Kritik | Heavy Metal Kings von „Ill Bill & Vinnie Paz“

Küstler:
Ill Bill & Vinnie Paz
Redaktions-Wertung:
Titel:
Heavy Metal Kings
Release:
15. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Im Sommer letzten Jahres veröffentlichte Jedi Mind Tricks Frontmann Vinnie Paz sein langerwartetes Solo-Debüt „Season Of The Assassin“, kurz darauf kam die viel umjubelte Kollabo „Kill Devil Hills“ von Ill Bill und DJ Muggs auf den Markt. Zeit, sich etwas zurückzulehnen, könnte man meinen, doch das ist bei den beiden East Coast Rappern nicht drin. Stattdessen machten sie gemeinsame Sache, aus welcher „Heavy Metal Kings“ resultierte. Wer bei diesem Titel nun etwas Angst vor lauten Gitarrenriffs bekommt, der kann beruhigt werden, denn „Heavy Metal Kings“ bezieht sich weniger auf den Sound, sondern mehr auf Rapstyle und Persönlichkeit der beiden. Somit dürfte auch den letzten bewusst werden, dass wir es hier mit zwei harten Hunden zu tun haben.

Der erste von 16 Tracks trägt den Namen „Keeper Of The Seven Keys“. Wie man es von den beiden erwartet pumpt ein mächtiger und groß aufgezogener Beats, der als ein erstes Ausrufezeichen angesehen werden kann. Vinnies Organ passt natürlich perfekt zu einer solchen Begleitung, aber auch Bill zeigt mit geschmeidigem Flow, was er drauf hat. Eine Spur zurückhaltender geht es mit „Eye Is The King“ weiter. Die Produktion lässt dank viel Einsatz von E-Orgel und einer generell recht melodischen Art etwas West Coast Flavor aufkommen und würde auch gut auf ein La Coka Nostra Album passen. „Children Of God“ hingegen bietet einen emotionaler gestalteten Sound. Die Strophen sind mit E-Gitarren gespickt, allerdings nicht aggressive, sondern sehr angenehm anzuhören, dagegen kommen im Refrain Background-Sänger zum Einsatz, die etwas Gospel mit einbringen und so die Lyrics über Gottes schwarze Schäfchen der beiden unterstreichen. Nach dem musikalisch etwas ruhigeren „Oath Of The Goat“, bei dem Vinnie und Bill selbstverständlich dennoch wieder einmal unter Strom stehen, bekommen wir mit „King Diamond“ die erste Produktion vom La Coka Nostra Member auf die Ohren gezimmert. Ein wuchtiger Bass gepaart mit schnellen Keyboard-Anschlägen und mit dramatisch klingenden Streichern verfeinert sorgt für die richtige Stimmung, die das Duo dazu bewegen, wieder einmal die bösen Buben raushängen zu lassen.

Die ersten Gastauftritte finden wir mit Reef The Lost Cauze und Sabac Red auf „The Vice Of Killing“, was gleichzeitig auch der erste Track ist, der länger als 3:15 Minuten dauert und somit eine echte Rarität auf „Heavy Metal Kings“ darstellt. Sicknature schmiedete ein Instrumental, das dank seiner vielen Streicher sehr orchestral rüberkommt, dazu ein knochentrockener, dicker Beat, der die Power dieses Liedes noch um ein gutes Stück anhebt. Dunkler wirkt „Age Of Quarrel“, danach folgt mit „Terror Network“ ein echter Leckerbissen. Wie der Titel schon verrät, geht es inhaltlich nicht unbedingt zimperlich zur Sache, garniert werden die bissigen Verse von Ill Bill und Vinnie Paz mit einem Mix aus temporeichem Klavierspiel und rhythmisch treibenden Drums. Auch DJ Muggs ließ es sich nicht nehmen, für seine beiden Buddies einen Beat zu zimmern. „Levithian (The Spell Of Kingu)“ ist sein Werk, das verdammt schräg, düster und unbehaglich aus dem Speaker dröhnt. Eine Kombination, die ebenso viele Befürworter wie Abgeneigte nach sich ziehen dürfte. Die Schlussphase des Albums wird mit dem aggressiven und wieder einmal hochdramatischen „Splatterfest“ eingeleitet, welches einen pompösen Eindruck hinterlässt und so optimal zu den zwei Selbstdarstellern aus Phillie und New York passt. Das Ende hingegen fällt mit „The Final Call“ deutlich lässiger aus. Hier stand erneut Ill Bill hinter den Reglern und schmiedete ein etwas elektronischer gestaltetes, einfach richtig gutes Stück, das ein durchaus gelungenes Album angemessen ausklingen lässt.

Die zwei Haudegen haben mit „Heavy Metal Kings“ wohl genau das abgeliefert, was man von ihnen erwartet, nämlich kraftvolle Beats und aggressive Rhymes. Zwar sind nicht alle Songs perfekt, an ihre Geniestreiche vergangener Tage kommt diese Platte ebenfalls nicht ran, nichts desto trotz ist der bleibende Eindruck sehr positiv, weshalb diejenigen, die die „Season Of The Assassin“ und „Kill Devil Hills“ mochten, bedenkenlos zugreifen können.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a