Jealous Ones Still Envy 2 von „Fat Joe“

Küstler:
Fat Joe
Redaktions-Wertung:
Titel:
Jealous Ones Still Envy 2
Release:
16. Oktober 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

jat-joe-jose2-cd-bewertungen-de.jpgNach zig Verschiebungen hat es Fat Joe’s insgesamt schon 9. Album „Jealous Ones Still Envy 2“ nun endlich in die Läden geschafft. Die Vorgänger bekamen ja nicht gerade die besten Kritiken, daher hatte sich das aus Puerto Rico stammende Schwergewicht hierfür einiges vorgenommen. Von einem nicht mehr ganz so poppigen Sound wurde gemunkelt, außerdem hat man Produzenten wie DJ Premier und Pete Rock angekündigt, die für guten alten New Yorker Sound sorgen sollten, daraus wurde im Endeffekt dann leider doch nichts. Ob sie wohl keine Lust mehr gehabt haben? Schaut man auf die Feature-Liste, so wird einem schnell klar: Fat Joe rennt nach wie vor den Trends hinterher. Lil Wayne, Ron Browz, Akon, T-Pain – alle auf zig anderen Alben vertreten, wo bleiben da die eigenen Ideen? Überraschenderweise ist auch ein Raekwon mit dabei, das sorgt doch für etwas Vorfreude.

Losgelegt wird mit „Winding On Me“, doch wenn man die furchtbare Computerstimme von Ron Browz gleich zu Beginn losjaulen hört, vergeht einem die Lust gleich wieder. Auch die Produktion ist mehr als mau, uninspiriertes und langweiliges Beat Gehämmer, dazu gelangweilte Raps von Joey Crack und auch Lil Wayne’s Part sollte man eher als Gekrächze bezeichnen. Etwas kraftvoller pumpt „Joey Don’t Do It“. Durch E-Gitarrenriffs kommt etwas Power in die Geschichte, auch Fat Joe rappt bissiger, allerdings fehlt dem Song eine gute Melodie oder einfach Elemente die sich einprägen, daher sucht man auch hier vergeblich nach einem Hit. Leider schafft es der voluminöse Rapper aus der Bronx nicht wirklich, endlich einmal voll durchzustarten. Selbst die Kollabo mit Akon, der ja sonst mit seinen Refrains einiges aus einem Lied herausholen kann, namens „One“ plätschert nur soft und eintönig vor sich her, man merkt selbst Akon an, dass er hier keine große Lust gehabt zu haben scheint. Wer sich mit R’n’B anfreunden kann, der wird mit „Aloha“ endlich einen Titel vorfinden, der nicht viel Raum zum Meckern lässt. Zwar ist der sehr von Synthesizer-Sounds geprägte und mit tiefen Beats ausgestattete Stil alles andere als neu oder einfallsreich, dafür aber sehr eingängig und angenehm anzuhören. Joe rappt hier motivierter, Höhepunkt dürfte jedoch der Refrain von Pleasure P sein.

Dummerweise sind solche Lichtblicke rar gesät. „Put Ya In Game“ (feat. T-Pain & OZ) oder „Congratulations“ (feat. Rico Love & TA) lassen sich zwar auch notgedrungen anhören, doch auch hier spürt man zu keiner Sekunde, dass wirklich viel Liebe und Engagement hineingesteckt wurden, dass die Lyrics dabei an Belanglosigkeit kaum zu überbieten sind, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Es ist teilweise ein echtes Trauerspiel wie es der dicke Joe weiterhin schafft bei alten Fans, die noch Classics wie „Twinz“ gefeiert haben, jeglichen Respekt zu verlieren. „Porn Star“ ist schon so peinlich, dass man sich fast fremd schämen möchte. Das Instrumental hat zu keiner Sekunde den Hauch von Erotik, ganz zu schweigen von Fat Joe und seiner Auto-Tune verzerrten Kollegin Lil Kim. Man hat eher das Gefühl, dass alternde Stars mit der Formel ‚Sex sells‘ noch einmal für Aufsehen sorgen wollen, doch es misslingt. Treibende Bässe und fette Synthie-Klänge pusten bei „Cupcake“ den Staub aus dem Subwoofer, endlich mal wieder eine annehmbare Vorstellung und auch „Ice Cream“ zusammen mit Wu-Tang Member Raekwon und TA sorgt mit seinem smoothen Sound und den souligen Melodien für etwas Balsam in den doch sehr strapazierten Gehörgängen. Die Schlussphase von „J.O.S.E. 2“ bietet wie man sich sicher schon denken kann, nicht mehr all zu viel an erwähnenswerten Stücken, lediglich das abschließende „Music“ überzeugt mit persönlichen Texten, einer emotionalen und sehr schön anzuhörenden Produktion und einer Sängerin namens Cherlise, die einen wunderbar gefühlvollen Hook schmettert und damit diesen Song zum besten der Platte macht.

Ohje, ohje… Nach diesem Album brauch sich Fat Joe nicht wundern, wenn es sich schlecht verkauft und nach und nach die Ratschläge kommen, mit bald 40 Jahren das Mikro langsam mal an den Nagel zu hängen. Wo die Vorgänger noch Hits hatten, die Clubs und Charts rockten, hat dieses Werk hier nicht mehr zu bieten als ein paar überdurchschnittliche Tracks, viel Belangloses und noch mehr für die Tonne. So viel Mangel an Ideen findet man sonst nur sehr selten. Es ist schon fast traurig, dass ein New Yorker Urgestein so etwas abliefert und man nicht einmal Fans die Kaufempfehlung aussprechen kann.

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