Channel 10 von „Capone-N-Noreaga“

Küstler:
Capone-N-Noreaga
Redaktions-Wertung:
Titel:
Channel 10
Release:
17. März 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

channel-10-capone-n-noreaga-cd-bewertungendeDas nächste Comeback von New Yorker Urgesteinen! Wer erinnert sich nicht noch gern zurück ans letzte Jahr, als ein tolles Comeback von New Yorker Rap Legenden nach dem nächsten zu verzeichnen war? Am aufsehenserregendsten dürfte damals wohl die Reunion von EPMD gewesen sein und kaum hat man das jetzt erstmal so richtig sacken lassen, steht uns auch schon die nächste Wiederverinigung ins Haus. Nach fast einem Jahrzehnt seit dem letzten Werk veröffentlichen die beiden Kriegsreporter Capone-N-Noreaga endlich das langersehnte und oft verschobene „Channel 10“. Noreaga’s Ausflüge in Pop-Rap und Reggaeton, sowie die Unterschrift beim Westküstenlabel SMC könnten einen zwar in Versuchung bringen, an der Qualität vorerst zu zweifeln, doch allein schon ein Blick auf die Producer-Liste mit Namen wie Havoc, DJ Premier, The Incredibles, StreetRunner oder The Alchemist genügt, um Vorfreude zu schüren.

Der Beginn des Albums stellt einen beim ersten Anhören vor ein kleines Rätsel. Denn zum Einen wird mit „United We Stand“ ein New York typischer, eher harter Track abgeliefert, zum Anderen aber auch die Single „Rotate“. Sie zielt eindeutig darauf in die Charts und Clubs zu kommen, erinnert dank des orientalischen Sounds stark an Busta Rhymes‘ „Arab Money“, passender Weise sind auch gleich noch Ron Browz und Busta persönlich als Gäste dabei, so dass sich die Ähnlichkeit nicht mehr verbergen lässt. Stellt sich nun die Frage, in welche der Richtungen der ersten Songs wird es nun weitergehen? Einen ersten Hinweis gibt das fast schon heroische und großspurige „Talk To Me Big Time“, das allerdings auch einen leicht dunklen Touch mit sich bringt, wozu sich die Kombination aus N.O.R.E.’s Präsenz am Mic und Capone’s heller Stimme einfach klasse anhört.

Generell scheinen die beiden nichts verlernt zu haben und begeistern wie eh und je, auch wenn man aufgrund Noreaga’s angefressener Wohlstandswampe vielleicht hätte denken können, dass er sich aufs Altenteil zurücksetzt. Bester Beweis für’s Gegenteil: „Grand Royal“. Knallharter DJ Premier-Banger, dazu die beiden Veteranen aus Queens – das hat Klasse und lässt Begierde nach mehr aufkommen. Und genau diese bekommt man, denn in der Mitte jagt nun ein Highlight das nächste. „Mirror“ dürfte hier wohl besonders herausstechen. Eher gefühlvoll und mit schöner Piano-/E-Gitarren-Unterlegung zeigen sich CNN von der tiefgründigen Seite, was doch gut unter die Haut geht und auch mal zum Nachdenken anregt.

Mit „Wobble“ werden gekonnt zwei Genres verbunden. Auf der einen Seite pumpt da das düstere Streicher-Instrumental aus den Händen von Havoc, auf der anderen hätten wir doch recht oberflächliche Party-Lyrics der beiden Crews Capone-N-Noreaga und Mobb Deep, nebenbei wurde noch der Refrain von Down South Klassiker „Wobble Wobble“ der 504 Boyz übernommen. Wunderbar melodisch präsentiert sich der Titelsong „Channel 10“. Höhepunkt bei diesem Smash ist glasklar der eingesungene Chorus von Noreaga, doch auch die Strophen enttäuschen keines Falls. Überraschend und gleichzeitig auch sehr erfreulich ist auch die Tatsache, dass sich dieses Album keinen einzigen Ausfall leistet, wenn überhaupt dann vielleicht ein paar Lückenfüller, die man sich jedoch auch problemlos anhören kann.

Nach „Stick Up“, dessen Hintergrundgedudel einen etwas in die Zeit von Pac-Man zurückversetzt, darf man Zeuge einer kleinen Friedenskonferenz sein. Die Älteren werden sich noch gut daran erinnern können, als man sich in den 90ern mit den Songs „New York, New York“ und „L.A., L.A.“ ein wahres Gefecht mit dem Dogg Pound lieferte, nun machen sie gemeinsame Sache auf „My Hood“, auf dem außerdem noch die Jungs von Clipse, New Yorks aufstrebender Star Maino und Uncle Murda vertreten sind. Die auf hart hämmernde Beats und Claps ausgelegte Produktion ist dabei eher unscheinbar, aber hier kommt es sowieso nur auf die Verse an und die gefallen von Anfang bis Ende. Apropos Ende. Das des Albums beginnt nun, eingeleitet mit dem sehr futuristischen und elektronischen „Follow The Dollar“, vollendet mit zwei erneut sehr emotionalen und mehr als gelungenen Songs in Form von „You See Me!!!!“ und „Addicted“, die sowohl Fan als auch Neuling mit einem Glücksgefühl zurücklassen dürften.

„Channel 10“ wurde überraschend stark und das vor Allem, weil man sich auf die alten Stärken besann. Nie hat man das Gefühl, dass die beiden so lange kein Album mehr rausgebracht hatten, alles wirkt motiviert und frisch. Die Serie an tollen Comebacks der Helden vergangener Tage reißt also weiterhin nicht ab und so reihen sich CNN perfekt zu EPMD, Q-Tip oder Large Professor ein. Definitiv eine Empfehlung für alle New York- und CNN-Fans.

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