Kritik | Fornever von “Murs & 9th Wonder”

Küstler:
Murs & 9th Wonder
Redaktions-Wertung:
Titel:
Fornever
Release:
23. April 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Fornever ist bereits das vierte Kollabo Album von dem mittlerweile 32 jährigen Murs und seinem alten Weggefährten 9th Wonder. Dieser hat natürlich auch dieses Werk komplett produziert. Wie bei jedem ihrer gemeinsamen Alben ist die Tracklist auf 10 Songs beschränkt. Auch die Spielzeit ist mit knapp 42 Minuten nicht allzu lang, aber wie heißt es so schön: In der Kürze liegt die Würze. Bei den Gästen wurde allerdings nicht gespart. Unter diesen befinden sich unter anderem Westcoastgrößen wie Kurupt und Suga Free. Erstgenannter ist sogar gleich zwei mal vertreten.

Mit „Fornever“ (feat. Kurupt) beginnt das Album, so wie man es eigentlich schon erwartet hat. Sehr ruhig, mit einem typischen 9th Wonder Beat. Einzig der Bass bringt etwas Schwung in die Bude. Der Gastpart von Kurupt ist eher durchschnittlich, Murs weiß hier mehr zu gefallen. „The Lick“ (feat. Verbs) hat schon etwas von Lounge Musik und ist leider ein richtiger Langweiler. Das gediegene „Asian Girl“ (feat. 9thmatic) ist da schon überzeugender. Die Melodie leiert ein bisschen vor sich hin, doch gerade das macht hier den Charme aus. Und dieses mal überzeugt auch der Gast in Person von 9thmatic. Nur der Refrain wirkt etwas einfallslos. Zwar immer noch ruhig, aber immerhin mit etwas mehr Pepp kommt „Let Me Talk“ (feat. Suga Free) daher. Sehr Soul angehaucht, ein sehr solider Beat, ein pumpender Bass und zwei gut aufgelegte MCs.- das bisherige Highlight des Albums. Nun gelangt man zu „Cigarettes And Liquor“ und ist bereits bei der Hälfte des Longplayers angelangt. Wohl selten gab es so einen nervigen 9th Wonder Beat wie es hier der Fall ist. Bereits nach 20 Sekunden hat man keine Lust mehr auf diesen Song. Mit Abstand der schwächste Titel auf Fornever.

Zum Glück fangen sich die Beiden wieder und bringen mit „Vikki Veil“ den vielleicht besten Track. Die Melodie wirkt emotional, die Hintergrundchöre unterstreichen dies nur. Auch Murs bringt eine exzellente Leistung am Mikrofon, rappt mit ordentlich Druck und macht diesen Song zu einem kleinen Meisterwerk. Ebenfalls mit klasse Produktionen trumpft „I Used to Love H.E.R. (Again)“ auf. Allgemein wirken diese in der zweiten Hälfte des Albums wesentlich ausgefeilter. Auch „The Problem Is…“ (feat. Sick Jacken & Uncle Chucc) macht da weiter. Es ist wohl das härteste Stück, was an dem für 9th Wonder- Verhältnisse harten Beat liegt und besonders Murs‘ Raps sind wieder ein Traum, von dem gesungenen Refrain ganz zu schweigen. Die beiden letzten Songs „West Coast Cinderella“ und „Live From Roscoe’s“ (feat. Kurupt) bieten einen abgerundeten Abschluss. Der vorletzte Song erinnert in seinen Anfangssekunden sogar ganz kurz an das berühmte „California Love“, entwickelt sich danach zu einem grundsoliden Stück, dank seiner Ruhe mal wieder zum Entspannen geeignet. „Live From Roscoe’s“ (feat. Kurupt) wirkt dank immer wieder auftönenden Trompeten sehr jazzig. Kurupt überzeugt hier auf ganzer Linie und macht es besser als beim ersten Song.

Auch das vierte Album der Beiden weiß zu überzeugen. Die erste Hälfte ist noch gespickt von einigen durchschnittlichen und langweiligen Tracks. Doch die zweite hat es in sich. Besonders „Vikki Veil“ und „The Problem Is…“ sind echte Höhepunkte. Fans der ersten drei Alben werden keineswegs enttäuscht sein, ebenso Leute, die allgemein auf 9th Wonder Beats stehen. Wer Lust auf ein Album mit ruhigen Beats, souligen Melodien und schönen Samples hat, kann hier gerne zugreifen. Der typische Mainstream-Hörer sollte auf jeden Fall vorher einmal Probe hören.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a