Kritik | Befehl von ganz unten von „Deichkind“

Küstler:
Deichkind
Redaktions-Wertung:
Titel:
Befehl von ganz unten
Release:
10. Februar 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Wo bin ich? Schon am Limit?P-O-W zum E zum R, nach vorne bis zum Gehtnichtmehr.“ Diese legendären Zeilen haben Deichkind vor mittlerweile zehn (!) Jahren zum Besten gegeben und damit nach „Bon Voyage“ einen absoluten Hit gelandet. Erfolgreichster Track der Band aus Hamburg ist und bleibt aber „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“. Die Veröffentlichung liegt allerdings auch schon bald wieder sechs Jahre zurück.

Nach dem letzen Album „Arbeit nervt“ aus dem Jahr 2008 meldet sich die HipHop-Formation um Porky und Co. nun aber endlich zurück und präsentiert mit „Befehl von ganz unten“ ihr mittlerweile fünfstes Werk. Zwischenzeitlich sah es nicht so aus, als würde es dieses geben, denn nachdem 2009 Produzent Sebi verstarb, war unklar, ob und wie Deichkind weiterexistieren würden.

Nun stehen die Zeichen aber untrüglich auf Revolution. Höchste Zeit, sich allen Imperativen der entfesselten dunklen Mächte zu verweigern, Aktien- und Wechselkurse abzuhaken. Die Faustregel lautet: Ab jetzt wird nicht mehr oben, sondern unten nach Antworten gesucht! Das zeigt schon die Tracklist von „Befehl von ganz unten“. Da liest man Titel wie „Illegale Fans“, „Bück dich hoch“ oder „99 Bierkanister“ und begreift schnell, was hier Sache ist. Die Herren aus dem hohen Norden haben ihre Trauerarbeit beendet und sind in Höchstform. Sie rollen das Feld nicht von hinten, sondern von ganz unten auf.

Sie üben Sozialkritik, rappen über illegale Downloads, Abzocke, Leistungsdruck und nehmen dabei gewohnt kein Blatt vor den Mund. Sie erzählen aber auch von Burnout, den Zwängen der Arbeitswelt, vom Tod ihres Produzenten und sind überhaupt ein bisschen ernster geworden. „Remmidemmi“ machen sie zwar immer noch, aber in einem anderen Stil. Neben ihrer Musik rücken ihre Live-Auftritte immer mehr in den Vordergrund. Ihren Bühnenaufbau haben sie generalerneuert und sie versprechen für die kommenden Termine nicht weniger als eine euphorische Totalverwirrung. Und das in einer Zeit, in der nahezu täglich der Weltuntergang prophezeit wird.

Selbst wenn das passieren würden,  wären Deichkind wohl die Letzten, die von Bord gehen würden. Denn im Gegensatz zu „Arbeit nervt!“ zeigt sich das Quartett auf „Befehl von ganz unten“ deutlich lebensbejahender und weniger destruktiv.

“Befehl Von Ganz Unten” erscheint am 10.02.2012, ab dem 01.03.2012 gehen Deichkind auf ausgedehnte Tour.

„BEFEHL VON GANZ UNTEN“ – Tour

01.03. Rostock – Stadthalle
02.03. Bielefeld – Ringlokschuppen
03.03. Dortmund – Westfalenhalle2
05.03. Düsseldorf – Mitsubishi Electric Halle
06.03. Frankfurt – Jahrhunderthalle
07.03. Stuttgart – Schleyerhalle
08.03. Saarbrücken – E-Werk
10.03. Chemnitz – Stadthalle
11.03. Mannheim – Maimarktclub
12.03. Balingen – Volksbankmesse
13.03. Kempten – bigBOX
15.03. Erlangen – Heinrich-Lades-Halle
16.03. Würzburg – s.Oliver Arena
17.03. München – Zenith
19.03. CH-Zürich – Maag Event Hall
20.03. A-Ötztal-Bahnhof – Area 47
21.03. A-Wien – Stadthalle
22.03. A-Linz – Tips Arena
24.03. Erfurt – Thüringenhalle
25.03. Berlin – Columbiahalle
28.03. Braunschweig – VW Halle
29.03. Hamburg – O2 World

Subscribe to Comments RSS Feed in this post

2 Kommentare

  1. Yeeehaaa!! Leider Geil!! Kaufen oder Rippen, wie auch immer 😛

  2. die platte is mal der letzte scheiss! gut das ich sie mir nur angehört habe und keinen cent aus gab. so n drecks beat und so schwachsinnige texte kann man sich glaub nur zugedröhnt ausdenken und gutfinden
    puhh… wenn wunders das die bushidos und sidos so nen zulauf haben.
    alle anderen haben halt nun wirklich nix mehr drauf…
    vergangen und vergessen die guten alten zeiten…

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a