In Search Of Stoney Jackson von „Strong Arm Steady“

Küstler:
Strong Arm Steady
Redaktions-Wertung:
Titel:
In Search Of Stoney Jackson
Release:
29. Januar 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Nach über 2 Jahren Pause kehren Strong Arm Steady im frühen 2010 mit ihrem Sophomore „In Search Of Stoney Jackson“ zurück auf die Bildfläche. Wo man beim 2007er Debüt „Deep Hearted“ noch massentaugliche Gäste wie Juvenile oder Chamillionaire dabei waren, hat man sich für diese Platte voll und ganz an der Consious Szene orientiert. Erster Name, der wohl jedem Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte, ist der von Mastermind Madlib, der sich um die komplette Albumproduktion kümmerte. Als Gäste sind u.a. Talib Kweli, Phonte von Little Brother, Planet Asia, Evidence oder Guilty Simpson mit dabei. Dieser Mix aus Producer und MCs klingt doch mehr als nuch hochkarätig, umso interessanter die Umsetzung.

Wie man sich bei einer von Madlib produzierten Scheibe sicher vorstellen kann, sind die Songs durch diverse Samples und Melodien sehr soulful und relaxt gehalten, so auch gleich der Einstand „Best Of Times“. Weiche Klänge, mit Herz und Seele machen dem Titel dabei alle Ehre, damit hat man wirklich eine grandiose Zeit, Phonte passt da als Feature wie der berühmte Topf auf den Deckel, besonders der butterweich eingesungene Refrain wandert sofort ins Ohr und lässt einen den Track genießen. Ähnliche Rezepturen verwendete Madlib für seine kalifornischen Kollegen auch bei den folgenden Tracks, die immer etwas zwischen gefühlvoll, fröhlich oder nachdenklich variieren, sich im Großen und Ganzen aber nicht großartig voneinander unterscheiden. Die einen werden daher den berühmten roten Faden loben, die anderen dagegen die Experimentierfreudigkeit vermissen. „Questions“ begeistert mit seiner Mischung aus Power und Besonnenheit, was zum einen von Trommeln und einem rhythmischen Beat, zum andern durch geschmeidige Melodien und dezenten Backgroundgesang hervorgerufen wird. Als Gäste sind dieses Mal Planet Asia und Newcomer Fashawn mit von der Partie und fügen sich gut ein, besonders der Veteran und seine markante Stimme stechen dabei heraus.

Talib Kweli erweist sich auf „Get It Started“ die Ehre. Er hatte mit Madlib ja schon auf „Liberation“ gute Arbeit geleistet, auch hier zusammen mit Mitchy Slick, Phil Da Agony und Krondon von SAS harmoniert er hervorragend, allerdings muss man doch sagen, dass man etwas mehr hätte erwarten können, denn mehr als „ganz nett“ ist dieser Track im Endeffekt dann doch nicht. Das ist generell ein Problem von „In Search Of Stoney Jackson“, denn man ist in der ständigen Erwartung eines richtigen Brechers, stattdessen bekommt man zwar sehr hochwertige, aber viel zu abwechslungsarme Songs geboten. „Pressure“ wäre eines der Lieder, die etwas vom Rest des Albums ausbrechen. Recht ruff und hart poltert das Stück aus dem Speaker, passt so gar nicht zum Vorherigen, ist aber ein willkommener Kontrast, besonders dank Sick Jacken, der den Geist des Instrumentals gut ausnutzt und bissige Verse hin schmettert. Gewohnt smooth und angenehm frisch kommt „Needle In The Haystack“ daher. Wieder einmal sind es die beruhigenden, dennoch energiegeladenen Melodien und die Background Vocals, die eine angenehme Stimmung verbreiten, da macht es dann auch gleich viel mehr Spaß den Jungs von Strong Arm Steady und den Gästen Roscoe und Guilty Simpson zuzuhören und sich über ihre Versen über den Alltag so seine Gedanken zu machen. Leider kann man über die letzten Songs des Albums nicht mehr wirklich viel Neues berichten, denn sie bieten einfach nichts, das man nicht schon kennt, wirkliche Hits fehlen daher auch.

Sowohl Madlib als auch Strong Arm Steady liefern mit „In Search Of Stoney Jackson“ gute Arbeit ab, wenngleich man auch sagen muss, dass das vorhandene Potential nicht zu 100% ausgeschöpft wurde, gerade vom Beatbastler aus Oxnard hätte man schon noch etwas mehr erwarten dürfen. Insgesamt eine in sich stimmige Platte, die ein konstantes Niveau hält, leider nicht nach oben ausbricht, dafür aber auch nicht nach unten. Empfehlenswert für alle, die auf die aktuelle Conscious Szene um Little Brother oder Dilated Peoples stehen.

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