I Pledge Allegiance To The Grind II von „Killer Mike“

Küstler:
Killer Mike
Redaktions-Wertung:
Titel:
I Pledge Allegiance To The Grind II
Release:
21. Mai 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

killer-mike-i-pledge-allegiance-to-the-grind-cd-bewertungendeUnglaublich, aber wahr: Killer Mike’s einziger Hit „A.D.I.D.A.S.“ liegt mittlerweile schon ganze fünf Jahre zurück. Mittlerweile hat sich im Biz einiges getan und fast unbeobachtet brachte Mike 2006 den ersten Teil der „I Pledge Allegiance To The Grind“-Reihe heraus. Etwas mehr Aufmerksamkeit gibt’s nun für Nummer 2, auf dem sich einiges an bekannten Leuten tummelt. Mit dabei u.a. Ice Cube, Chamillionaire, Shawty Lo, 8Ball & MJG und S.L. Jones, die gemeinsam mit den eher unbekannten Producern Young Sears, Tec Beatz, CKP oder Tyrice Jones ein echt überraschend starkes Werk abgeliefert haben.

Atlanta ist ja eher bekannt für poppige Partybeats, davon zeigt sich Killer Mike jedoch unbeeidruckt. Passend zum Cover wirkt hier alles etwas härter, düsterer und ernster als die Platten anderer ATL-Rapper. Erster Beleg dafür: Track #2, „10 G’s“. Brachiale Bässe, kraftvolle Melodien, gescrewter Refrain und bissige Raps des Dungeon Family-Mitglieds. Etwas gefühlvoller geht es da bei „Can You Hear Me“ zu. Emotionale Synthies, die sofort unter die Haut gehen, Vocoder-Hook a lá T-Pain, nur viel besser und ein Killer Mike, der sich als echt großartiger MC auszeichnen kann, indem er unglaublich schnelle und deepe Reime spuckt. West Coast Veteran Ice Cube stand bei „Pressure“ als Feature parat. Passend zum Titel bekommt man hier ein drückendes Instrumental, das mit einem aggressiven Klavierspiel bestückt ist, geboten, dazu zwei klasse Rapper, die sich sowohl stimmlich als auch vom Flow her kaum unterscheiden und somit perfekt zusammenpassen.

Etwas für die Clubs wird dem willigen Käufer mit „Big Money, Big Cars“ geboten. Der Refrain mag einem hier vielleicht etwas bekannt vorkommen, was daran liegt, dass er von „Ev’rybody Know Me“ der YoungBloodZ übernommen wurde, allerdings gescrewt. Ansonsten gibts hammerharte und sehr elektrische Klänge auf die Gehörmuschel gehämmert, verfeinert mit den Versen von Killer Mike, Messy Marv und King Koopa a.k.a. Chamillionaire, der hier die beste Figur macht. Nach einem solchen Brett eignen sich am Besten die etwas gediegeneren Sachen und genau diese gibt’s auch gleich mit dem religiösen „God In The Building“ und dem wieder emotionaler klingenden „Super Clean / Super Hard“, auf dem das aus Memphis stammende Duo 8Ball & MJG mit von der Partie ist und diesen Song zu einem der Highlights von „I Pledge Allegiance To The Grind II“ machen. Wunderbar chillig präsentiert sich die Smoker-Hymne „I Woke Up This Morning“, deren Instrumental doch stark von Manu Chao’s Welthit „Bongo Bong“ abgekupfert ist, was zum sofortigen Zurücklehnen und anzünden diverser Rauchwaren verführt.

Leider gestaltet sich die zweite Albumhälfte nicht ganz so stark wie die erste. Zwar bietet sie keine schlechten Songs, allerdings ist das ein oder andere Mal nicht mehr als Durchschnittskost mit dabei. Zu den besseren Songs lässt sich hier zweifelsohne „If I Can’t Eat Right“ zählen. Freshe Synthies kombiniert mit düsteren und drückenden Slow-Beats sorgen für die perfekte Atmosphäre, die dann von Killer Mike, Gangsta Pill und Rochelle Fox dazu genutzt wird, den Hörer zu begeistern. „I’m The Shit“ sticht wegen seiner Gitarrenriffs noch etwas aus der Reihe, allerdings war’s das dann auch schon, denn insgesamt ist dies wohl das schwächste Stück der Platte. Eine letzten Banger kriegen wir mit „You See It“ vorgesetzt. Als Unterstützung dient hier Shootingstar S.L. Jones, der wie Mike eine tolle Vorstellung über den brachialen Crunk-Beat bietet. Wirklich eine Bombe und fast schon Pflicht für einen Down South-Fan.

Wie bereits angedeutet, kann auch fast der komplette Rest von „I Pledge Allegiance To The Grind II“ überzeugen, was dieses Album zu einer der großen Überraschungen diesen Jahres macht, denn ein solch starkes Werk war von Killer Mike definitiv nicht zu erwarten. Wer auf die etwas härtere Gangart aus Atlanta steht, macht mit diesem Album garantiert nichts falsch, aber auch der gewöhnliche Fan von Rap aus den Südstaaten sollte Gefallen an dieser Platte finden.

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