Kritik | All Around The World von „DJ Teddy-O presents Ying Yang Twins“

Küstler:
DJ Teddy-O presents Ying Yang Twins
Redaktions-Wertung:
Titel:
All Around The World
Release:
28. September 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Mittlerweile ist es 10 Jahre her, als die Ying Yang Twins in Zusammenarbeit mit Lil Jon & The Eastside Boyz und ihrer Hitsingle „Get Low“ nicht nur den internationalen Durchbruch schafften, sondern auch den Crunk in den Charts etablierten. Zuletzt war es jedoch ziemlich ruhig um das Rap-Duo aus Atlanta – bis der deutsche Plattenaufleger und Producer DJ Teddy-O die Jungs 2012 mit ins Studio nahm. Heraus kam „All Around The World“, eine Platte, die an die frühen Zeiten von D-Roc und Kaine erinnert. Doch ist Crunk heute überhaupt noch zeitgemäß? Und kann Teddy-O mit den Produzenten mithalten, die die Ying Yang Twins sonst gewohnt sind?

Der Opener „Alcohol & Drugs“ macht gleich klar, worum es bei diesem Album geht: Party. Musikalisch werden die Rhymes um Rauschmittel dickem Bass und massig schrägen Klängen aus der Elektronik begleitet. Leider wenig innovativ und sehr monoton. „Get On The Floor“ hingegen fordert zum Shaken des Hinterteils auf. Mit hohem Tempo donnert der Track aus den Speakern, wirkt dabei recht schrill und abgefahren, eben genau richtig für Clubs. Während das orientalisch angehauchte „Snake“ für ein wenig Abwechslung sorgt, enttäuscht die Single „Rock“ mit trockenem und eintönigen Beatgehämmer, welches selbst auf dem Dancefloor für nicht allzu viel Entertainment sorgen dürfte. Das recht slow gehaltene „Bullshit“ hinterlässt zunächst den Eindruck eines Fremdkörpers auf „All Around The World“. Tatsächlich ist es aber einer der besten Tracks, da er nicht mit Synthies überfrachtet wurde, trotz seiner Härte recht gediegen rüberkommt und zudem sehr gut mit den Stimmen der Ying Yang Twins harmoniert.

Nach diesem kleinen Highlight folgt jedoch postwendend eine wahre Qual und zwar in Form von „Grey Goose Pt. 2“. Das Original aus 2004 war schon nicht gerade ein Knaller, doch die 2012er Ode an den beliebten Vodka befindet sich weit jenseits des guten Geschmacks. Verantwortlich dafür ist wieder einmal eine Produktion, die jegliche Abwechslung oder Idee vermissen lässt. Nichts als Bass. Hinzu kommt ein fürchterlich stimmverzerrter Refrain, bei dem sich die Nackenhaare aufstellen. Der Rest des Albums bietet leider nur noch wenig Erwähnenswertes. Unter viel Ausschussware stechen nur noch die beiden Party-Tracks „Hips“ und „Nasty“ heraus. Zwar sind auch diese alles andere als besonders, machen aber die grundlegenden Dinge richtig, sind kraftvoll und halbwegs melodisch und bieten mit Kaine und D-Roc zudem zwei Routiniers, die wissen, wie man damit umgehen muss.

Um es kurz zu machen: DJ Teddy-O fehlt noch einiges zu den amerikanischen Kollegen. Seine Beats sind oft einfallslos und zu arm an Abwechslung. Der ein oder andere Party taugliche Song lässt sich auf „All Around The World“ mit Sicherheit finden, an die Qualität an ältere Ying Yang Smashes wie „Georgia Dome“, „Badd“ oder „Dangerous“ können die jedoch bei Weitem nicht anknüpfen.

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