It’z Me von „Lil Atlanta“

Küstler:
Lil Atlanta
Redaktions-Wertung:
Titel:
It'z Me
Release:
7. August 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

lil-atlanta-itz-me-cd-bewertungen-de2008 feierten Trillville nach über vier Jahren ohne Album ihr Comeback, 2009 bringt mit Lil Atlanta a.k.a. Lizzle 50% der Gruppe sein Solo-Debüt auf den Markt. Der Titel ist recht schlicht, „It’z Me“, aber aussagekräftig, ob das auch zur Musik passt, sehen wir später. Veröffentlicht wird das Werk über San Francisco’s Vorzeigelabel SMC Recordings, die zwar eher für Bay Area Rap bekannt sind, aber gern auch Leute aus anderen Gegenden unter Vertrag nehmen, siehe Capone-N-Noreaga, Rakim, Bizzy Bone oder Pastor Troy. Gefasst machen darf man sich bei Lil Atlanta’s Werk auf einiges an Crunk, aber auch ein paar ruhigere und melodischere Töne werden angeschlagen.

Der Anfang von „It’z Me“ fällt dummerweise richtig schwach aus. Nicht nur der stinklangweilige Opener „Money Ain’t A Thang“ ist misslungen, auch die folgenden „I Get Gwap“, das crunke, aber auch eintönige „Throw A Bow“ oder das rockige „It’z Me“ dürften kaum Begeisterungsstürme auslösen. Hat man diese Phase endlich überstanden, erreicht man mit „Represent“ zum Glück einen hörbaren Song. Eher ruhig und dunkel gehalten, dazu kommen ein paar Waffengeräusche und eine ab und an einsetzende, recht freshe Synthie-Melodie. Zwar wird hier wie bei den Vorgängern recht deutlich, dass Lil Atlanta kein guter Rapper ist, aber das ist bei dieser Stadt ja mittlerweile an der Tagesordnung. Um gleich bei seinem Rapstyle zu bleiben: fast jeder Track beginnt mit den Worten „Yeah shorty…“, nicht sehr kreativ, dafür ist sein „Yap“, das ab und zu zwischen den Strophen eingebaut wird umso besser und lenkt von den doch nicht all zu interessanten Inhalten ab.

Einen der besten Tracks des Albums findet man mit der Loyalitätsbekundung „I Luv Atlanta“. Im Gegensatz zu den bisherigen Liedern wird hier nicht übertrieben auf Härte gesetzt, sondern auf eher gefühlvolle Klänge. Bis auf ein paar Glöckchen klingt zwar alles sehr synthetisch, dennoch sehr angenehm. „Winner“ hingegen könnte auch gut in Clubs abgespielt werden bzw. kommt auch im Auto nicht schlecht. Bouncende Beats und flotte Melodien aus der Elektronik sorgen für Lizzle’s Basis, über die er nicht besonders gut, dafür aber sehr engagiert rappt, besonders hier kommt sein „Yap“ richtig gut. Etwas R’n’B fließt in „One Life“ (feat. Michelle Fuller) mit ein, dennoch ist der Track nicht zu soft, sondern hat eine gewisse Härte, die zu einem gut hörbaren Mix aus beidem führt.

Neben diesen doch mehr als ordentlichen Tracks bietet Lil Atlanta aber auch immer wieder Ausfälle zwischendurch. Ein solcher wäre u.a. „Sweat“ (feat. J Bless), welches an Belanglosigkeit und Langeweile kaum zu übertreffen ist, da zweifelt man schon fast am Geschmack des Künstlers. Nach dem chilligen „Throwin‘ Looks“, das eher im Zeichen des Features J-Toven steht, kommt mit „Mamacita Margarita“ der wohl beste Song von „It’z Me“. Diesmal wurden die Synthies weggelassen, sondern auf einen heißen und rhythmischen Akustikgitarrensound mit ordentlich Latin Flavor gesetzt, was ordentlich einheizt und zur Bewegung auffordert, auch LA macht bei diesem Party Smash eine etwas bessere Figur. Wingo von Jagged Edge stellt das bekannteste Feature und das, wie könnte es auch anders sein, auf einer soften R’n’B Nummer namens „U Make Me Wanna“. Theoretisch gar nicht so schlecht, doch Lizzle verhunzt es mit seinem unmelodischen Flow. Auch die restlichen Lieder überzeugen nur wenig. Zwar sind sie nicht völlig misslungen, dafür aber auch nichts, das man sich unbedingt öfter anhören möchte, sinnbildlich für das komplette Album.

Ein Resumet zu fällen, ist gar nicht so einfach. Zum Einen waren die Erwartungen von Beginn an nicht wirklich hoch, Lil Atlanta enttäuscht also eigentlich nicht, zum Anderen ist „It’z Me“ schlicht und einfach nur ein Durchschnittsalbum, das die Welt nicht unbedingt braucht und das auch schon bald wieder in Vergessenheit geraten wird. Passend zur derzeitigen Situation in Atlanta, denn weder die Stars, noch die Independent Artists aus dieser Stadt bekommen noch was wirklich Gutes auf die Reihe, mit Ausnahme weniger Künstler wie z.B. Killer Mike oder Pastor Troy. Alle, die die Musik von Trillville mögen oder generell auf Rap ohne Inhalt aus ATL stehen, können zugreifen, der Rest sollte sein Geld lieber anders investieren.

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