Kritik | Professional Dreamers von „Looptroop Rockers“

Küstler:
Looptroop Rockers
Redaktions-Wertung:
Titel:
Professional Dreamers
Release:
11. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Drei Jahre war es still um Schwedens wohl größten Rap-Exportschlager Nummer 1, die Looptroop Rockers. Im März veröffentlichte die vierköpfige Crew um Promoe, Embee, Spupreme und Cos.M.I.C. ihr nun schon fünftes Album mit dem verheißungsvollen Titel „Professional Dreamers“. Mit lediglich 13 Songs fällt das Werk nicht gerade üppig aus, doch das will nichts bedeuten, denn einen Zusammenhang zwischen Quantität und Qualität gibt es ja bekanntlich nicht. Nun genug der Rede, steigen wir doch einfach direkt in die Träume der Rockers ein.

 

Sobald man die ersten Klänge von „Don’t Wanna Wake Up“ zu hören bekommt, weiß man sofort, warum das Quartett lieber im Bett bleiben möchte. Mit klassischem Hip Hop hat dieses Intro nicht mehr viel zu tun, geht eher in die fantastische und spacige Richtung von Kid Cudis Ausflügen ins Weltall. Von nicht minderer Qualität ist der Titeltrack „Professional Dreamers“. Dieser klingt auf der einen Seite etwas schräg, aber auch faszinierend und dank des flotten Rhythmus auch mitreißend, sodass man schon von Beginn an dem Album seine Aufmerksamkeit schenkt. Der furiose Auftakt wird sofort mit „Any Day“ fortgeführt, das während der Strophen mit einer trockenen Drum noch recht schlicht rüberkommt, für den Refrain hat Band-Producer Embee die Elektronik dann voll aufgedreht, was dann wie ein Finale zu den Rhymes der restlichen Truppe wirkt. „This Music Sounds Better At Night“ macht seinem Namen alle Ehre, denn durch einen düsteren und geheimnisvollen Touch passt dieses Stück besser in die Abendstunden, ist nichts desto trotz wunderbar melodisch und nicht zuletzt durch den eingesungenen Refrain wunderbar relaxt. Im krassen Gegensatz dazu steht das extrem hektische High-Speed Stück „Do“ (feat. Gnucci Bandana). Auf der einen Seite offenbart dieser Song die außerordentlich gute Rap-Technik der Looptroop Rockers, auf der anderen ist es jedoch auch recht anstrengend, ihn sich von Anfang bis Ende anzuhören, was weniger an den auf Party getrimmten Lyrics liegt, sondern dem Instrumental geschuldet ist.

 

Wem das nicht so gefällt, der kann guten Gewissens skippen, denn die folgenden „On Repeat“, „Sweep Me Away“ und „Blow Me Away“ lassen es alle wieder eine Spur ruhiger angehen, ohne dabei an Drive zu verlieren oder gar langweilig zu werden. Auch „Darkness“ folgt diesem Prinzip, setzt aber noch mal eine Schippe drauf und kann gut und gerne als eines der Highlights der Platte bezeichnet werden. Zu diesem Ruhm kommt der Song auf der einen Seite durch die packenden Raps und die Gesangsparts, aber auch das Instrumental geht wirklich rein wie Butter. Es verbindet gekonnt eine gewisse Energie mit etwas emotionaleren Klängen und weiß dadurch zu begeistern. Bevor es danach in die Endphase geht, wird auf „El Clasico“ noch einmal der Power-Regler aufgedreht und dann ab „Magic“ (feat. Chords), das mit dem für Hip Hop eher unüblichen, dominierenden Akkordion wirklich etwas magisch ist, ein verträumter Schlussspurt hingelegt. Seinen Ausklang findet „Professional Dreamers“ mit dem traurigen Gedenken an „Jospeh“, der wohl emotionalsten Nummer des Albums, die es ein letztes Mal schafft, den Hörer in ihren Bann zu ziehen.

 

Ein durchaus gelungenes Comeback, dass die Looptrock Rockers mit „Professional Dreamers“ feiern können. Dank der vielen melodischen Stücke und der meist entspannten Art geht die Musik schnell ins Ohr und sorgt für gute Laune, da sieht man auch gerne über 2-3 mittelmäßige Tracks hinweg. Ob die Anhänger der alten Alben hiermit zufrieden gestimmt werden, ist etwas fraglich, dafür hat „Professional Dreamers“ aber das Zeug neue Fans zu gewinnen.

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