Hahnenkampf von „K.I.Z.“

Küstler:
K.I.Z.
Redaktions-Wertung:
Titel:
Hahnenkampf
Release:
24. August 2007
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

kiz-hahnenkampf-cd-bewertungendeEin dem Untergrund-Status der Gruppe entsprechend unerwartet großer Hype, ein tollkühner Vertriebsdeal mit einem Major und die Berliner Rap-Crew K.I.Z. findet sich nach eine Woche nach Release des ersten richtigen Albums auf Platz neun der Media Control Charts wieder.

Die extrem provokante Masche verkauft sich dank ständiger Medienpräsenz also auch hier spielend. Zum Glück steckt aber in diesem Fall auch noch mehr dahinter. Die zwei vorherigen Veröffentlichungen stellen nicht weniger als eine komplette Demontage dessen, was man glaubte, die Spielregeln im Rap-Game nennen zu dürfen, dar. Einige davon hören auf so tolle Rufnamen wie “Gangster lachen nicht” oder “Ernste Inhalte lassen sich nicht mit Humor verknüpfen”. Der Gruppe selber indessen sind diese Regeln völlig egal, man versteckt sich in Interviews lieber hinter allerlei vielsagendem Unsinn oder präsentiert einfach mal nur sich selbst, komplett ohne Infos über Releases, Bandgeschichte oder ähnlichem.

K.I.Z. reißen alles nieder, um im Alleingang dann Rekonstrokteure zu spielen. Obwohl….ganz im Alleingang geschieht das dann doch nicht, denn immer wieder werden Freunde mit in’s Boot geholt, die meist nahtlos ins Gesamtbild der Band passen.
“Hahnenkampf”, seines Zeichens neueste Veröffentlichung der Gruppe, fügt sich sehr passend in die Reihe der Veröffentlichungen ein.

Und doch lassen sich im direkten Vergleich kleine Trendwenden feststellen. Die früher oft sehr untergründig versteckte Ironie kommt in einigen ernsteren Liedern voll zum Tragen, was dort etwas zu Lasten des Spaßes geht. Die Hooks sind diesmal sehr viel mitsing-tauglicher geworden und auch die Beats haben etwas von der Durchgeknalltheit und Exklusivität verloren. Diese Punkte sind aber nur kleine Nebensächlichkeiten, die das Album höchstens in der K.I.Z.-internen Rangliste etwas nach unten absinken lässt.

Für sich genommen ist es somit dennoch ein Machwerk allerhöchster Güte, das beweist, dass Rapper auch mal auf aggresive Weise gute Laune verbreiten können und der Hörer dabei trotzdem das Hirn nicht nur im Leerlauf-Modus rotieren lassen muss.

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