I Am Arizona von „C-Thug“

Küstler:
C-Thug
Redaktions-Wertung:
Titel:
I Am Arizona
Release:
23. April 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

c-thug-i-am-arizona-cd-bewertungen-deArizona war bisher in Sachen Rap genau so ein Brachland, wie seine Wüstenlandschaft. Dies könnte sich nun ändern, denn die Thizz Nation schickt mit C-Thug ein neues Pferd ins Rennen, das seiner Heimat in dieser Hinsicht etwas mehr Aufmerksamkeit bescheren könnte. Topografisch gehört Arizona auf der Rap Landkarte zwar zur West Coast, vom Sound her ähnelt C-Thug’s Musik eher dem der Kollegen aus Texas, das ja auch nicht all zu weit entfernt ist. Für sein Debüt „I Am Arizona“ konnte sich der Junge aus Phoenix die Hilfe einiger bekannter Leute sichern. So ist die Gästeliste unter anderem mit Young Buck, Lil Flip, C-Bo, Glasses Malone, Mistah FAB, Willy Nothpole oder Lil Boosie gespickt, aber auch ein paar unbekanntere Artists werden uns auf dem 18 Song starken Werk vorgestellt.

Wirft man einen Blick auf die Tracklist, so darf man sich gleich darüber freuen, dass es weder Intro, noch Outro oder Skits zu finden gibt, sondern gleich mit dem Titelsong „I Am Arizona“ los gelegt wird. Streicher, ein paar Flöten und ein kraftvoll schlagender Beat begleiten C-Thug, der sich hier das erste Mal präsentieren kann und einen guten Job abliefert. Etwas chilliger geht es bei „Picture Me Rollin“ zur Sache. Zwar sind auch hier die Bässe alles andere als seicht, dafür kommen entspannte E-Orgel Melodien und ein smooth gesungener Refrain von Feature Gevin hinzu, sodass ein insgesamt eher gediegener Track dabei rauskommt. Der vor Kurzem verstorbene Dolla (R.I.P.) und Nashville Rapper Young Buck sind als Unterstützung bei „I Do This“ dabei. An diesem Song merkt man, wie sehr sich C-Thug am Down South orientiert, denn die Kickbeats und freshen Crunk Elemente stammen eindeutig aus dem dreckigen Süden, passen daher auch gut zu den Features, besonders Young Buck sticht unter den dreien heraus, aber auch C-Thug lässt sich nicht lumpen.

Nach dem flotten, eher soften und melodischen „Radio“ (feat. Leo Da Don & Rampage) erreicht man das Texas typisch slowe „Lean 2 The Left“ bei dem neben Rock Da Block auch noch Lil Flip dabei ist. Die drei haben sich dazu ein Instrumental rausgesucht, das mit mächtigem und langsamen Bass um die Ecke wummert, noch dazu ein paar dunkle Pianoschläge im Gepäck hat, was zum Kopfnicken verleitet und spätestens mit der Strophe vom Fliperaci seinen Höhepunkt erreicht. Lyrisch war bisher ja alles eher auf Party oder Street Gossip ausgelegt, doch dass es auch tiefgründig und nachdenklich zugehen kann, dürfen wir mit „2 The Top“ erleben. C-Thug überzeugt mit souveränem Flow und Versen über seinen Werdegang, unterlegt wird dies von einem sehr gefühlvollen Stück, bei dem besonders Violinen im Vordergrund stehen und für einen emotionalen Sound sorgen, abgerundet wird die mit dem Gesang von Hollywood Khrys im Hook.

„Im The Man“ (feat. Glasses Malone & Juice) dagegen ist knochenhart, böse und mit etwas Ragga Flavor ausgestattet, eine kleinen Abwechslung bevor es mit dem wieder etwas ernsteren „Up 2 U“ weitergeht. Es ist nicht zu ruhig, sondern eher kraftvoll, dennoch geht es unter die Haut, was besonders C-Thug zu verdanken ist, dem es hier noch besser als sonst gelingt, sich in ein positives Licht zu stellen, Feature Courtney D. setzt dem Ganzen noch die Krone auf und sorgt mit ihrem Part noch für ein paar Gänsehautmomente. Auch Solo kann es C-Thug wunderbar, was er uns mit dem lässigen Club Track „Shake It“ beweist. Um nicht komplett nach Süden zu klingen, wurden natürlich auch ein paar West Coast Elemente verbaut, im Falle von „I’m Wet“ wäre es Hyphy. Und wer würde hier besser passen als ein Mistah FAB? Dieser legt auf dem Brecher Beat, der jede Anlage zum Glühen bringt, eine erste starke Performance hin, C-Thug und Gast Nr. 2, Kuzzo Fly, stehen dem in nicht viel nach und rocken wie FAB das Haus.

„Cant Get No Better“ (feat. Ace G & J-Speed) klingt dank E-Orgel und viel Synthesizereinsatz wieder mehr nach Südstaaten Rap, besser gesagt nach Texas, daher dürfte besonders Fans von Hip Hop aus dem Lone Star State dieses Album sicher liegen. Ludacris‘ DTP Schützling Willy Northpole kommt wie C-Thug aus Arizona, daher ist es nicht verwunderlich, dass man ihn hier ebenfalls antrifft. Sein Auftritt wäre auf „Money Gone Come“ zu finden, ein Song, dessen größtes Merkmal die gescrewten Background Vocals sind, die den treibenden Beat begleiten und gemeinsam mit den Rappern ein Sahnestück für Down South Fans daraus machen. Zum Ausklang von „I Am Arizona“ werden ein letztes Mal etwas besonnenere und deepere Töne angeschlagen. Ein ruhiges Klavierspiel, das mit Streichern gespickt ist, sorgt für die ernste Atmosphäre bei „Same Old Shit“ (feat. J-Roc), bei dem C-Thug über die Härte des Lebens philosophiert und damit einen guten Eindruck beim Hörer hinterlässt.

Mit seinem Debüt hat C-Thug wirklich gute Arbeit abgeliefert. Zwar wird man sicher enttäuscht werden, wenn man ein typisches Thizz Nation Album erwartet, denn wirklich viel West Coast / Bay Area Feeling wird einem hier nicht geboten, doch wenn man ein Fan von Down South Rap ist, wird einem die Platte umso mehr liegen. Nach Willy Northpole’s „Tha Connect“ ist „I Am Arizona“ das nächste Album, das helfen wird, den Wüstenstaat im Hip Hop Business zu etablieren und zu festigen. Eine interessante Entwicklung, wollen wir hoffen, dass sie so gut unterstützt wird, wie es z.B. bei Texas oder Florida der Fall war.

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