iSouljaBoyTellem von „Soulja Boy“

Küstler:
Soulja Boy
Redaktions-Wertung:
Titel:
iSouljaBoyTellem
Release:
27. Dezember 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

soulja-boy-isouljaboytellem-cd-bewertungendeVor rund anderthalb Jahren zog Soulja Boy mit seinem „Crank That“ sowohl Liebe als auch massig Hass auf sich. Nun ist er mit seinem Sophomore „iSouljaBoyTellem“ zurück. Gute Promo dafür gab es im Vorfeld ja schon durch den Beef mit Legende Ice-T, in den sich später auch noch Kanye West, Snoop Dogg und Spice 1 einmischten, wobei besonders letzterer dem Jungen aus Atlanta zu verstehen gab, dass mit Pionieren aus Los Angeles nicht zu spaßen ist. Nachdem der Vorgänger ja schon alles andere als gut war, fragt man sich natürlich ob Soulja Boy bei seinem neuen Werk etwas verändert hat. Und tatsächlich, es gibt diesmal einiges an Producern wie Drumma Boy, Polow Da Don, Mr. Hankey oder sein Mentor Mr. Collipark und auch die Gästeliste ist diesmal länger und umfasst neben Gucci Mane, Shawty Lo und Sean Kingston auch Yo Gotti.

Das Album beginnt für Soulja Boy-Verhältnisse überraschend hart und düster mit „I’m Bout Tha Stax“, wobei neben der guten Produktion auffällt, dass Soulja Boy seinen Flow etwas verbessert hat, allerdings sind die Lyrics, in denen nur mit Geld geprotzt wird, mehr als schwach. „Bird Walk“ könnte fast als eine Art Nachfolger von „Crank That“ durchgehen. Billige, immer gleich klingende und sehr einfache Beats und Melodien treffen auf einen Rapper, der einem die Ohren zum Bluten bringt, vor Allem mit seinem Geschrei im Refrain. Ungewöhnlich stark hingegen zeigt sich „Turn My Swag On“. Es setzt auf eine entspannte Bassline und chillige und sehr angenehme Synthesizer-Klänge. Soulja Boy probiert sich hier in Gesang, was lustiger Weise wesentlich besser klingt, als wenn er rappt.

„Gucci Bandana“ geht schon nahe an die Grenze des Erträglichen. Allein das Instrumental, das aus einem einfachen Beat, der sich nach Klavier anhören soll, besteht, ist schlimm, wenn dann noch Atlanta’s Worst in Person von Soulja Boy, Shawty Lo und Gucci Mane dazukommt, wird man auf eine sehr harte Probe gestellt. Zum Glück folgen danach mit „Eazy“ und „Kiss Me Thru The Phone“ zwei annehmbare Nummern, wobei besonders das zweite mit tiefen Beats und einem schönen Violinenspiel sowie dem Gesang von Feature Sammie punkten kann. Leider hat Soulja Boy das Talent, sich solche besseren Phasen immer wieder selbst kaputt zu machen. So liefert der 18 Jährige mit „Booty Got Swag (Donk Pt. 2)“ und „Rubber Bands“ zwei unterirdisch schlechte Club-Tracks, bei denen rein gar nichts stimmt, lediglich die Drumma Boy Produktion „Rubber Bands“ ist noch durchschnittlich, die Raps ziehen es jedoch runter.

„Hey You There“ ist schon fast eine Frechheit auf Platte. Ewig lange fragt man sich, wann der Song endlich richtig los geht, bis man irgendwann einsehen muss, dass einem hier nicht mehr geboten wird als ein paar Snaps, ein bisschen Geflüster, 2-3 Bassschläge und verdammt schlechte Vocals. Das wohl bekannteste Gesicht trifft man mit dem ebenfalls erst 18 jährigen Sean Kingston auf „Yamaha Mama“. Es geht mehr in R’n’B-Richtung, bietet entspannte und seichte Synthie-Pop-Melodien und kann dank Sean als kleines Highlight bezeichnet werden, falls es so etwas hier überhaupt gibt. Dagegen ist das Beatgehämmer von „Wit My Yums On“ wieder eine echte Qual und auch „Go Head“, das zwar einen dicken, sehr elektrischen und treibenden Beat sein Eigen nennen kann, jedoch lyrisch total versagt, ist kaum besser.

Etwas Crunk bekommt man mit „Shoppin‘ Spree“ zu hören. Das Instrumental geht hier schon richtig gut ab und hat neben dem eher dunklen Sound noch massig Dampf unter der Haube. Am Besten performt hier Memphis Rapper Yo Gotti, aber auch Gucci Mane und Soulja Boy liefern eine hörbare Vorstellung. Ungewollt Comedy-Like klingt „Soulja Boy Tell Em“, was einem fröhlichen Pianospiel und den lachhaften Rhymes Soulja Boys zu verdanken ist. Gegen Ende wird noch einmal das alte Rezept vom Club-Track mit einfacher Rhythmik und ein bisschen Geschrei auf „Whoop Rico“ ausgepackt, wobei neu ist, dass Pistolenschüsse mit eingearbeitet sind. Was man damit bezwecken will, ist mit etwas schleierhaft, vielleicht will man zeigen, dass sich der Junge nicht umsonst Soulja nennt – lächerlich!

„iSouljaBoyTellem“ ist sogar noch schwächer als der Vorgänger, was man nicht unbedingt an der Qualität festmachen kann, sondern an der fehlenden Originalität, die „SouljaBoyTellem.com“ definitiv noch hatte. Hier treffen zweitklassige Produktionen auf drittklassige Rhymes, eine Kombination, die nur 12-16 Jährigen gefallen kann. Jeder, der auch nur etwas Ahnung von Rap und Qualität hat, macht einen weiten Bogen um dieses Werk und kann nur hoffen, dass der Trend des abflachenden Hypes um Soulja Boy sich weiter fortsetzt.

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