Kritik | Ambition von „Wale“

Küstler:
Wale
Redaktions-Wertung:
Titel:
Ambition
Release:
16. März 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Während Wales zweites Album „Ambition“ in den USA bereits Anfang November erschien, musste man hierzulande bis Mitte März auf die Veröffentlichung warten. Da sich sein Debüt „Attention Deficit“ als einer der Überraschungshits 2009 herauskristallisierte, sind die Erwartungen an den Nachfolger natürlich hoch. Allerdings hat sich der vielversprechende Newcomer in der Zwischenzeit Rick Ross und dessen Label Maybach Music Group angeschlossen, was prinzipiell nichts Schlechtes bedeuten muss, man jedoch davon ausgehen kann, ab sofort einen komplett anderen Style zu hören zu bekommen. Wie sich der so anhört, checken wir jetzt.

Dass Wale die Maybach Music Attitüde wohl längst verinnerlicht hat, bekommen wir bereits mit dem Opener „Don’t Hold Your Applause“ zu hören. Ich krieg was ich will, ich bin der beste, ich schreib Geschichte – das übliche Geschwätz, allerdings lässig verpackt und mit einem relaxt melodischen Melodiengewand kombiniert. Fortgeführt wird dieses Selbstbewusstsein mit Song Nummer 2, „Double M Genius“. Im Gegensatz zum vorangegangenen Lied geht es hier mit etwas mehr Schwung zur Sache. Schlagzeug, Bass und Bläser sorgen für ein sommerliches Flair, das perfekt zur Heimat des Labels passt, was mit „Miami Nights“ konsequent fortgeführt wird. Auch dieser Track zeigt den Lifestyle im Sunshine State auf. Besonders überzeugend dabei: Wale selbst, mit engagiertem Flow, der einen am Speaker bannt.

Die Lead Single „Lotus Flower Bomb“ geht da in eine völlig andere Richtung, ist nämlich die Verehrung des weiblichen Geschlechts. Relativ ruhig und unspektakulär geht es hier zur Sache, auch der Refrain von R&B Barde Miguel ist nicht gerade das Gelbe vom Ei, wenigstens Wale liefert eine erneut gelungene Performance. Einen deutlich besseren Gastbeitrag bietet Kid Cudi auf „Focused“. Mit tiefem Bass und imposanten Synthe-Effekten bestückt, wirkt das Instrumental schon sehr großspurig, aber geht dank seiner geschmeidigen Art schnell ins Gehör. Inhaltlich ist es zwar nicht ganz so interessant, auf was die beiden fokussiert sind, dennoch präsentieren sie sich als gut harmonierendes Duo. Während „Sabotage“, eine Kollabo mit Lloyd, ein erneut sehr relaxter und sommerlicher Gute-Laune-Track ist, zielt „Slight Work“ mit Big Sean eindeutig auf die Clubs ab. Ein recht schräger Sirenen-Sound bildet mit einem trockenen Beat die leider sehr monotone und extrem nervige Grundlage eines misslungenen Tracks.

„Ambition“, der Titelsong, hat die Labelmates Rick Ross und Meek Mill auf der Gästeliste. Wie der Name schon erahnen lässt, erleben wir wieder einmal Selbstbeweihräucherung erster Güte, allerdings mit einem wirklich coolen, fast schon mystisch angehauchten und recht slowen Stück Musik gepaart, sodass man einfach nur noch die Stimmung aufsaugt und die Flows genießt. Die Schlussphase des Albums startet mit den recht langweiligen „Illest Bitch“ und „No Days Off“ deutlich weniger spektakulär, da sorgt das mit E-Gitarren bestückte und dennoch fast schon Gospel mäßige „DC Or Nothing“ schon für deutlich mehr Aufsehen. Auch Wale zeigt sich wieder einmal von seiner besten, bissigen Seite und brennt uns seinen Rapstyle in die Ohrmuschel. Den endgültigen Ausklang erhält „Ambition“ mit „That Way“, das bereits schon auf der Maybach Music Group Compilation „Self Made Vol. 1“ vertreten war. Leider hat sich das Lied in der Zwischenzeit nicht wirklich verbessert und ist nach wie vor eine recht schnulzige Schlaftablette.

Ob man Wales Labelwechsel gut heißt, muss jeder für sich entscheiden. Sofern man auf den Stil von Rick Ross und seiner Entourage steht und gegen den sommerlichen Miami-Mainstream-Sound nichts einzuwenden hat, wird einem „Ambition“ sicher zusagen, trotz des ein oder anderen weniger gelungenen Songs.

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