Kritik | Disc-Overy von „Tinie Tempah“

Küstler:
Tinie Tempah
Redaktions-Wertung:
Titel:
Disc-Overy
Release:
1. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Der UK Hip Hop ist um eine Attraktion reicher: Tinie Tempah. Schon im Frühling konnte der Junge aus London mit seiner Hitsingle „Pass Out“ auf sich aufmerksam machen, nun steht sein Debüt Album „Disc-Overy“ in den Läden und wartet darauf, die Welt zu beschallen. „Pass Out“ weist schon etwas darauf hin, dass es auf dieser Platte sehr viele elektronische Beats geben wird, aber auch an ein paar R&B Klänge hat der 21-jährige Rapper gedacht, um uns möglichst viel Abwechslung auf der 12 Song umfassenden LP zu bieten.

Nachdem „Disc-Overy“ mit einem recht langen Intro eröffnet wurde, zeigt uns Tinie mit „Simply Unstoppable“, dass es ihm an Selbstbewusstsein nicht mangelt. Mit mächtig wummerndem Bass und spacigen Tönen aus der Elektronik ausgestattet, wirkt das Instrumental sowohl futuristisch, als auch etwas geheimnisvoll. Die nicht als Feature aufgeführte Sängerin Vanya Taylor übernimmt fast die Hälfte der Vocals und bildet so ein gelungenes Duett mit Tinie. Weiter geht es mit dem oben angesprochenen „Pass Out“. Wer den Song schon kennt, weiß, dass er sich hervorragend für Clubs eignet, was dem House artigen Sound, der gegen Ende Drum’N’Bass Züge annimmt, zu verdanken ist, den Producer Labrinth zu verantworten hat. Dieser übernimmt auch gleich noch den Gesangspart im Refrain und rundet den Track somit ab. „Illusion“ klingt dagegen mehr nach Hip Hop der heutigen Zeit. Schlichter Beat, gepaart mit Piano, im Hook kommt dann noch eine verzerrte Stimme hinzu, die sehr funky klingt, was mit Tinie Tempah’s lässigem Rapstyle eine lockere Nummer ergibt, die man sich immer anhören kann. Softer und mit starkem R&B-Einschlag kommt der Lovesong „Just A Little“ zusammen mit Range daher. Äußerst melodisch und fast schon ein wenig kitschig, daher nicht unbedingt an die Herren gerichtet, sonder eher etwas für die Ladies. Das daran anschließende, extrem chillige „Snap“ (mit Mark Asari) kann als weiterer Beleg für die viele Abwechslung auf „Disc-Overy“ gesehen werden.

Imposant präsentiert sich „Written In The Stars“, das ebenfalls als Single ausgekoppelt wurde. Dies liegt besonders am Einsatz diverser Instrumente wie Drums, Klavier und ganz besonders E-Gitarren, die den von Tinie und Eric Turner eingespielten Refrain fast schon bombastisch erscheinen lassen und das Highlight eines insgesamt großartigen Tracks darstellen. Labrinth lässt sich auf „Frisky“ erneut sowohl als Produzent, als auch als Feature blicken bzw. hören. Ähnlich wie „Pass Out“ dominiert ein elektronischer Style, der allerdings nicht so mitreißt, wie bei ihrem ersten gemeinsamen Werk. „Miami 2 Ibiza“ haut da doch deutlich mehr rein. Die Swedish House Mafia erschuf hiermit eine Nummer, die dem derzeitigen Trend Elektro mit Black Music zu mischen fast schon eine neue Ebene verleiht. Bei diesem Beat kann man einfach nicht anders, als sich dazu zu bewegen, Tinie’s cooler Flow packt einen zusätzlich und selbst die fast schon Techno mäßigen Klänge im Refrain, die anfangs vielleicht noch etwas befremdlich wirken, passen im Endeffekt wie die Faust aufs Auge. Die Folgenden Songs „Obsession“ und „Invincible“ (feat. Kelly Rowland) drehen das Tempo wieder ein Stückchen zurück, sind jetzt nicht wirklich außergewöhnlich, lassen sich aber gut anhören und sorgen für ein wenig Ruhe, bevor es mit „Wonderman“ erneut verdammt freaky und elektronisch wird. Der Style klingt schon fast ein bisschen nach Videospielen aus den 80ern, ist aber richtig fresh, sobald man sich eingehört hat. Zum Schluss lässt es Tinie Tempah für seine Verhältnisse richtig bescheiden angehen, denn „Let Go“ (feat. Emeli Sande) bedient sich an nicht viel mehr als an einer E-Gitarre und einem dumpfen Bass, der entspannt im Hintergrund wummert.

Ein starkes erste Album, das Tinie Tempah da mit „Disc-Overy“ auf die Beine gestellt hat. Nach „Pass Out“ und „Frisky“ hätte man eventuell befürchten können, dass die komplette Platte im eintönigen Elektro-Gewand gehalten ist, tatsächlich ist sie jedoch äußerst abwechslungsreich und unterhaltsam. Wer sich also mit Tinie’s Rapstyle und den bereits bekannten Singles anfreunden kann, wird bestimmt auch an dem Rest von „Disc-Overy“ seine Freude haben.

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