Kritik | Hell: The Sequel (Deluxe Edition) von „Bad Meets Evil“

Küstler:
Bad Meets Evil
Redaktions-Wertung:
Titel:
Hell: The Sequel (Deluxe Edition)
Release:
13. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Royce da 5’9“ und Eminem – Bad Meets Evil. Was vor über 10 Jahren so vielversprechend begann, wurde durch den Beef zwischen D12 und Royce zerschlagen. Mittlerweile ist das Schnee von gestern, die Unklarheiten sind beiseite geräumt und Eminem hat seinen Homie samt dessen Crew Slaughterhouse zu Shady Records geholt. Bei der Gelegenheit bot es sich natürlich auch gleich an, Bad Meets Evil aus den dunklen Abgründen des Midwest Raps heraufzubeschwören. Mit dem passenden Titel „Hell: The Sequel“, angelehnt an ihr Duett auf der „Slim Shady LP“, präsentieren uns die beiden Mit-Dreißiger ihre erste offizielle EP, die hierzulande als Deluxe Edition mit 2 Bonus Tracks auf den Markt kommt.

Nachdem Eminem mit Songs wie „We Made You“ oder „Love The Way You Lie“ nach seinem Comeback die Charts und eine Menge neuer Teenie-Herzen eroberte, fragt man sich vor Einlegen der Disc natürlich, ob „Hell: The Sequel“ wieder in Richtung Pop-Rap oder Back to the Roots geht. Die Antwort liefert der Opener „Welcome 2 Hell“. Havoc von Mobb Deep schmiedete den Beat, der gewohnt düster und penetrant aus unseren Speakern hämmert. Eminem, der die ersten Zeilen vorträgt, packt dazu einen verdammt bissigen Flow aus und zeigt, dass es ihm mit der Bad Meets Evil Reunion verdammt ernst ist. Royce steht dem in nichts nach und bietet wie auf seinen Solo-Platten einen starken Auftritt, der uns Vorfreude auf den Rest der EP macht. Eine Spur melodischer, geht es bei „Fast Lane“ zur Sache, nichts desto trotz zeigt sich der Song erneut sehr maskulin. Inhaltlich wird geprollt und auf dicke Hose gemacht, was das Zeug hält, zusätzlich verfeinert ein eingesungener Refrain von Sly Jordan das Stück. Die Power des Beginns von „Hell: The Sequel“ ist also schon wirklich beachtlich, doch Bad Meets Evil steigern sich noch. In „Above The Law“ mutieren die beiden zum Albtraum des amerikanischen Spießertums, erzählen von ihren Kriminalitäten und zeigen dem Gesetzgeber quasi den Mittelfinger – wieder einmal machen sie ihrem Bandnamen alle Ehre. Unterstützt wird dies von einem extrem energiegeladenen Instrumental aus den Händen von Mr. Porter, welches mit bombastischen Klängen durch die Anlage donnert und mit zwei aggressiven MCs hinterm Mikro seinen mitreißenden Charm entfaltet.

„I’m On Everything“ erinnert ein wenig an Eminems Major Debüt von 1999, als er unverblümt von Drogentrips jeglicher Art berichtete. Auch in diesem Track dreht sich alles um die bewusstseinerweiternden Substanzen und ihre Wirkungen. Musikalisch erwartet uns eine recht schräge Begleitung, der Komiker Mike Epps mit seinem Refrain die Krone aufsetzt. Leider hält sich die bisher recht hohe Qualität der EP nicht konstant von Anfang bis Ende. So wird beispielsweise die recht maue und eintönige Bangladesh-Produktion „A Kiss“ ziemlich schnell zur Schlaftablette und auch die kitschige Pop-Nummer „Lighters“ von und mit Bruno Mars will sogar nicht auf ein Werk, das das Wort „Hell“ in sich trägt, passen. Die Standard-Version der EP erhält ihren Ausklang mit „Loud Noises“, bei der Royce’s Crew Slaughterhouse vertreten ist. Insgesamt liefert das Quintett eine ansprechende Performance und feuert sich die Reime nur so um die Ohren, allerdings basieren ihre Vocals auf einem nicht mehr als durchschnittlichen E-Orgel-Instrumental, das relativ bald seinen Reiz verloren hat. Da wäre deutlich mehr drin gewesen! Glücklicherweise können die Bonus Tracks „Living Proof“ und „Echo“ hier wieder einiges glatt bügeln und überzeugen sowohl mit Royce da 5’9“ und Eminem, als auch mit ihren Beatbastlern Mr. Porter und DJ Khalil.

„See you in hell for the sequel“ hieß es vor 12 Jahren, nun ist es also tatsächlich dazu gekommen. Trotz des vorangeschrittenen Alters zeigen sich die beiden Rapper aus Detroit engagiert und vor allem so böse wie zu ihrer Blütezeit. Die Qualität ihrer Klassiker „Nuttin‘ To Do“, „Bad Meets Evil“ oder „Renegade“ erreicht „Hell: The Sequel“ zwar eher selten, trotzdem lässt sich die EP als gelungen bezeichnen und ist damit definitiv eine Empfehlung für alle Fans der beiden, egal ob solo oder in Kombination.

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