Digital Dope von „E.S.G.“

Küstler:
E.S.G.
Redaktions-Wertung:
Titel:
Digital Dope
Release:
9. April 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

digital-dope-cd-bewertungendeEr gehört zu den Urgesteinen der Down South Rapszene: Cedric Hill, uns besser bekannt als Everyday Street Gangsta, kurz E.S.G.. Bereits 1995 veröffentlichte der Veteran aus Houston, Texas sein erstes Album „Ocean Of Funk“, knapp 15 Jahre danach steht nun mit „Digital Dope (The Reintroduction)“ ein weiterer Baustein seiner langen Discografie in den Regalen der Händler. Insgesamt bietet uns das Screwed Up Click Mitglied damit 11 neue Songs, nicht gerade viel, aber ausreichend. Die Gäste sind dabei weniger prominent, lediglich Lil Keke und C Note dürften einigen ein Begriff sein, doch auch Leute wie Big T, J Stew, Duane Harris oder Ill Tactics schlagen sich auch ohne großen Namen wacker.

Ohne nervendes Intro wird man sofort auf das Album losgelassen, was mit dem Opener „Ballin Just A Hobby“ geschieht. Pompöse Bläser und ein gescrewter Hook begleiten E.S.G. und seine Gäste Big Cliff und DJ Bido, die diesen Texas typisch entspannten Track vollenden, allerdings mit Texten, die einen jetzt nicht wirklich aus den Socken hauen. E.S.G.’s S.U.C. Kollege Lil Keke gibt sich neben Big Boy S.A. auf „One Hundred“ die Ehre. Ähnlich wie beim vorangegangenen Track ist hier ein etwas gediegenerer Takt angesagt, durch einige drückende Hintergrundelemente kommt allerdings Energie dazu. Keke und E.S.G. machen dabei einen ordentlichen Job, lediglich der sehr stark mit Auto-Tune verzerrte Part von Big Boy S.A. ist doch eine große Zerreisprobe. Leider hat „Digital Dope“ das Problem, dass es in der Anfangsphase nicht richtig aus den Puschen kommt. So kann man sich Songs wie „I Don’t Dance“, „I’m Bad“ (feat. Ill Tactics) oder „Wutchu On“ zwar anhören, wirklich interessant oder gar mitreißend dürften sie wohl nur auf die wenigsten wirken.

Erst ab der Albummitte steigt das Stimmungsbarometer dann wieder an, wenn man mit dem sehr melodischen, ruhigen und auch gefühlvollen „Paying My Dues“ einen vollkommen gelungenen Track zu hören bekommt, bei dem besonders Feature Duane Harris mit seinem smoothen Gesang hervorsticht, aber auch Altmeister E.S.G. überzeugt mit lässigen Rhymes. Dies tut er auch bei „Whip It“, einer Nummer, die dank orchestraler Begleitung zu den markanteren Liedern des Albums zählt. „Gettem Hi“ hingegen versetzt einen ein bisschen zurück in die 90er, denn mit seinen funky Grooves klingt es jetzt nicht mehr wirklich aktuell, macht dennoch echt Laune und entschädigt für die mittelmäßigen Titel. Generell fällt das Ende etwas hochklassiger aus, besonders das sommerliche „Making Money“ mit einem glänzend aufgelegten Big T im Refrain ist hier zu nennen, aber auch der letzte Track namens „Actin Bad“ weiß mit seiner etwas härteren Art zu gefallen.

Insgesamt ordentliche Arbeit von E.S.G., mehr aber auch nicht. Zu viele Lieder sind einfach etwas belanglos und bleiben nicht längerfristig im Kopf, erst zu spät kommt das Ganze in Fahrt, um eine theoretisch mögliche bessere Wertung zu kassieren. Positiv ist anzumerken, dass es keine groben Schnitzer gibt und man eine durchweg gut hörbare Scheibe bekommt. Mit den anderen aktuellen Releases aus Houston kann „Digital Dope“ zwar nicht mithalten, weshalb man auch nicht wirklich viel verpasst wenn man es sich nicht besorgt, Fans von Rap aus Texas dürften dennoch ihre Freude daran haben und können die Zeit bis zu den neuen Platten von Z-Ro, Pimp C oder Bun B damit angemessen überbrücken.

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