K.O.D. von „Tech N9ne“

Küstler:
Tech N9ne
Redaktions-Wertung:
Titel:
K.O.D.
Release:
6. November 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

tech-9-kod-cd-bewertunge-de.jpgBevor Tech N9ne und Strange Music nach einem recht produktiven Jahr in die Winterpause gehen, wird uns rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft noch mal ein echter Leckerbissen vorgesetzt. Mit „K.O.D. (King Of Darkness)“ veröffentlicht der mittlerweile 38-jährige Rapper aus Kansas City das erste richtige Solo-Album nach seinem bisher größten Erfolg „Killer“ aus 2008, daher sind die Erwartungen natürlich hoch. Nachdem die letzten Strange Music alle etwas leichter verdaulich waren, geht Tech mit dieser Platte wieder etwas back to the roots, also wieder düsterer, wie der Titel bereits schon verrät. Helfen dabei sollen wie üblich die Angestellten um Krizz Kaliko, Big Scoob, Brotha Lynch Hung oder Prozak, aber auch die Three 6 Mafia und T-Nutty wurden für Gastauftritte verpflichtet. Stolze 17 Songs erwarten den Hörer, mal sehen, ob neben der Quantität auch die Qualität stimmt.

Wie man es von Tech N9ne so gewohnt ist, ist auch „K.O.D.“ wieder in Themenbereiche eingeteilt, diese wären „Anger“, „Madness“ und „The Hole“. Der erste Teil des Albums beginnt mit dem schon etwas länger bekannten „Show Me A God“. Passend zu „Anger“ donnert dieser Track aggressiv und mit ordentlich Power auf einen zu, der Beat klingt dabei fast schon nach Schlachtfeldtrommeln, ist daher eher unrund, doch das macht überhaupt nichts, im Gegenteil. Tech N9ne feuert wie gewohnt die Reime locker raus, den pompösen Refrain singt er, wobei die Bezeichnung grölen auch nicht verkehrt wäre. Viele dürften auf „Demons“ gespannt sein, denn dies ist die Kollabo mit der wohl erfolgreichsten Rap Crew aus Memphis, die Rede ist natürlich von der Three 6 Mafia. Als erstes muss gesagt werden, dass DJ Paul und Juicy J den Song nicht produziert haben, diese Enttäuschung löst sich jedoch recht schnell wieder, denn auch so ist die mit leisen E-Gitarren und mystischen Melodien gespickte Untermalung echt gelungen, besonders in Richtung Refrain, wenn sich das Ganze in eine pompöse Klangkulisse entwickelt und Tech sein Organ perfekt einsetzt. Die Jungs von Three 6 werden von Tech N9ne zwar ganz schön in den Schatten gestellt, sind dennoch eine nette Bereicherung.

„Blackened The Sun“ hat einen fast schon märchenhaften Touch, allerdings ist Tech N9ne eher der böse Wolf anstatt ein Prinz, dementsprechend dunkel wummert der Song auf einen zu. Besonderheit hier ist Tech N9ne’s Rapstyle, denn den kann man hier schon fast als Gesang bezeichnen. So wie hier hat man ihn definitiv noch nie gehört, schön, dass auch ein alter Hase wie er sich noch etwas Neues einfallen lässt. Auch „Check Yo Temperature“ ist alles anderes als soft, besser gesagt ein echter Brecher. Der Beat hämmert nur so, dazu kommt ein flotter Mix aus Piano, Paukenschlägen und abgedrehten Tönen, die aus einem Trash-Horrorfilm stammen könnten. Neben dem wie immer überzeugenden Tech N9ne kann sich auch Sundae als einzige Lady profilieren, außerdem schmettert T-Nutty mit High Speed Raps einen großartigen Part. Leider haut nicht alle so rein, wie dieser Song, Stücke wie „Hunterish“ oder „In The Trunk“ sind zwar nicht misslungen, aber in fehlt eben der letzte Kick, der einen vollends überzeugt und mitreißt. Besser wäre da „Pinocchiho“, das mit seiner unheimlichen und verrückten Art perfekt in den Mittelteil „Madness“ passt, in dem wir uns mittlerweile befinden. Auch das mit Opernsängern ausgestattete und im großen Stil angeberische „Horns“ (feat. Prozak & King Gordy“ ist gelungen, fügt sich gut ein und unterhält bestens, da Hip Hop in diesem Stil doch sehr selten ist.

Der dritte und letzte Abschnitt des Albums, „The Hole“, wird mit einer recht ruhigen, aber auch angenehm melodischen Nummer in Form von „Shadows On The Road“ eingeleitet. Es ist frei von jeglicher Aggression, auch Tecca Nina flowt für seine Verhältnisse lässig, trotzdem schafft er es eine doch recht unbehagliche und geheimnisvolle Atmosphäre heraufzubeschwören, große Klasse. Noch besser gelingt dies bei „Low“, das durch drückende Elemente aus der Elektronik gepaart mit dramatisch klingenden Violinen und einem Rock lastigen Refrain die Stimmung noch weiter pusht. Das komplette Gegenteil wird einem dagegen mit „Leave Me Alone“ geboten. Hier zeigt Tech N9ne auch mal seine gefühlvolle Seite. Nicht nur das Instrumental steckt voller Emotion, auch seinen Raps spürt man dies deutlich an. Ganz zum Schluss gibt es den für Strange Music üblichen Song über Alkohol, in diesem Falle „The Martini“. Wie gewohnt ist dieses Stück etwas fröhlicher, hervorgerufen wird dies vor Allem durch ein flottes Klavierspiel, aber auch der gefeaturte Krizz Kaliko sorgt mit seinem Gesang für einen entspannten Groove, der durch die Strophen von Tech N9ne abgerundet wird. Tolles Ende eines tollen Albums.

„K.O.D.“ ist nicht mehr ganz so massentauglich wie „Killer“ oder „Sickology 101“, nichts desto trotz dürfte es bei jedem eingefleischten Strange Music Fan unter Garantie für Begeisterung sorgen. Zwar nicht durchgehend perfekt, dafür ohne gröbere Schnitzer, noch dazu eine dunkle Atmosphäre, die sich bis zum Ende durchzieht – so wollen wir Tech N9ne hören! Nebenbei wäre noch das edle Jewel Case sehr erwähnenswert. Teils lackiert und mit 3D-Effekt, noch dazu zwei verschiedene Zeichnungen im Inneren, je nachdem ob man es komplett oder nur zur Hälfte aufklappt. Insgesamt also nicht nur eine musikalische, sondern auch eine optische Bereicherung für jede Plattensammlung.

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1 Kommentar

  1. Das Beste Album von Tech N9ne.
    Vote Tech N9ne for Hip Hop President

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