Death Before Dishonor von „2 Pistols“

Küstler:
2 Pistols
Redaktions-Wertung:
Titel:
Death Before Dishonor
Release:
17. Juni 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

2-pistols-death-before-dishonor-cd-bewertungen-deDieser Mann kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken: 2 Pistols. Seine Kindheit musste er bei Verwandten verbringen, da seine Eltern ständig im Knast saßen, später durfte auch er irgendwann einmal einsitzen. Im Gefängnis begann 2 Pistols mit rappen, was jedoch eher scheiterte. Erst nach der Entlassung und seinem folgenden Job als Promoter für T-Pain, Plies und Konsorten konnte sich der Junge aus Tarpon Springs, Florida einen Namen als MC machen und einen Plattenvertrag ergattern. Das immer berühmter werdende Producer-Team J.U.S.T.I.C.E. League zeichnet sich für 2 P’s Debüt „Death Before Dishonor“ hauptsächlich verantwortlich. Über die Hälfte wurde von ihnen produziert, alles abgemischt, noch dazu erhalten sie im Booklet ihre eigene Dankesrede.

Nach einem eher nichtssagenden Intro beginnt das Album mit dem Titelsong „Death Before Dishonor“. An ihm merkt man gleich, warum Florida auch als Gunshine State bezeichnet wird. Anfangs hört man noch ein paar Waffengeräusche, dann fängt ein düsterer und harter Beat an zu pumpen, was im Hook richtig imposante Ausmaße annimmt. Dem folgt gleich als nächstes die Hitsingle „She Got It“, einem typischen Hit der J.U.S.T.I.C.E. League, was man an tiefen Bässen und einer schönen und emotionalen Synthesizer-Melodie sofort heraushört. 2 Pistols macht einen souveränen Eindruck, Highlight ist jedoch T-Pain mit seinem Refrain. Tay Dizm, der auch dabei ist, passt stimmlich nicht ganz dazu, aber er sorgt für Abwechslung. „Been Throwin Money“ stammt wie „Death Before Dishonor“ aus den Händen von Da Honorable C.N.O.T.E, ist ein dementsprechend hartes und dunkles Brett, das gut zu einem harten Hund wie 2 Pistols passt.

„Gettin Money Mane“ ist lyrisch nicht wirklich interessant, dafür bringt das Instrumental die Boxen zum Beben und dürfte daher den meisten Down South Fans zusagen. Etwas entspannter geht es bei „Let’s Ride“ zur Sache. Es ist hauptsächlich an die Damenwelt gerichtet, überzeugt mit Piano und Operngesang im Hintergrund, durch die straffen und schnellen Beats kommt zu der Emotion zusätzlich noch eine Art „Bonnie & Clyde“-Style – sehr nice. „Flexx 2008“ beinhaltet Samples von „Flex“, einem Song des Reggae-Künstlers Mad Cobra. Das ist auch der Grund weshalb das Lied verdammt chillig ist, entspanntes Karibik-Flair mit sich bringt und daher auch gut nach Florida passt. Komplett das Gegenteil ist mit „Eyes Closed“ der Fall. Hier wirkt wieder alles bedrückend, unangenehm und dunkel, was kraftvollen Bässen, abgefahrenen Synthesizer-Klängen, einer Screw-Stimme und natürlich nicht zuletzt 2 Pistols Rapstyle zu verdanken ist.

Ray J ist ein weiteres R’n’B-Feature, vertreten auf „You Know Me“. Wie man sich schon denken kann geht der Track in etwas gefühlvollere Gefilde, ist angehem anzuhören und überzeugt mit entspannten Melodien. 2 Pistols spult ein gekonntes Programm ab, wird von Ray J’s Gesang jedoch noch etwas übertrumpft. Die Enttäuschung des Albums ist wohl „We Run It“ zusammen mit Young Jeezy’s USDA-Kollegen Slick Pulla und Blood Raw. Schon die Produktion ist eher uninteressant, lediglich ein hart hämmernder Beat, der zum Glück ab und zu durch etwas Crunk aufgepeppt wird. Die Rhymes kann man fast komplett vergessen. 2 P rappt schwächer als sonst und die beiden Jungs von USDA zeigen erneut, dass sie absolut kein Talent haben. Schnell geskippt zu „That’s My Word“ zusammen mit Trey Songz. Vom Aufbau genau wie „You Know Me“, aber eben auch genauso gut.

Auf „Robbery“ lässt 2 Pistols mal wieder den Kriminellen in sich zum Vorschein kommen. Glockenschläge und düstere Sounds im Hintergrund, dazu noch ein paar Scratches und erneut eine böse Screw-Stimme sorgen für die passende Untermalung für den Ex-Knacki und seine Versen, denen man gerne lauscht. Ein bisschen geprotzt wird auf „Lookin Down On Em“, einem der besten Songs der Platte. Als Feature ist die eher unbekannte Crew BMU dabei, die mit ihren brachialen und aggressiven Rhymes gut zu dem kraftvollen, sehr elektrischen, aber erneut sehr melodischen Instrumental passen, sehr fresh kommt auch wieder der gescrewte Part. Langsam, energiegeladen und gut für Clubs geeignet kommt „Candy Coated Diamonds“ (feat. Tyra B) um die Ecke, danach folgt mit „From The Bottom“ mein Lieblingstrack des Albums. Er ist sehr persönlich, daher auch emotional. 2 Pistols erzählt über sein altes und neues Leben und dass er nie mehr da hin zurück möchte, wo er herkommt. Das geht einem doch nahe, v.a. da das gefühlvolle, allerdings nicht zu ruhige, Instrumental perfekt passt.

Von der Herkunft und dem Mix aus harten und R’n’B angehauchten Songs her, kann man 2 Pistols auch gut mit einem anderen Rapper aus Florida vergleichen, nämlich Plies. Allerdings ist 2 P’s Rapstyle deutlich eleganter und angenehmer anzuhören. Lyrisch gibt es sicher stärkere als ihn und auch von den Hits her gibt es in Florida mit Rick Ross, Trick Daddy und Ace Hood ganz andere Kaliber, doch ein Anfang ist gemacht. Mit seinem Debüt kann sich 2 Pistols im guten Mittelfeld behaupten und macht Vorfreude auf sein nächstes Album, das 2009 kommen soll.

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