Kritik | channel Orange von „Frank Ocean“

Küstler:
Frank Ocean
Redaktions-Wertung:
Titel:
channel Orange
Release:
20. Juli 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Mitglied einer Rap-Crew, die schon mit dem Wu-Tang Clan verglichen wurde, Kollaborateur mit Größen wie Kanye West oder Beyoncé, Ghostwriter für John Legend und Justin Bieber, und jetzt hoch gelobter Künstler im Alleingang. Eigentlich könnte Frank Ocean jeden Morgen äußerst zufrieden in den Spiegel schauen und grinsen. Stattdessen sagt er: „Ich hab mich noch nie wie ein richtiger Musiker gefühlt.“

Dabei hat er alles, was es braucht. Und ganz besonders Mut. Denn erst kürzlich hat er sich geoutet und seine Homosexualität öffentlich gemacht. In der Rap- und HipHop-Szene ein kleines Wunder. Auch die übliche Macho-Gangster-Attitüde sucht man bei dem 24-Jährigen vergebens. Er ist kein harter Typ, der sich auf der Straße prügelt, Frauen disst oder als Pimp den Mund voll nimmt.  Er scheint einer neuen Generation anzugehören. Und sein offizielles Debütalbum „channel ORANGE“ ist der Soundtrack dieser.

Wie auch Frank Ocean selbst passt die LP in keine Schublade. Er sagt zwar selbst, dass er nicht rappen kann, hat dafür aber eine wirklich außergewöhnliche Singstimme mit softem Falsett. Seine ganze Art und sein Style sind ziemlich „lean back“. Irgendwie total lässig und entspannt, gespickt mit Geschichten, wie sie das Leben in diesen Zeiten nun mal schreibt, mit aufrichtigen Geständnissen und viel, viel Gefühl.

Das hat Frank Ocean schon mit seinem Mixtape „nostaliga, ULTRA“ bewiesen, das er vorab im Alleingang veröffentlicht hat. Songs wie „American Wedding“ oder „Novacane“ waren echte Furore-Tracks. In diesem Jahr ist es der Titel „Pyramids“, der für Aufsehen sorgt. 10 Minuten lang, alles andere als Norm. Ein spannender Vorbote für ein Album, über das wenig Worte verloren wurden. „Mit diesem Album will ich einfach nur zeigen, an welchem Punkt ich momentan als Künstler stehe; das war mein zentrales Anliegen. Dabei geht es mir nach wie vor in erster Linie um die Geschichten, die ich in Tracks erzähle“, so Frank Ocean. Word! Rollenklischees sind eben einfach nicht sein Ding.

Im September ist er übrigens für vier Konzerte in Deutschland: Köln, Münche, Leipzig und Hannover können sich auf den jungen Rapper freuen.

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1 Kommentar

  1. Höre das Album aktuell ständig. Aufs Jahr geshen bisher einer meiner Favoriten.

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