest ordentlich, aber nicht herausragend sind.

Waren die Erwartungen an ihn oder der Druck vom Label zu groß? Die Antwort auf die Frage und damit die Begründung für ein nur mittelmäßiges Album weiß Wiz Khalifa wohl nur selbst. „Rolling Papers“ bietet zweifelsohne eine Hand voll Perlen, aber auch jede Menge an zu ähnlich klingenden und zu unspektakulären Tracks, um dem Anspruch gerecht zu werden, den viele Beobachter im Vorfeld an das Album hatten. Wer gerne entspannten Rap hört, der kann guten Gewissens zugreifen, alle anderen sollten gründlich in „Rolling Papers“ hinein hören, bevor sie zuschlagen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a