Gas Nation von „J. Stalin“

Küstler:
J. Stalin
Redaktions-Wertung:
Titel:
Gas Nation
Release:
24. November 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

j-stalin-gas-nation-cd-bewertungendeNachdem Beeda Weeda mit seinem Debüt das neue Label Town Thizzness etwas bekannt machte, stand nur wenige Monate danach das aktuelle Werk vom Kollegen J. Stalin in den Regalen der Plattendealer. Der MC aus Cypress Village, einem Viertel in West Oakland, ist zwar schon länger unterwegs, doch so wirklich viel Notiz hat man noch nicht von ihm genommen, dies könnte sich nun ändern, denn sein „Gas Nation“ kommt bekannter Weise ja auch über Town Thizzness, einem Sub-Label der legendären Thizz Nation, die von West Coast Veteran Mac Dre ins Leben gerufen wurde. Zu hören bekommt man eher ruhigen und entspannten Westküsten Hip Hop mit überraschend wenig Hyphy-Einfluss. Unterstützung dafür holte sich J. Stalin von seiner Crew Live Wire, aber auch andere Labelmates sind mit von der Partie.

Stolze 20 Songs beinhaltet „Gas Nation“, komplett ohne Intro, Outo oder Skits, allerdings muss man 2 Abstriche machen, denn J. Stalin hat den Homies Lil Blood und Philthy Rich je einen Solo-Track gewährt. Der Opener „Lyrical Exercise“ lebt hauptsächlich von seinen eher dunklen Melodien und Stalin’s doch recht engagierten Raps, kann allerdings nicht wirklich als großes Highlight bezeichnet werden. Umso mehr ist dies bei der Loyalitätsbekundung „My Niggaz“ der Fall. Dank funky Grooves und einer chilligen Streicherbegleitung scheint die Sonne Kaliforniens direkt aus der heimischen Anlage und verleitet doch gerne mal dazu, die Repeat-Taste zu drücken. „Self Destruction“ hingegen fährt mit Pauken und Trompeten auf, bringt Tempo und Power mit und zeigt, dass der Junge aus Oak-Town Flow technisch doch einiges zu bieten hat.

Generell ist die Anfangsphase von „Gas Nation“ durchaus gelungen und bietet neben den lockeren „Cocaine Cowboys“ und „Millionaire Status“ auch noch das recht flotte „I’m Back (Feelin‘ Like Mac Dre)“, die man sich allesamt recht gut durchhören kann und die durch ihre Abwechslung punkten. Leider folgt ab „Brand New Jordans“ – übrigens ein Song, der sich um Schuhe dreht – eine eher eintönige Phase, die das vorangegangene doch etwas kaputt macht. Etwas herausstechend wäre da „Lil‘ Weed, Lil‘ XTC“ zusammen mit Kaz Kyzah und Stevie Joe. Das ist zwar vom Tempo auch nicht wirklich anders, dafür kommt das erste Mal so einiges an Hyphy-Sounds aus der Elektronik dazu, was dem Ganzen dann seine eigene Note verpasst.“Try Again Tomorrow“ fährt die etwas rhythmischere Schiene, was durch Claps und packende Klänge geschieht. Die Raps von J. Stalin kommen dazu wie am Fließband, sind schnell, locker, lässig und lassen eigentlich keine Wünsche offen.

Leider kann man das von „You Heard What I Said“ nicht behaupten. Aufgrund der Gäste von Dem Hoodstarz hätte man hier einiges erwarten können, doch die Produktion, die dank E-Gitarren mal etwas Neues bietet, ist eher mau und verbreitet nur wenig Freude. „Ridin‘ Ridin'“ kommt dank straffem Pianospiel sehr kraftvoll rüber, verbreitet nebenbei noch den typischen Charme, den Rap aus dem Westen so mitbringt. Weitere Stilrichtungen werden mit Hyphy und R’n’B in Form von „She Ain’t Nothin'“ (feat. Beeda Weeda & Jay Jonah) und „My Mind“ (feat. 1Oak) aufgefahren, zwar keine absoluten Bomben, dennoch sehr hörenswert. Gegen Ende findet der Hörer auch noch zwei echte Perlen. „Every Nigga Round Me“ weiß mit seinen chilligen Beats und dem funky Sound sofort zu gefallen und geht rein wie Butter und auch auf der mit vielen akustischen Instrumenten gestaltete G-Stack Kollabo „Can’t Judge Me“ macht J. Stalin eine sehr gute Figur.

Insgesamt wurde „Gas Nation“ recht ordentlich, leider nicht mehr. Potential zu einem Überraschungshit hätte J. Stalin definitiv gehabt, was man an den doch sehr überschaubaren Highlights erkennt, leider wurde es nicht voll ausgeschöpft. So hält man dann ein Produkt in den Händen, das doch sehr viel Mittelmaß bietet, das man sich zwar anhören kann, aber wohl kaum einen vom Hocker haut. Fans von Rap aus der Bay Area können sicher zugreifen, allen andern ist gründliches Probehören zu empfehlen.

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