From A Boy To A Man von „San Quinn“

Küstler:
San Quinn
Redaktions-Wertung:
Titel:
From A Boy To A Man
Release:
24. November 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

from-a-boy-to-a-man-cd-bewertungendeMit seinen Jungs von All City gelang San Quinn mit der „SF Anthem“ einen der heißesten Hits des Sommers. Nun ist der Mann aus San Francisco mit seinem bereits siebten Solo-Abum „From A Boy To A Man“ zurück. Wie es zur Zeit an der Westküste üblich ist, drehte man auch hier den Trend des Hyphy etwas zurück und besinnte sich auf melodische und ernstere Nummern. Features auf dem 17 Track + 2 Bonus starken Werk sind die hierzulande noch unbekannteren Boo Banga, P.S.D. Tha Drivah, Homewrecka oder Chops, aber auch bekannte Gesichter wie Too Short und Mistah F.A.B. trifft man an. Auch die Producer um Iconz, Dexbeats, Cozmo, Davey oder Automatic sagen nicht vielen etwas, dafür kennt man aber Big D und Traxamillion.

Schon das Intro „Boy To A Man“ ist echt klasse, was dem schönen Beat zu verdanken ist, leider rappt San Quinn nicht durchgehend, sonst wäre es ein noch besserer Einstand. Richtig los geht es mit „They’re All Waitin‘ On Me“, einem echten Meisterwerk. Ein sowohl dramatisches als auchsehr emotionales Stück aus Piano und Violinen sorgt für etwas Gänsehaut, dazu kommen noch leise Frauengesänge, Applaus und Sirenen im Hook. Was für ein Smash, bei dem sich der gute San auch nicht lumpen lässt. Etwas fröhlicher, aber auch mit dickem Bass ausgestattet geht es mit „Wind It Up“ weiter. Es hat leichten Down South Einfluss und eignet sich besonders gut für Partys, woraus das Duo um San Quinn und Iconz, der den Refrain übernimmt, keinen Hehl macht. „Double Dose Of Gangsta“ (feat. Chops) zeigt uns, dass der G-Funk an der West Coast schon lange abgelöst wurde und drückenden Beats und kraftvollen Melodien weichen musste.

Düster und hammerhart geht es mit „Rockin‘ Up Work“ weiter, bei dem San Quinn mit seinen schnellen Reimen über ein leicht freaky Synthie-Stück begeistert. „Reinforced Steel“ geht ebenfalls in die ernstere Richtung, allerdings auch in die gefühlvolle. Dominiert wird das Instrumental von einer singenden Computerstimme, was sich aber sehr gut und vor Allem schmerzvoll anhört, weshalb die Emotionen auch gut transportiert werden. Besonders P.S.D. Tha Drivah passt mit seiner dunklen Stimme hier dazu, aber auch Quinn und Cozmo machen einen guten Job. Spätestens mit „We All Gone Eat“ sollte man als Zweifler bemerken, dass es in Oakland und San Francisco nicht pausenlos um stumpfsinnige Hyphy-Party-Mucke geht, sondern man sich tiefgründigen Themen widmet und damit dem Chicano-Movement aus Los Angeles doch einen großen Schritt voraus ist.

Bei „My Brother“ (feat. Bailey) kann man sich am Titel schon denken, auch hier weiß San Quinn etwas Wichtiges zu erzählen. Die geschieht über ein wunderschönes Stück, eingespielt von Violinen, was wohl keinen unberührt lassen sollte, gerade bei dem tollen lyrischen Beitrag. „Dreamin‘ Of Riches“ zusammen mit Homewrecka zeigt den üblichen Ghetto-Blues, diesem folgt ein dunkles Bassmonster namens „3rd Eye“, das dank dem Chorus von Moon D auch etwas Reggae-Flavor bekommt. Auch etwas Gangsta-Stuff wird einem geboten und zwar mit „Catch A Body“. Dumpfe Beats treffen hier aus einen Mix aus Orgel und Posaune, was für eine bedrückende Atmosphäre sorgt und wie der Rest der Platte einfach Spaß macht. Das wohl größte Highlight von „From A Boy To A Man“ ist „Billionaire (What We Livin‘)“. Dies liegt nicht unbedingt an der musikalischen Untermalung, die mit einem ruhigen Klavierspiel zwar auch gelungen ist, sondern aus der Vater-/Sohn-Kombination von San Quinn und Sprössling Lil‘ Quinn, der schon rappt wie ein großer, besonders toll hört es sich an, da sich die beiden immer abwechseln.

R’n’B gemixt mit etwas Hyphy und sommerlichen und frischen Klängen lassen bei „Ready To Go“ (feat. Willie Hen) ein tolles California-Feeling aufkommen, danach folgt mit „One Of Them Gangstas“ eines der Highlights. Viele Elemente um Schlagzeug, Bass, Piano, Streicher, Frauenchor und diversen Synthesizer-Sounds lassen eine doch sehr imposante Stimmung aufkommen, was die beiden MCs San Quinn und 18 bestens nutzen. „Devotion“ featured Too Short, Mistah F.A.B. und Chops, weshalb man einen Kracher erwarten könnte, tatsächlich ist es einer der sehr wenigen nur durchschnittlichen Tracks. Dafür lassen sich die 2 Bonus Titel aber wieder hören. „Do Ya‘ Thizzle“ wurde von Traxamillion produziert und wie man sich schon denken kann, ist dies ein Hyphy-Banger mit tiefen Kickbeats und abgefahrenen Elementen aus der Elektronik. Auch der letzte Song „Kill The Connect“ fährt die schnellere, aber auch harte und brachiale Schiene, ist zwar kein Highlight, allerdings ein guter Abschluss.

Bei solch tollen Werken wie „From A Boy To A Man“ ist es wirklich schade zu sehen, dass der Erfolg in San Francisco sich nur so langsam einstellt. San Quinn hat es tatsächlich geschafft ein Album ohne Ausfälle abzuliefern, aber man muss auch sagen, dass es ein paar echter Kracher mehr benötigt hätte, um die Höchstwertung zu erreichen. Alle die sich für den aktuellen Trend im Westen interessieren und dabei etwas anderes suchen als Hyphy und das Chicano-Movement, sind hiermit bestens bedient, Fans von San Quinn und Konsorten sowieso.

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