Kritik | Lektionen in Demut 11.0 von „Thomas D“

Küstler:
Thomas D
Redaktions-Wertung:
Titel:
Lektionen in Demut 11.0
Release:
15. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Dass man Thomas D solo erlebt hat, ist schon eine Weile her. Zuletzt war der Fast-Stuttgarter in der Werbung der Telekom zu sehen und hat die Nation zum Singen der Hymne „7 Seconds“ bzw. „Million Voices“ aufgefordert. Aus eigener Hand kam, neben diesem Projekt, musikalisch aber lange nichts, bis auf das dritte Album „Kennzeichen D“ (2008), das nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten konnte. Sein Alter Ego ‚Reflektor Falke‘ liegt seit fast zehn Jahren auf Eis und das, obwohl die „Lektionen in Demut“, mit denen er sich 2001 Luft gemacht hat, damals eindeutig den Geschmack der Fans getroffen und Platz 3 der Charts eingenommen haben. Für ein deutschsprachiges Album ein großer Erfolg, ohne Frage. 2011 kehrt der selbst ernannte König der Narren deshalb nun endlich mit „Lektionen in Demut 11.0“ zurück und übt erneut Gerechtigkeit.

Die große Überraschung: Die Tracklist ist exakt die gleiche wie vor zehn Jahren! Thomas D erzählt seine düstere Geschichte erneut, setzt aber auf eine variierte musikalische Untermalung und beweist, dass ein Remake noch lange nichts Schlechtes sein muss. Obwohl sein Album 2001 ein echter Volltreffer war und die Tiefgründigkeit seiner Lyrics unumstritten ist, klingt sein (Sprech-) Gesang im Vergleich zu heute deutlich platter und die Texte gehen teilweise fast ein wenig unter. 2011 präsentiert sich er deutlich gereifter und die Songs erhalten einen Schliff, der die Weiterentwicklung wirklich hörbar macht.

Und: Man muss „Lektionen in Demut“ nicht gehört haben, um zu erkennen, dass „Lektionen in Demut 11.0“ ein geniales Werk ist. Thomas selbst sagt im Trailer zu seinem neuen Album „Man nimmt andere Schauspieler, aber man verfilmt den gleichen Film. Es ist die gleiche Story. Das hat mich gekickt!“ Ferner fügt er hinzu: „Reflektor Falke ist eigentlich ein Comic. Ein emotional ängstlicher Blick auf unsere Welt hier, in der wir leben. Aber in der Form eines musikalischen Comic bzw. Films.“ Und so lädt das Album erneut auf eine Reise ein, in der unser Planet kritisch betrachtet wird und in der auch wir Menschen selbst uns einen Spiegel vorhalten müssen.

Der Falke, der auf alles von oben herab blicken kann, reflektiert eine Sicht der Dinge, die viele wohl schon längt verloren haben, und regt mit Passagen wie „Du hast die Wahl, ob hier das Paradies oder die Hölle ist /Denn du bist Schöpfer deiner Welt, obwohl du Teil von ihr bist /Du trägst Verantwortung für alles, was in deinem Leben geht/und auch ein Stück vom Herzen eines jeden der dir nahe steht“ oder „Es tut mir leid Natur, denn deine Erben erheben sich gegen dich/Und erledigen dich/Du warst vollkommen in Vielfalt, mit allem im Einklang/Bis der Mensch mit Gewalt in dich eindrang“ zum Nachdenken an. Düster und ungeschönt.

Eine Lektion, die Fans von Thomas D auf jeden Fall noch lernen müssen, ist Geduld. Das Remake erscheint nämlich erst am 15. April. Bis dahin dürfte das Video zur Single „Gebet an den Planet 11.0“ eine willkommene Abwechslung sein. Die beeindruckenden Momentaufnahmen und Bilder im Zusammenspiel mit der Musik werden für Gänsehaut sorgen. Versprochen!

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