Kritik | Doggumentary von „Snoop Dogg“

Küstler:
Snoop Dogg
Redaktions-Wertung:
Titel:
Doggumentary
Release:
15. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Alle Jahre wieder beschert uns Snoop Dogg mit einem neuen Album, „Doggumentary“ ist mittlerweile schon das elfte – diverse Compilations nicht mitgerechnet. Im letzten Jahrzehnt kam leider kaum noch ein wirklich überzeugendes Werk vom bald 40-jährigen Hund aus Long Beach, da die Fanbase jedoch nach wie vor sehr groß ist, wird auch weiterhin jede Platte mit Spannung erwartet. Stolze 21 Tracks hat „Doggumentary“ im Gepäck, dazu ganze 23 Gastauftritte. An den Reglern saß einiges an bekannten Namen, darunter Scoop DeVille, Battlecat, Fredwreck, Jake One oder aber auch der derzeit so angesagte David Guetta. Wie sich Snoop mit all der Unterstützung schlägt, checken wir nun.

Der Opener „Toyz N Da Hood“ wartet mit keinem geringeren als Funk-Legende Bootsy Collins auf uns – allerdings ist vom Doggfather nichts zu hören, sodass wir hier eher von einem ausführlichen Intro sprechen können. Richtig los geht es mit „The Way Life Used To Be“, das von Snoop’s langjährigem Weggefährten Battlecat produziert wurde. Ein Innovationswunder ist dieser Song beileibe nicht, bietet dafür ordentlich Power und etwas West Coast Gangsta Flavor, was zu Snoop Dogg natürlich sehr gut passt. Perfekt für den anstehenden Sommer eignet sich „Wonder What It Do“. Fröhlich, frisch und wirklich verdammt funky groovt dieser Smash daher und bietet mit Uncle Chucc obendrein das optimale Gesangsfeature. Später wird dies mit „Peer Pressure“ (feat. Traci Nelson) in ähnlicher Manier weiter zelebriert. Insgesamt ein Sound, der dem reifer wirkenden Snoop wirklich gut steht und den er in Zukunft ruhig öfter bringen kann. Bei „My Fukn House“ sieht das schon ein bisschen anders aus. Dieser Titel ist im aggressiven Dirty South Style gehalten, poltert mit dicken Synthies und noch dickerem Bass aus dem Speaker. Snoop und die Gäste Young Jeezy und E-40 zeigen sich hungrig am Mic – ob dieser Style dem älteren Publikum jedoch zusagt, darf angezweifelt werden.

Auch an die Clubs hat der alte Hund gedacht und mit „Platinum“ (feat. R. Kelly), „Boom“ (feat. T-Pain) und „Wet“, das in der zensierten Single-Version in „Sweat“ umgetauft wurde, gleich mehrere Party-Tracks abgeliefert. So wirklich gut ist leider keiner von ihnen, Snoop versucht eher auf einen Zug aufzuspringen, der schon längst abgefahren ist. Besonders das von David Guetta produzierte „Wet“ ist eine wahre Gedultsprobe – man kann diesen immer gleichen Electro-Sound im Hip Hop einfach nicht mehr hören! Glücklicherweise bietet „Doggumentary“ aber noch so manchen Lichtblick. „I Don’t Need No Bitch“ (feat. Devin The Dude & Kobe Honeycutt), „We Rest N Cali“ (feat. Goldie Loc & Bootsy Collins) oder „El Lay“ (feat. Marty James) sind endlich wieder einmal chilliger West Coast Rap, so wie wir es seit Jahren hören wollen, dank Snoop Doggs Experimentierfreude jedoch nur selten auch genießen durften. Dass diese nicht komplett flöten gegangen ist, bekommen wir mit „Sumthin Like This Night“ (feat. Gorillaz), das wie ein elektronischer Ragga Muffin klingt, oder mit „Superman“ (feat. Willie Nelson), Snoops zweitem Ausflug in den Country nach „My Medicine“ im Jahr 2008, zu spüren. Ob es gefällt kann wohl jeder nur für sich alleine entscheiden. Der Ausklang von „Doggumentary“ fällt bei Weitem nicht mehr so spektakulär aus, bietet mit „Eyez Closed“ (feat. John Legend & Kanye West) eine Standard-Mainstream-Nummer, ein paar auf hart getrimmte Tracks und das abschließende, Soul flavored „Cold Game“ mit Latoiya Williams, das zwar keine Bäume ausreißt, aber ganz nett anzuhören ist.

Es dauert schon eine ganze Weile, bis man die 21 Tracks des Albums durchgehört hat. Dazwischen befindet sich so ziemlich alles von grausig bis genial, über gelungenen West Coast Rap und seltsame Experimente, bis hin zu üblicher Stangenware. Das mag sehr abenteuerlich und durchwachsen klingen, ist im Endeffekt aber ein durchaus ordentliches Ergebnis, in das es sich als Snoop-Sympathisant hinein zu hören lohnt.

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