Drought Season 2 von „The Jacka & Berner“

Küstler:
The Jacka & Berner
Redaktions-Wertung:
Titel:
Drought Season 2
Release:
17. November 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

jacka-berner-cd-bewertungen-deZum zweiten Mal nach 2008 liefern uns Mob Figaz Mitglied The Jacka und sein Buddy Berner eine „Drought Season“ ab. Für The Jacka lief das Jahr mit seinem bislang erfolgreichsten Album „Tear Gas“ mehr als gut und auch Berner droppte im Sommer sein „Weekend At Bernie’s“, noch dazu hat er aktuell noch ein zweites Kollabo Album namens „Blow“ zusammen mit Messy Marv auf den Markt gebracht. Fans der beiden können sich also über mangelnden Output nicht beklagen. Wie auch der Vorgänger erscheint „Drought Season 2“ über Berner’s Label Bern One Entertainment, allerdings hat man bei diesem Album fast schon das Gefühl, dass es sich um einen Sampler handelt, denn keinen der 15 Tracks spielten The Jacka und Berner nur zu zweit ein. Ob das von Vorteil oder von Nachteil ist, sehen wir später.

„Traffickin'“ (feat. Fed-X & Lee Majors) dient als Einstand in „Drought Season 2“, kraftvoll pumpende Bässe werden mit ein paar funky E-Gitarren verziert, allerdings kommen noch einige dunkle Melodienparts hinzu, die das illegale Thema des Albums, nämlich Drogenhandel, gut unterstreichen. Entspannt, besser gesagt mit sehr gefühlvollen Klängen geht es mit „17708“ weiter. The Jacka kann hier seine Stimme sehr gut einbringen, da er auch gesanglich nicht schlecht ist, klingen auch weiche Flows wie hier, sehr nice, aber auch Berner und die Gäste Young Bossy und Joe Blow überzeugen mit Strophen bzw. Refrain. „Prey On The Weak“ klingt schon fast nach Beerdigung irgendwo im wilden Westen, dank eines dominanten und sehr traurigen Akustikgitarrenspiels. Besonders Feature Killa Tay sticht heraus, aber auch The Jacka und Berner können uns überzeugen, was für harte Kerle sie doch sind. Nicht viel anders ist es bei „Live By It, Die By It“ (feat. Shobat & Joe Blow), das allerdings frischer und fröhlicher klingt.

Was bisher alles so wunderbar funktioniert hat, ist gleichzeitig auch das große Problem von „Drought Season 2“. Zwar sind alle Tracks qualitativ nicht schlecht, allerdings nur einzeln betrachtet. Im Gesamtbild wirkt alles ungefähr gleich. Kaum Abwechslung in Tempo und Thema. Ein gutes Beispiel dafür wäre „Colder Blood“. Ein dunkles Klavierstück, das auch sehr emotional getrimmt ist, trifft auf eine gut aufgelegte Riege an Rappern um die beiden Gastgeber und die Features J. Stalin und Fam Syrk. An sich macht das Lied alles richtig, betrachtet man aber die vorherigen Songs, so hat man das Gefühl, es würde sich irgendwie alles wiederholen. Dieser doch große Kritikpunkt macht es nicht immer einfach Highlights herauszufinden, bei „Not Tha Same“ sollte es zumindest halbwegs klappen. Mit einem Saxophon ist ein für Rap eher seltenes Instrument dabei, es kommt leider nicht all zu oft vor in diesem Lied, aber wenn es einsetzt, dann unterstreicht es perfekt die behäbige und traurige Stimmung und sorgt zusammen mit dem gesungenen Refrain vom Jacka für ein paar Gänsehautmomente.

„Ridin‘ High“ und „The World“ beschäftigen sich zur Abwechslung mal mit den Dingen, die man so erreichen kann, wenn man es aus dem Ghetto raus schafft, besonders „The World“ kommt dank seines Samples vom Cheryl Lynn/Luther Vandross Klassiker „If This World Were Mine“ mit souliger Note und sommerlichem Klang daher, der für eine gute Laune beim Hörer sorgen sollte. „Temper“ zusammen mit AP.9 wäre eine erneut sehr gelungene Ballade, doch auch hier gilt wieder einmal, dass man nichts Neues von den Jungs aus Kalifornien geboten bekommt. Das muss man leider auch über den Rest von „Drought Season 2“ sagen. Noch dazu fehlt es bei den letzten Songs auch noch an wirklichen Höhepunkten, man hat eher das Gefühl, dass ihnen die Ideen ausgegangen sind, denn mehr als gehobenen Durchschnitt findet man nicht mehr. Eher plätschert vieles uninspiriert vor sich hin, düstere Melodien und schlaffe Beats prägen das Gesamtbild und lyrisch hören wir auch immer das Selbe, egal wer als Gast mit dabei ist.

Nach dem starken „Tear Gas“ ist „Drought Season 2“ doch ein kleiner Dämpfer und auch Berner hat kurz nach Releases diesen Albums mit „Blow“ eine wesentlich stärkere Platte gebracht. Die vielen Features hier lassen The Jacka und Berner etwas untergehen stören aber eigentlich nicht, vielmehr sind die eintönigen Produktionen das Problem und lassen die Platte nicht über eine Durchschnittwertung hinauskommen. Als großer Fan der beiden kann man sich das Album sicher holen, ansonsten sollte man vielleicht eher auf die anderen 2009er Werke der beiden zurückgreifen.

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