I Got The Streets On Fire von „Eddi Projex“

Küstler:
Eddi Projex
Redaktions-Wertung:
Titel:
I Got The Streets On Fire
Release:
12. April 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

eddie-projex-i-got-the-streets-on-fire-cd-bewertungendeDer Westen lebt! Was zur Zeit in Kalifornien los ist, ist wirklich schön mit anzusehen, gerade in der Bay Area blüht die Rapszene richtig auf. Neben den Mob Figaz bringt besonders die Thizz Nation ein neues Talent nach dem nächsten hervor, sodass man schon aufpassen muss, dass man da den Überblick nicht verliert. Auch Eddi Projex ist so ein vielversprechender Newcomer. Seit Kurzem steht das Debüt „I Got The Streets On Fire“ des Rappers aus Oakland in den Läden, das neben dem feurigen Cover auch eine heiße Tracklist verspricht. Auf stolze 18 Songs bringt es das Werk, was in der heutigen Zeit ja nicht mehr selbstverständlich ist. Die Gästeliste ist dabei ebenfalls recht lang und beinhaltet neben den üblichen Labelmates auch ein paar bekanntere Gesichter wie Too Short, Laroo, Beeda Weeda, G-Stack, Dru Down, Mistah F.A.B., The Jacka oder Glasses Malone. Alles große Namen an der Westküste, mal schauen, ob es auch ein großes Album wird.

Wer Eddi Projex zum ersten Mal hört, kommt von Beginn an gleich in den Genuss seines engagierten und auch leicht aggressiven Vorgehens am Mikro. Auf dem doch recht großspurigen, mit dicken Beats und imposanten Hintergrundklängen im Gepäck gestalteten Instrumental zu „What’s Hannen'“ bekommt man einen guten ersten Eindruck über den Flow und den vorgetragenen Street Gossip vom Können des Eddi P.. Etwas Down South Flavor wurde bei „The Payroll“ mit eingebracht. Zusammen mit The Hittaz On The Payroll legt Eddi richtig los, was bei diesem brachialen Bass, der mit Crunk ähnlichen Synthesizer-Effekten gespickt ist und ordentlich abgeht, auch kein all zu großes Problem ist. Eine der besten Nummern findet man mit „I’m From Oakland“. Es handelt sich hierbei um einen der doch eher seltenen Solo-Tracks des Albums. Auch bei diesem Song geht es etwas härter zur Sache, nebenbei noch äußerst temporeich. Die Produktion passt dabei wunderbar zum Cover, denn sie ist verdammt heiß, pusht ohne Ende und macht einfach Freude, sie zusammen mit Eddi Projex zu hören. Seine Raps kommen wie am Fließband, haben noch dazu richtig Dampf, was zum gebannten Zuhören verleitet.

Auch für den entspannten Gaumen gibt es die passende Kost. Eine dieser Nummern wäre „Shine At Night“ zusammen mit den Kollegen Beeda Weeda und Matt Blaque. Der Rhythmus dieses Tracks geht schon leicht in Reggae Richtung, versprüht seinen sommerlichen Charme mit traumhaften Melodien, sodass es für die drei ein Leichtes ist, daraus den perfekten Soundtrack für den Liegestuhl zu machen, besonders der Refrain von Matt Blaque sticht dabei heraus. Nach zwei etwas schnellere Songs in Form von „Rock Sellin'“ und „Get At Me“ (feat. Lee Majors & G-Stack) wird mit „Ghetto Celeb“ der West Coast Rap ausgepackt, wie ihn die breite Masse kennt. Entspannt, dennoch mit viel Groove und ein paar Anleihen im G-Funk, so klingt Kalifornien, so klingt auch Eddi Projex. Dies war nur eine der Facetten, die „I Got The Streets On Fire“ zu bieten hat. Auch die etwas dunklere Seite kommt nicht zu kurz und wird von mehreren Liedern repräsentiert. Einer davon ist „All Black“ in Zusammenarbeit mit Lil Money, Wooda, Lil J und Nephew, die ihre harten Verse über ein langsames Stück mit viel Bass und drückenden Synthies kicken.

Ein weiteres Gebiet, dass in Eddi’s Fachbereich gehört, wäre der Club Track. Einen solchen liefert uns der Junge aus Oak-Town mit „Basic“. Zwar zieren auch ein paar funky E-Gitarren dieses flotte Stück, doch das stempelaufdrückende Element sind hier ein paar Flöten, die ein orientalisches Flair aufkommen lassen, was wieder einmal aufzeigt, wie viel Eddi Projex zu bieten hat. Wer sich etwas mit Bay Area Rap auskennt, dem wird bei den Remixes zu „Breezy As Ever“ und „Straight Out The Bay“ das Wasser im Munde zusammenlaufen. Neben Altmeister Dru Down sind hier auch noch viele weitere bekannte MCs mit am Start. Beeda Weeda, J. Stalin, G-Stack, V-White, Mistah F.A.B., Lil J, Curcinado, Deja B, Laroo, Band-Aide, The Jacka und Kaz Kyzah umfasst das stolze Aufgebot, das zur Unterstützung von Eddi ins Studio gekommen ist und je eine chillige und eine eher kraftvolle Nummer mit ihm einspielte. Mit „I’m A Hustla“ findet „I Got The Streets On Fire“ sein Ende. Und wer wäre als Feature bei einem Song über Kohle besser geeignet als ein Cash Money Millionaire? Glasses Malone steht neben Shu 100 auf der Gästeliste dieses Titels, der dank vieler Bläser ein melodisches und angenehm anzuhörende Ende besiegelt.

Eddi Projex‘ Debüt ist ein wirklich mehr als gelungener Einstand ins Rapgame. Kaum Lückenfüller, viel Abwechslung und ein junger hungriger Künstler, der es trotz vieler Features schafft dem Album durch seine markante Art zu rappen seinen Stempel aufzudrücken und immer im Mittelpunkt zu stehen. Einzige Kritikpunkte wären vielleicht, dass der aktuelle Hyphy-Trend hier zu kurz kommt und dass es auf lyrischer Seite nichts zu berichten gibt, was man nicht schon öfter gehört hat, aber ansonsten kann man nicht meckern. Wer auf Hip Hop aus der Bay Area steht wird hier sicher seine Freude haben, ansonsten sollte man Eddi Projex eher als Geheimtipp betrachten, bei dem es sich für den ein oder anderen sicher durchaus lohnen könnte reinzuhören.

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